Fakultäten

 

Elektrotechnik und Informationstechnik

„HTWG meets Kreml “ -- Exkursion nach Moskau

25 Studenten der Fakultät EI hatten im Juni 2011 unter der Leitung von Prof. Dr. Johannes Reuter und Dr. Alexander Kirjuchin das Privileg, Moskau zu besuchen. Die HTWG und das Moskauer Energetische Institut (MEI) verbindet eine 20-jährige Hochschulkooperation und war zugleich der Anlass der Exkursion.

Schon während des Fluges waren viele auf Moskau gespannt, besonders wenn man die Zahlen über Moskau vor Augen hat: Es leben offiziell 11 Millionen Menschen in Moskau. Der Umfang des Autobahnrings beträgt 110km, und Moskau besitzt 80 Milliardäre sowie 100 000 Millionäre. Für Autofanatiker ist Moskau das Paradies schlechthin. Der Eindruck des Extremen bestätigte sich auch während der gesamten Exkursion. Die größte Stadt in Europa ist sicher eine Reise wert. Allein der Rote Platz mit dem historischen Museum, dem Auferstehungstor, dem Lenin-Mausoleum und der Basilius-Kathedrale sind Sehenswürdigkeiten, die man unbedingt gesehen haben sollte. Ganz zu schweigen vom benachbarten Kreml, wo sich neben dem weltlichen Machtzentrum Russlands drei prächtige Kathedralen und etliche Türme befinden.

    

Nach der Landung wurden wir von den russischen Studenten des MEI empfangen. Mit dem Zug ging es dann in Richtung Innenstadt und dort mit der Metro weiter auf den Campus des MEI. Die Metro war zugleich die erste Sehenswürdigkeit für uns und ist wohl eine der schönsten Dinge in Moskau. Die Metrostationen sind vor allem im Zentrum Moskaus wunderschön mit fantastisch ausgeschmückten und verzierten Wänden aus Marmor und beachtlichen Kronleuchtern. Die Metrostationen sind allerdings im Wesentlichen durch Arbeit unter schwierigsten Bedingungen entstanden. Die Metrostationen, besonders die, die an der sogenannten „Ringlinie“ liegen, gelten als die schönsten Metrostationen der Welt, und das sind sie wirklich.   

Der Campus des MEI mit über 15000 Studenten ist ein eigenes Stadtviertel, in der Größe vergleichbar mit der Konstanzer Altstadt. Nach dem Bezug unserer Zimmer im Studentenwohnheim stand die Besichtigung des Roten Platz an. Mit dem Eindruck der faszinierenden Kulisse, ließen wir den Abend beim gemeinsamen Essen ausklingen.

Ein kleiner Einblick in das MEI stand am zweiten Tag an. Wir wurden in vier verschiedene Labore, das Hochspannungs-, Automatisierungs-, Simulationslabor und das Labor der elektrischen Antriebe, geführt. Zwei der vier Labore wurden von europäischen Firmen finanziert, was sich auch an der Ausstattung bemerkbar machte. Zusätzlich konnten wir ein weiteres Hochspannungslabor besichtigen. In diesem einzigartigen Labor werden die Nebenwirkungen von Blitzen auf Hochspannungskabel analysiert.

   

Nach der Führung durch das MEI ging es wieder mit der Metro in Richtung Raumfahrtmuseum. Das Museum hat eine einmalige Architektur, innen wie außen. Von weitem ist der Turm, an dessen Spitze sich eine Rakete befindet, zu sehen. In der Führung wurde die russische Raumfahrtgeschichte anhand der Raumfahrtmodelle erzählt. Zu dem konnten wir einen echten Kosmonauten kennen lernen, der ebenfalls Führungen im Museum gab. Besonders wurde auf den damals bestehenden Konkurrenzkampf mit den Amerikanern eingegangen.

  

Der dritte Tag begann mit der Besichtigung der Firma Diagnostika, welche mobile sowie stationäre Röntgenprüfgeräte für verschiedene Zwecke entwickelt und herstellt. Die Hauptkunden sind das russische Militär sowie die Flughäfen, es gibt aber auch eine Kooperation mit einem deutschen Zahnarzt, bei der ein strahlungsarmes Röntgengerät für die Zahnmedizin erfunden wurde. Weiter bietet die Firma auch mobile PKW- und LKW-Röntgengeräte, sowie den so genannten „Nacktscanner“ für die USA an. Geführt wurden wir von zwei Ingenieuren. Interessant zu erfahren war, dass einer der beiden in Deutschland promoviert und der andere an der HTWG ein Auslandssemester gemacht hatte. Nach dem Mittagessen konnten wir noch einen kurzen aber sehr interessanten Einblick in das moderne Nanotechniklabor erhalten. Hier werden im Kundenauftrag defekte Bauteile im Nanometer-Bereich analysiert und die Ursache des Defekts bestimmt.

  

Nach einer Schifffahrt über die Moskwa ließen wir den Abend in einer Rockabilly- Bar mit den russischen Studenten ausklingen.

Am dritten Tag ging es mit der Metro wieder in Richtung Roter Platz, um den beeindruckenden Kreml zu besichtigen. Der Kreml ist der älteste und geschichtsträchtigste Teil von Moskau, der aus vielen Kirchen und Sehenswürdigkeiten besteht.

  

(Quelle:wikipedia)

Zum Mittag gingen wir in das Edelkaufhaus Gum direkt gegenüberdes Kremls. Man könnte es auch als Hochzeitsmekka bezeichnen, da innerhalb einer Stunde acht Hochzeitspaare zu sehen waren.

   

Am Abend konnten wir noch die Akrobaten im Nikulin-Zirkus bestaunen. Der Moskauer Zirkus beeindruckt wirklich enorm und ist eine absolute Sehenswürdigkeit.

An unserem letzten Tag wurden wir mit einer geführten Stadtrundfahrt zum Flughafen gebracht. Wir besichtigten nochmals viele interessante Orte wie den Friedhof russischer Persönlichkeiten, das Frauenkloster und den höchsten Punkt Moskaus, von dem man den eindrucksvollen Eingang der Moskauer Universität sehen konnte.

       Grabstein eines Generals                             Grabstein von B. Jelzin

Blick auf die Uni Moskau

Die Reise nach Moskau war leider viel zu kurz. Es gibt dort so viele historische und moderne Bauwerke zu besichtigen. Zudem ist die russische Geschichte sehr interessant und hier gebührt Herrn Kirjuchin ein großes Dankeschön. Er konnte alle unsere geschichtlichen Fragen hervorragend beantworten. Die Sprache und Schrift war eine besondere Herausforderung, es wurde nur ganz vereinzelt Englisch gesprochen an den Universitäten und in den Firmen. Im öffentlichen Verkehr hat man ohne Russisch-Kenntnisse keine Chance, da alle Schilder, Straßen und U-Bahn-Stationen auf kyrillisch geschrieben sind, selbst auf dem Flughafen ist die Kommunikation in Englisch schwierig. Aber dies ändert nichts daran, dass man eine Reise nach Moskau wärmstens weiter empfehlen kann.

Text und Fotos: teilnehmende Studierende (M. Kasch)