Von Coulombschen Kräften und schwingenden Röhrchen
Exkursion der Elektrotechnik und Verfahrens- und Umwelttechnik zu Endress+Hauser in Reinach (CH) und Maulburg (DE), einem führenden Unternehmen der Prozessmesstechnik, unter der Leitung von Prof. Dr. W. Fromm und Prof. Dr. U. Behrendt am 1.12.2011
Einen ganzen Tag voller Prozessautomation durften am 01. Dezember 2011 25 Studierende aus Elektrotechnik und Informationstechnik, sowie der Verfahrens- und Umwelttechnik erleben. Eingeladen hatte die Unternehmensgruppe Endress + Hauser. Entsprechend den Fachrichtungen waren auch die Teilnehmer bunt gemischt: Studenten der Studiengänge EIB, EIW, MWI, EIM, VU und MMS folgten dem Ruf, um zu erfahren, wie moderne Sensoren für verfahrenstechnische Prozesse entwickelt und produziert werden.

Genauso gemischt wie die Besuchergruppe, so stellte sich auch die Schweizer Familiengesellschaft vor. Mit unzähligen Teilunternehmen, mit den Hauptniederlassungen in den Staaten des Dreiländerecks Basel, bilden sie zusammen die E+H Gruppe: Seit Gründung ein Familienunternehmen mit besonderem Bezug zu ihren Mitarbeitern.
Erste Station des aufregenden Tages: E+H Flowtec in Reinach (CH). Flowtec ist spezialisiert auf Durchflussmesser, die ohne mechanische Komponenten arbeiten. Diese eignen sich daher sowohl für Flüssigkeiten, unabhängig ob dickflüssig, dünnflüssig oder mit der Feststoffen belastet, sowie für die Messung von Gasen. Dass die Schweizer nicht nur innovativ sind, sondern auch einen Sinn für Humor haben, bewiesen sie im anschließenden Rundgang durch die Produktion: Statt die Lastzüge der Produktionsstraßen mit einem „ohrenbetäubenden Piepsgeräusch“ zu versehen, wählt jeder Fahrer ein individuelles musikalisches Warnsignal nach seinem eigenen Geschmack aus. Das sorgt für ein abwechslungsreiches Programm, von Heavy Metall bis zu Volksmusik.
Am Nachmittag stand E+H in Maulburg (DE) auf dem Programm. Die Niederlassung in Maulburg beschäftigt sich mit Füllstands- und Druckmessung, sowie der Tank- und Terminalautomation, sprich alles was mit Druck, Temperatur, Füllstand, Grenzstand und Dichte zu tun hat. Hier wurde neben der deutschen Produktionsstätte auch das weitläufige Testlabor besichtigt.
Dabei zeigte sich besonders ein Aspekt der Exkursion: die interdisziplinäre Zusammensetzung der Gruppe. Gerade in Diskussionsrunden, beispielsweise zu verschiedenen Messverfahren, mischten sich die Detailfragen der verschiedenen Themengebiete und boten einen abwechslungsreichen Blick über den fachlichen Tellerrand. Während die Elektrotechniker vertieft nach Schaltungen, Bussystemen und elektronischen Bauteilen fragten, standen für die Verfahrenstechniker oft Fragen zum physikalischen Messprinzip und Materialwissen im Vordergrund.
Der gemütliche Ausklang des Tages erfolgte bei einem Apéro. In entspannter Atmosphäre berichtete der Leiter der Personalentwicklung, Herr Kröger, von den Wünschen eines Unternehmens an die Absolventen – fachlich wie auch persönlich. Über Karrierechancen bei E+H berichtete Herr Ochsenreiter, Marketing Manager für Profibus und Absolvent der HTWG.
Nachdem Visitenkarten ausgetauscht wurden und vielleicht auch der Weg zu dem ein oder anderen Praktikum geebnet wurde, verabschiedete sich die Gruppe und trat nach einem langen und informativen Tag den Heimweg an. An dieser Stelle danken wir Prof. Fromm (EI) und Prof. Behrendt (VU) für die Organisation der Exkursion. Ein Dank geht auch an Endress + Hauser für die Einladung.
(Dezember 2012, Text: Martin Hollingsworth, Foto: Manuel Held)

