Forschung

 

Institut für Naturwissenschaften und Mathematik - INM

Fukushima - Aktuelle Stunde zur Kernphysik

Prof. Dr. B. Jödicke, Prof. Dr. J. Sum
16.03.11 und 23.03.11, Aula                                                                              

Die Ereignisse rund um die Kernreaktoren in Fukushima sind dramatisch. Sie sind auch in hohem Maße kompliziert. Niemand kennt die exakten Abläufe bis zum jetzigen Zeitpunkt; vermutlich kennt auch niemand den tatsächlichen aktuellen Zustand der Reaktoren.

In den Medien wird versucht, die technischen Fragen rund um die Katastrophe zu erklären. Trotzdem bleiben noch viele Fragen unbeantwortet.

  1. Wie erzeugt ein Kernreaktor die Hitze, die zur Stromgewinnung benötigt wird?
  2. Wie kann ein Kernreaktor abgeschaltet werden?
  3. Warum muss man das Inventar eines Reaktors noch Tage, Wochen und Monate nach dem Abschalten kühlen?
  4. Welche Arten von radioaktiver Strahlung gibt es?
  5. ...

Diese und weitere Fragen beschäftigen viele Menschen in diesen Tagen.

In den Reaktoren in Japan laufen elementare physikalische Prozesse ab. Um die Dynamik dieser Vorgänge zu verstehen, muss man die grundlegende Physik betrachten und verstehen.

Das Institut für Naturwissenschaften und Mathematik (INM) sah sich in der Pflicht und erkannte hier einen klaren Bildungs- und Aufklärungsauftrag an der HTWG. Deshalb boten die Professoren Bernd Jödicke und Jürgen Sum schon kurz nach den Ereignissen in Japan eine Veranstaltung unter dem Titel

Aktuelle Stunde:

Physikalische Fragen rund um Kernreaktionen

- Informationen und Fragestunde zur Situation in Japan -
Mittwoch, 16. März 2011, 11:30 Uhr, Aula

an.

Der Einladung zu der Veranstaltung am 16. März 2011 folgten unerwartet viele Studierende und Beschäftigte der Hochschule. Bereits vor Beginn war die Aula mit über 400 Zuhörern hoffnungslos überfüllt; weitere Interessenten mussten weggeschickt werden. Aus diesem Grund wiederholten Prof. Jödicke und Prof. Sum die „Aktuelle Stunde“ am 23. März nochmals. Wieder kamen etwa 250 Personen und verfolgten die Ausführungen und Erklärungen zur Kernphysik mit großem Interesse.

Nach den Vorträgen bestand jeweils die Möglichkeit, Fragen zu stellen. Dies wurde von den Zuhörern auch rege genutzt. Die Qualität der Fragen zeigte klar, dass die Besucher der Veranstaltungen sich intensiv mit der Problematik auseinander gesetzt hatten.

Das  große Interesse an den Veranstaltungen hat gezeigt, dass das INM mit diesen „Aktuellen Stunden“ richtig und rechtzeitig auf die Bedürfnisse der Studierenden und der anderen Hochschulangehörigen reagiert hat. Damit konnte das Institut seinem Selbstverständnis als Lehrinstitut für naturwissenschaftliche und mathematische Grundlagen auch über die tägliche Lehre hinaus gerecht werden. 

(Bericht: J. Sum, Fotos: A. Ciupuliga, J. Sum)