Forschung

 

Institut für Strategische Innovation und Technologiemanagement - IST

Coliquio Wissensaustausch von Ärzten

Dass die Methodik und Infrastruktur des eArchitecture Labs der Hochschule, dem Labor für elektronisch gestützte Führungssysteme, nicht nur die anwenderzentrierte Produktentwicklung, sondern auch Innovation im Sinne von Kommerzialisierung und Unternehmensgründung unterstützen kann, zeigt das Beispiel coliquio. Mit fast 100.000 registrierten Ärzten aus 73 Fachgebieten zählt coliquio.de zu den führenden Online-Expertennetzwerken in Deutschland. Die Ärzte nutzen die Kommunikationsplattform zum Erfahrungsaustausch mit ihren Kollegen.

Ursprünglich als Abschlussarbeit zweier Wirtschaftsingenieur-Studenten angelegt, wurde es von der HTWG als Forschungsprojekt im Bereich strategisches Führungssystemmanagement gefördert. Nach fünf Monaten hatte die Kommunikationsplattform 1.100 registrierte Benutzer. Inzwischen ist coliquio eine GmbH und finanziert sich durch Marktforschung und die Dienstleistung Critical Incident Reporting System (CIRS) für Krankenhäuser.

Die Grundidee basiert auf einem Living Lab zum Wissensmanagement in Expertengruppen auf „Peer-to-Peer-Basis“. Ziel ist es, den Austausch von individuellem Erfahrungswissen auf sinnvolle und praxistaugliche Weise zu ermöglichen. Kernelement dabei ist es, ein Netzwerk gleichberechtigter Experten (Peers) zu schaffen, das den barriere- und zensurfreien Austausch untereinander ermöglicht. Schon während der Entwicklungsphase wurden Ärzte eingebunden um Struktur und Nutzbarkeit möglichst genau auf die Bedürfnisse der Ärzte abzustimmen.

In dieser Zusammenarbeit stellte sich die zeitnahe und effiziente Bereitstellung von Expertenwissen im Austausch zwischen Medizinern (peer-to-peer: Ärzte fragen – Ärzte antworten) als eine vielversprechende Anwendung der vorliegenden Konzepte und Prototypen heraus. Genutzt werden sollte dieser Austausch bei der Verbesserung der Qualität in der Gesundheitsversorgung, etwa im Sinne eines „Critical Incident Reporting System“ (CIRS) in Krankenhäusern. Dies eröffnete die Möglichkeit, eine auch ökonomisch viel versprechende Lösung zu entwickeln.

Aus dem Forschungsprojekt heraus gründeten die beiden ehemaligen Studenten schließlich die Coliquio GmbH.

Obwohl unsere Tätigkeit bei coliquio mit Maschinenbau nichts zu tun hat, war das WIM-Studium eine gute Vorbereitung.
Speziell folgende Punkte kommen uns zu Gute:

  • Strukturiertes und analytisches Herangehen an Problemstellungen
  • Wirtschaftliche Ausbildung essentiell für Unternehmensführung
  • Technisches Grundverständnis hilft auch bei Webtechnologien
  • Interdisziplinäre Denkweise wichtig bei Abgleich der wirtschaftlichen Unternehmensziele mit den technischen Möglichkeiten

Felix Rademacher
Gründer und Geschäftsführer