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Nachrichten aus der HTWG

25.06.15

Klassik und Klassisches sind nicht out

Experiment glänzend gelungen: 400 Zuschauer bejubeln die gemeinsame Inszenierung der Event-Produktion der Hochschule Konstanz und der Südwestdeutsche Philharmonie. Wer noch Karten für „Mittsommer“ haben will, sollte sich beeilen.

Was wird er in den Feuilletons beschworen und bejammert, der Tod der klassischen Musik wegen der Ignoranz der Jugend, die nur noch ihre E-Musik in den Ohren hat und das Edle und Erhabene nicht mehr hören will. Macht man es richtig, trifft das Gegenteil ein und ein überwiegend junges Publikum bejubelt in einer Konstanzer Diskothek die Aufführung eines klassischen Theaterstückes, das von einem Klassik-Orchester musikalisch begleitet wird. Die Event-Produktion der HTWG und die Südwestdeutsche Philharmonie haben das mit einer Adaption von Shakespeares gewagt und einen echten künstlerischen Coup gelandet.

Gut 400 Zuschauer erlebten bei der Premiere ein furios agierendes und vor Energie sprühendes studentisches Ensemble, das Shakespeares Komödie um die Irrungen und Wirrungen der Liebe in die Gegenwart gebeamt haben und mit eigenen Texten angereichert haben, so dass kritische und kluge Zeitbezüge zu aktuellen Debatten, etwa zu Transgender, über den Grenzen der Liebe und der Lust, aber auch über die Schönheit zwischenmenschlicher Beziehungen entstanden. Am Ende wusste man es: es war nie anders, es wird auch nie anders sein mit der Liebe, mit der Leidenschaft, mit der Begierde und der Eifersucht, mit dem Rausch und mit der Enttäuschung, mit der Ranküne und der Versöhnung. Mit der ewigen Frage, was verboten und was erlaubt ist. Nur die Nuancen ändern sich, verschoben vom jeweiligen Zeitgeist, mit dem dann entsprechend gehadert wird.

Hermia und Lysander, Demetrios und Helena, Puck, Feen, Götter, Könige, Handwerker, alle Protagonisten des Stücks agierten mit einer Spiellaune, die die Zuschauer regelrecht mitriss. Wer nicht wusste, dass die Studierenden die Inszenierung unter der Regie von Felix Strasser und seinem Assistenten Fridolin Weiner eigentlich nebenher im Studium generale zu Stande gebracht hatten, konnte meinen, dass eine Profitruppe agiert. Durchbrochen wurde ihr Spiel von ebenso mitreißenden Video-Einspielern – und den Stücken, unter anderem von Thierry Riley, George Bizet und Felix Mendelssohn-Bartholdy, von den Philharmonikern souverän und stellenweise mit augenzwinkernder Spiellaune dargeboten. Sie waren es, die die Verbindung zwischen alt und neu, zwischen Konzertsaal und Disko, zwischen DJ und Dirigent, wie einen Nervenstrang durch die Inszenierung gezogen haben. Am Ende wurden sie vom jungen Publikum gleichermaßen dafür bejubelt, die Schauspieler und Musiker. Absolut verdient.

Weitere Vorstellungen: 26. und 27. Juni, Beginn jeweils um 20.30 Uhr im Maex33, Max-Stromeyer-Straße 33, 78467 Konstanz.

Restkarten bei der SWP unter Telefon 07531/900816 (werktags von 9 - 12.30 Uhr) oder online hier.