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Nachrichten aus der HTWG

31.03.16

Als Arzt im Rechenzentrum

Der Arzt Peter Parys ist überzeugt, dass Informatik im Gesundheitswesen eine immer wichtigere Rolle einnehmen wird. Seit eineinhalb Jahren studiert er an der HTWG Gesundheitsinformatik - mit großer Begeisterung.

Sieben Jahre Studium der Humanmedizin, zwei Jahre Tätigkeit als Arzt – und dann zurück in den Hörsaal? Von Anatomie und Physiologie zu Programmiersprachen und Algorithmen? Für den heute 30-jährigen Peter Parys klingt das auch nach drei Semestern Gesundheitsinformatik nicht absurd. Er hat im Klinikalltag die große Bedeutung der Informatik in der Patientenversorgung erfahren. „Ich habe erlebt, dass viele Systeme nicht wirklich benutzerfreundlich sind und dachte mir oft: Das geht besser“, erinnert sich der gebürtige Stuttgarter, der sich seit seiner Schulzeit mit Informatik beschäftigt. Während des Studiums der Humanmedizin war er bereits an einem Forschungsprojekt beteiligt, das die Anwendung von IT zu wissenschaftlichen Zwecken untersuchte, daneben war er beratend für Praxen und Apotheker tätig. Medizin und Informatik sind für ihn keine sich widersprechenden Disziplinen – ganz im Gegenteil.

Sein Wunsch ist es, für Patienten, Ärzte, Pflege und Verwaltung den Alltag im Gesundheitssystem zu erleichtern. „Dazu muss man die Anwenderseite kennen und deren Sprache sprechen“, so Parys. Schließlich müsse man als Informatiker auch berücksichtigen, dass bei vielen Ärzten und Pflegekräften wie auch Patienten Skepsis, wenn nicht gar Unsicherheit und Angst vor neuen Technologien vorherrscht. Dessen sind sich die Lehrenden des Studiengangs bewusst: „Gesundheitsinformatiker sollten sich als Dolmetscher und Brückenbauer verstehen“, betont Studiengangsleiter Prof. Dr. Stefan Sohn, der selbst über 20 Jahre Berufserfahrung als Gesundheitsökonom gesammelt hat.

Für den derzeit in Teilzeit praktizierenden Arzt Peter Parys bietet der Studiengang Gesundheitsinformatik der HTWG genau das, was er sich auf der Anwenderseite wünscht. Hier werden kompetente Informatiker für die Schnittstelle zwischen Anwendern und Technik ausgebildet. So werden neben technischen Grundlagen medizinische Terminologie, volks- und betriebswirtschaftliche wie auch juristische Inhalte gelehrt. Damit hat der Studiengang auch ein Alleinstellungsmerkmal. Er grenzt sich beispielsweise von der Medizintechnik ab, die sich eher auf die technischen Geräte fokussiert.

Peter Parys sieht in dem Studiengang eine zukunftsweisende Richtung: „Das Gesundheitswesen ist die größte Branche in Deutschland und bietet ein ganz besonderes Umfeld mit sich ständig wechselnden Rahmenbedingungen.“ Der medizinische Fortschritt wie auch politische Schwerpunktverschiebungen spiegelten sich in den technischen Anwendungen wider. „Im Grunde kann man in jeder Legislaturperiode eine neue Software schreiben“, sagt er lachend.

Peter Parys hat den Arztkittel nicht an den Nagel gehängt. Mehrmals im Monat leistet er in einer psychiatrischen Klinik Nachtdienste. Danach komme er immer wieder motiviert zur Hochschule zurück, denn er ist überzeugt: „Die Informatik ist so weit gereift, dass man mit ihrer Hilfe noch sehr viel im Gesundheitswesen verbessern kann.“ Sein Professor Renato Dambe sieht noch ein weiteres Argument für den Studiengang: „Das Medizinstudium ist sicherlich einer der spannendsten Studiengänge, die es gibt. Aber nicht jeder hat die Möglichkeit und den Wunsch, Medizin zu studieren. Das Studium der Gesundheitsinformatik bietet die Möglichkeit, sich mit medizinischen Themen zu beschäftigen, ohne gleich ein komplettes Medizinstudium absolvieren zu müssen.“ (aw)

Der Studiengang Gesundheitsinformatik (GIB) an der HTWG:
Der Studiengang Gesundheitsinformatik ist einer der jüngsten der HTWG. Er ist zum Wintersemester 2012/13 gestartet. In einem Neubau am Seerhein stehen den Studierenden Labore und Gruppenarbeitsräume zur Verfügung, die ihnen das Lernen in Kleingruppen und Projekten ermöglichen. Eine Besonderheit dieses Studiengangs ist die unmittelbare Abstimmung der Studieninhalte mit Krankenhäusern, Klinikketten und Medizinprodukte-Herstellern, die dringend auf spezialisierten Nachwuchs warten. Experten aus dem Gesundheitssektor stehen zu aktuellen Themen der Gesundheitsinformatik zur Verfügung. Ein Fachbeirat ist bei der Entwicklung des Studienangebots aktiv involviert.

In dem Studiengang stehen jährlich 42 Studienplätze zur Verfügung. Er umfasst sieben Semester, inklusive eines integrierten Praxissemesters im fünften Semester. Voraussetzung für die Zulassung zum Studium ist das Abitur bzw. die Fachhochschulreife oder ein äquivalenter Abschluss. Studienleistungen können im Ausland, zum Beispiel an einer Partnerhochschule der HTWG, erbracht werden. Es ist auch möglich, das praktische Studiensemester oder die Bachelorarbeit im Ausland zu absolvieren.
Bewerbungsschluss für das Wintersemester ist der 15. Juli 2016.
Weitere Informationen im Internet zum Studiengang Gesundheitsinformatik.

 

Der Arzt Peter Parys studiert an der HTWG Gesundheitsinformatik.