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Nachrichten aus der HTWG

14.06.16

Auf der Suche nach dem Jenseits

Mit einer großartigen Inszenierung macht das HTWG-Theater wieder von sich reden. Von Studierenden konzipiert und gespielt, nehmen die „Geschichten aus dem Jenseits“ die Zuschauer auf eine faszinierende Reise mit.

Am Ende ist es wie bei Shakespeare. Die Meisten tot, die übrig Gebliebenen gezeichnet für den Rest ihrer Tage. Bis es dazu kommt, kämpfen, mühen, streiten und wühlen sich die Protagonisten durch einen Wust von Machtkämpfen, Intrigen, zerstörten Hoffnungen und zweifelhaften Siegen, die sie immer stärker zeichnen als vergängliche Wesen des Diesseits, die von einem Jenseits träumen, in dem alle Müh verflogen ist und eines jeden Wünsche sich in einem erhofften Raum offenbaren.

Doch was, wenn man erst gar nicht warten kann um zu erfahren, wie es im Jenseits ist? Das ist, grob umrissen, der Plot der aktuellen Inszenierung des HTWG-Theaters, die auf ein Märchen basiert, das Student Victor Venz verfasst hat. Es geht darin um gnadenlose Königin, die alles und jeden kontrollieren will. Selbst das nicht Kontrollierbare. Gehindert wird sie daran von einem Drachen, der sie in den Grenzen ihres Reiches zwingt. So sucht sie sieben Recken aus, stattet sie mit einer todbringenden Waffe aus uns schickt sie los, um den Rivalen auszuschalten und ihm den Spiegel abzunehmen, mit dem man ins Jenseits blicken kann.

Das Ensemble, das so stark wie bisher noch nie das Stück entwickelt hat, agiert entfesselt, manchmal wie ein einziges Wesen, das vor Kraft nur so strotzt. Zeitweise wirbelt die dadurch entfesselte Energie spürbar über die Zuschauer hinweg, auch weil die Choreografie und die körperliche Präsenz einen förmlich mitreißt, ohne jedoch aggressiv zu wirken. Hinzu kam bei der Premiere, dass wegen Regens nicht, wie ursprünglich geplant, im Freien gespielt werden konnte, und dadurch im kahlen Proberaum eine große Unmittelbarkeit entstand – bei vollem Licht und ohne Lichteffekte, ohne großartige Kulissen. Und wenn sich am Ende des Stückes herausstellt, dass man zwar durch einen erbeuteten Spiegel ins Jenseits blicken kann, aber von der erhofften Wunderwelt enttäuscht wird, ist dies auch eine Botschaft an unser heutiges Diesseits: Der gierige Kampf um alles zu sehen, alles zu kontrollieren, alles zu haben und alles zu beherrschen endet in tödliche Langeweile. Die Studierenden haben diese Parabel brilliant vor Augen geführt. Felix Strasser ist hoch anzurechnen, dass er das Projekt behutsam begleitet hat, ohne groß in die Entwicklungsarbeit, angefangen vom Konzept über die Kostüme bis hin zum Spielfluss, einzugreifen. Eine spielfreudige Band und Einspieler zum Thema Jenseits flankieren das Spiel. ac

Die Inszenierung, die noch am Dienstag, den 14., Donnerstag, den 16., Freitag, den 17. und Samstag, den 18. Juni gezeigt wird, ist eigentlich ausverkauft. Restkarten gibt es an der Abendkasse. Beginn ist jeweils um 21 Uhr.