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Nachrichten aus der HTWG

20.04.17

Mit Antrieb in die Zukunft – aber mit welchem?

Der Fahrzeugmarkt ist im Wandel: Die Kritik an Verbrennungsmotoren wird genauso wie der Ruf nach alternativen Antriebsmethoden immer lauter. Welches Wissen werden künftig Ingenieure benötigen, um den Wandel mitzugestalten? Antworten darauf gab der diesjährige Hochschultag Maschinenbau unter dem Titel „Elektromobilität – Herausforderung für den Maschinenbau“.

Zeitgleich mit der Eröffnung der größten Automobilmesse der Welt in Shanghai diskutierten Lehrende und Studierende an der HTWG einige Tausend Kilometer weiter westlich über die Zukunft des Autos. Während in der chinesischen Wirtschaftsmetropole die großen Autohersteller ihre neuesten Fahrzeugmodelle mit alternativen Antriebsmethoden präsentierten, fragten sich die Besucher des diesjährigen Maschinenbautags, welchen Herausforderungen sich Ingenieurinnen und Ingenieure bei Autozulieferern und –herstellern bei der steigenden Nachfrage nach Hybrid- und Elektrofahrzeugen künftig werden stellen müssen. „Sie werden weiter einer Gemengelage zwischen Politik, Emotion sowie Kosten- und Termindruck ausgesetzt sein“, blickte Fakultätsdekan Prof. Dr. Klaus Schreiner voraus. Daneben sei der gekonnte Einsatz technischer Entwicklungen gefordert, die durch die Digitalisierung möglich sind. Und, so ergänzte HTWG-Präsident Prof. Dr. Carsten Manz, selbst Maschinenbau-Ingenieur: „Die Grenzen zwischen Mechanik, Elektrotechnik und Informatik verschwinden immer mehr.“

 

Dekan Prof. Dr. Klaus Schreiner eröffnete den Hochschultag Maschinenbau 2017, der unter dem Motto "Elektromobilität - Herausforderung für den Maschinenbau" stand.

Der HTWG-Präsident bescheinigte den Maschinenbau-Absolventen beste Berufsperspektiven: Der Personalbedarf sei hoch und werde weiter steigen, wenn die Jahrgänge der Babyboomer nach 2020 in den Ruhestand eintreten. Und schließlich seien die HTWG-Absolventen für die Zukunft gewappnet: Die Hochschule gebe ihren Absolventen das nötige Fachwissen für die Gestaltung des Wandels mit. Interdisziplinäre Zusammenarbeit wird schon lange nicht nur innerhalb des Curriculums gefordert. Auch Projekte wie das Bodensee Racing Team (jährlich Bau eines Rennwagens für die Teilnahme bei Rennen der Formula Student), das Team eLaketric (Entwicklung eines Rennmotorrads mit Elektroantrieb) oder das Open Innovation Lab (offen für alle Hochschulangehörige) sind Angebote, die dank der fachübergreifenden Zusammenarbeit nicht nur Aha-Erlebnisse provozieren, sondern auch viel Spaß machen.

Während China mit enormem Nachdruck und entsprechenden finanziellen Anreizen die Stärkung der Elektromobilität forciert, ist der Erfolg der Elektromobilität in Deutschland bisher auf die Radwege beschränkt, wo immer mehr E-Bikes unterwegs sind. Doch auch hier steigt der Druck auf die Autohersteller und Zulieferer. Die Sicht der Zulieferer stand im Mittelpunkt des Vortragsprogramms des Maschinenbautags: Dr. Bernd Vahlensieck, Leiter Antrieb in der Entwicklungsabteilung von ZF Friedrichshafen AG, betrachtete die Aussage „E-Mobilität - Treiber für den Wandel“, Philipp Matt, Leiter der Vorentwicklung im Competence Center E-Mobility bei der Thyssen Krupp Presta AG stellte „Mechanik und Elektrik-Elektronik-Entwicklung als Abenteuer, Entwicklungstreiber und Erfolgsfaktor“ vor. Dr. Uwe Maier, Leiter Vorentwicklung bei der ElringKlinger AG, sprach zu „Elektromobilität – Chance und Herausforderung für die Zulieferindustrie“.

Parallel dazu präsentierten sich rund 40 Firmen den Studierenden als potentielle Arbeitgeber. Diese nutzten das Angebot, Kontakte für Praxissemester, Projekt- oder Abschlussarbeit zu knüpfen. (aw)

 

Elektromobilität der anderen Art: Bei der Firmenkontaktmesse präsentierten sich knapp 40 Firmen den Studierenden als potentielle Arbeitgeber.