»So viele Chancen wie noch nie« – Prof. Michael Erlhoff motiviert Absolventen

- Voll besetzte Reihen zur Abschlussfeier der Kommunikationsdesigner.
Mangelndes Selbstbewusstsein wird man ihm, dem Festredner, nicht vorwerfen können. Prof. Dr. Michael Erlhoff, Gründer der Köln International School of Design, schickte die Konstanzer Absolventen mit einem flammenden Plädoyer auf ihren weiteren Lebensweg: Mehr Selbstbewusstsein, mehr Mut und auch mehr Risikobereitschaft solle sich die Branche aneignen, so Erlhoff bei der Abschlussfeier für die Absolventen des Sommersemesters. Schließlich vertrete man bereits seit Jahren Qualitäten, die andernorts erst jetzt entdeckt würden – fächerübergreifendes Denken zum Beispiel. Gerade in der Verbindung von Theorie und Praxis liege die Stärke der Designer, im Überbrücken des scheinbaren Widerspruchs von Denken und Handeln die integrative Kraft des Designs.
Scheitern lernen
Statt ein »wunderbares Leben als Pixelschieber« zu führen sollten sich die Absolventen lieber aufmachen, um gesellschaftliche Prozesse zu gestalten, Einfluss zu nehmen, und sie sollten ständig bereit sein, sich selbst und ihren Beruf neu zu erfinden. »Sie schaffen sich ihren Beruf, sie gestalten ihr Leben«, so Erlhoff, der ohne Manuskript angereist war und frei vor den Studenten sprach. Und auch für den Fall, dass dieses Leben nicht ohne Hindernisse verlaufen wird, ist Erlhoff vorbereitet: »Lernen Sie auch das Scheitern«, lautet die inständige Empfehlung. Nicht zuletzt berge gerade das Missverständnis oft das größte kreative Potenzial.
Internationale Kompetenz
Rüstzeug für eine hoffentlich rosige Zukunft in einem Fachgebiet, das sich vor allem auch durch hohe internationale Kompetenz auszeichnet. Doch Erlhoff blickt nicht furchtsam nach China und in die arabischen Länder, wo Design-Studiengänge boomen. Zum einen habe man in Deutschland viele Stärken entwickelt, zum anderen sei der Bedarf des Marktes an den speziellen Fähigkeiten von Designern enorm.
Zusätzlich versehen mit ein wenig Geduld, ein wenig Frustrationstoleranz, mit der Fähigkeit zu Selbstkritik und der Tugend, die Menschen ernst zu nehmen, könne man so mehr als optimistisch auf das Berufsleben blicken. Das berge »so viele Chancen wie noch nie«. Und das hören Absolventen natürlich besonders gerne.
Erfolgreiches Semester
Schließlich waren die Jungdesigner in Feierlaune: Mit launigen Kommentaren von Andreas Bechthold wurden die einzelnen Arbeiten gewürdigt, Dekan Valentin Wormbs überreichte Urkunden und Präsente. Zuvor hatte Volker Friedrich auf ein bewegtes und erfolgreiches Semester zurückgeblickt und sich bei Professoren, Mitarbeitern und Studenten für die gute Zusammenarbeit bedankt. Erstmals gebe es bei den Kommunikationsdesignern eine Fachschaft, seit kurzem auch eine neue Homepage – und mit dem »Tag der Master« am 25. Juli stehe zum Semesterende ein letzter Höhepunkt ins Haus. Ein Novum wurde besonders herzlich gefeiert: der Auftritt der »KD Band«, die die Feier musikalisch umrahmte.

