Forschung

 

Institut für Strategische Innovation und Technologiemanagement - IST

Forschungsprojekt: "Excubation" teil-autonomer Unternehmerteams

Excubation ist ein kooperatives Forschungsprojekt der Hochschule Konstanz und verschiedenen Partnern aus der Industrie. Zum Ziel hat dieses Forschungsprojekt die Entwicklung einer modularen Methodik und Lösung zur Implementierung transformationeller Innovationsinitiativen in Technologieunternehmen.

Baden-Württemberg gilt als einer der führenden Technologiestandorte in Deutschland und Europa. Geprägt durch eine Unternehmenslandschaft  von global agierenden Konzernen wie Daimler, Bosch oder SAP und hochspezialisierten klein- und mittelständischen Unternehmen (Hidden Champions), welche zu den führenden Anbietern der jeweiligen Branchen zählen. Der Erfolg dieser Unternehmen ist vor allem auf deren Knowhow und Innovationskraft zurückzuführen. Im Mittelpunkt steht die sogenannte organisationalen Ambidextrie, welche die Herausforderung von Unternehmen beschreibt, auf der einen Seite die bestehenden Geschäfte effizient zu optimieren und auf der anderen Seite neue transformationelle Geschäftsfelder aufzubauen. Diese Fähigkeit ist essenziell um eine nachhaltige Wettbewerbsfähigkeit gewährleisten zu können.  

Um diese Herausforderungen auch in Zeiten der Digitalisierung meisten zu können fördert das Landesministerium Baden-Württemberg für Bildung und Wissenschaft das Projekt Excubation im Zeitraum vom 01. Juli 2014 – 30. Juni 2016. Hinter dem Begriff Excubation verbirgt sich ein alternatives Innovationmodell das mit teil-autonomen Unternehmerteams arbeitet. Dieses Modell beschreibt den temporären Spin-Off dieser Teams in der „Start-Up“ Phase, sowie abhängig vom Strategic Fit eine Reintegration in Mutterorganisation (Spin-In) oder die Weiterführung als Eigenständiges Unternehmen (Spin-Out). Ein besonderer Vorteil dieser Methode ist die Minimierung des Innovationsrisikos für das Unternehmen sowie eine generelle Risikominimierung für die Mitglieder des teil-autonomen Teams.  Zudem kann verhindert werden, dass Innovationen durch die Trägheit und Beständigkeit der fixen Strukturen und Routinen von großen Unternehmen sich nicht entfalten können.

Im Mittelpunkt dieses Forschungsprojektes steht ein tieferes Verständnis der Arbeitsweise und förderlichen Rahmenbedingen von teil-autonomen Unternehmerteams. Da in der Praxis eine Vielzahl an unterschiedlichen Implementierungsvarianten zu finden ist, wird zusätzlich eine Matching zwischen den Organisationsformen und strategischen Zielsetzungen des Mutterunternehmens untersucht. Auf Grund der Komplexität dieser Thematik wurde für die Untersuchung eine Serie an Experteninterviews gestartet. Die Befragung umfasst Ansprechpartner im Management auf Seiten der Mutterorganisation, dem Corporate Entrepreneur als Leiter teil-autonomer Teams und Mitgliedern dieser Teams. Durch das gesamtheitliche Untersuchungsdesign werden besonders wertvolle Daten gewonnen, welche die Entwicklung einer modularen Methodik und Lösung zur Implementierung transformationeller Innovationsinitiativen ermöglichten.