Exkursion nach Bozen vom 10.-14.12.2008
Vom 10. -14. Dezember 2008 nahm eine Gruppe von etwa 20 AS-Studierenden an einer Exkursion in die autonome Provinz Bozen - Südtirol teil, um sich dort vier Tage lang intensiv mit internationalen Rechts- und Marketingthemen zu befassen. Zu den Höhepunkten der von den Professoren Bakker und Hassemer gemeinschaftlich organisierten Exkursion zählten der Besuch des Bozener Merkantilgerichtsmuseums und des Südtiroler Landtags.
Nach einer schneereichen Anfahrt folgte ein intensives Programm aus Präsentationen der Studierenden zu verschiedenen Themen der Rechtsvergleichung, darunter beispielsweise das Steuerrecht oder das neue chinesische Sachenrecht. Besonders hervorzuheben ist Präsentation der Ergebnisse eines fächerübergreifenden Projektes zum Thema "Marketing Compliance", bei der die vier Projektteilnehmer eine internationale Marketingkampagne entwickelten und diese in verschiedenen Beispielmärkten hinsichtlich der jeweiligen Rechtslage verprobten.
Trotz des stärksten Schneefalls in Südtirol seit mehr als 20 Jahren folgte die Gruppe am dritten Tag einer Einladung des Südtiroler Landtags zu einer Besichtigung. Der Historiker und Abgeordnete der Grünen Fraktion Dr. Hans Heiss erläuterte die Geschichte und aktuelle Situation der autonomen Provinz Bozen - Südtirol und stand in einer anschließenden Diskussion Rede und Antwort.
Nach spontaner Einladung durch die Landtagsverwaltung berichtete Dr. Günther Cologna über die enge Kooperation der Europäischen Akademie Bozens mit der tibetischen Exilregierung in Dharamsala. Cologna war mehrere Jahre Präsident der italienischen Tibethilfe und pflegt enge Kontakte zum Dalai Lama. Die tibetische Exilregierung sieht die erfolgreich gelebte Autonomie Südtirols als einen möglichen Ausweg zur friedlichen Versöhnung mit der Volksrepublik China.
Der Besuch des Merkantilmuseums Bozen am letzten Tag der Exkursion machte Rechtsgeschichte lebendig und anschaulich. In den Räumen des barocken Handelsgerichtsgebäudes erhielten die Teilnehmer einen Eindruck von der Effizienz dieses für Europa wegweisenden Gerichtshofes. Kaufleute verhandelten hier ab dem frühen 17. Jahrhundert zu Messezeiten in Eigenregie ihre Handelskonflikte mit Hilfe von nie länger als zwei Tage dauernden mündlichen Schnellverfahren.






