Fakultäten

 

Wirtschafts-, Kultur- und Rechtswissenschaften

Studien- und Dienstleistungsangebote/Forschung

Forschung

Im Bereich der Forschung ist die Fakultät mit einem weit gespannten Portfolio kontinuierlich bearbeiteter Themen vertreten. Mit der Gründung des Konstanz Institut für Corporate Governance (KICG), in das das bereits seit 1996 existierende Konstanz Institut für Wertemanagement (KIeM) unter der Leitung von Prof. Peter Franklin integriert ist, ist die Institutionalisierung eines für die Fakultät profilbestimmenden Forschungsbereiches gelungen.

KICG

„Das Konstanz Institut für Corporate Governance hat sich zum Ziel gesetzt, die betriebswirtschaftlich-juristische Forschung auf dem Gebiet der Corporate Governance durch die ganzheitliche Expertise seiner Mitglieder zu vertiefen und zu fördern sowie durch den Bezug zur Forschung erstklassigen Studienbedingungen an der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Hochschule Konstanz beizutragen.“ (Auszug aus der Selbstbeschreibung des KICG)

Ein Leuchtturm der Forschungsaktivitäten der Fakultät liegt im Bereich „Corporate Governance“, gebündelt in dem im Jahr 2008 gegründeten Konstanz Institut für Corporate Governance. Seit dem Jahr 2009 wird das Institut von Institutsdirektor Prof. Dr. Stephan Grüninger geleitet. Das KICG ist eine zentrale wissenschaftliche Einrichtung der Hochschule, die geistige Heimat der in diesem Institut zusammen geschlossenen Professoren ist die Fakultät für Wirtschafts-, Kultur- und Rechtswissenschaften.

Die Thematik der “Corporate Governance” hat in den letzten Jahren enorm an Wichtigkeit gewonnen und ist von zentraler und integrierender Bedeutung für die Praxis der Führung und Überwachung von Unternehmen. Dies gilt sowohl auf nationaler als auch auf internationaler Ebene. Dabei ist der Begriff nicht allein in dem engen Sinne der Kontrollfunktion (Monitoring, Legal Compliance, Risk Management, Anti-Fraud Management etc.) zu verstehen. Vielmehr geht es um den erweiterten Begriff der Corporate Governance, nämlich der Führung (leadership), Steuerung (management) und Kontrolle (monitoring) des Unternehmens im Sinne einer verantwortungsvollen und integeren Unternehmensleitung, wie sie auch im Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK) gefordert wird. Auch der Begriff der Verantwortung ist dabei in all seinen Facetten – ökonomisch, rechtlich, sozial – zu verstehen. Die gelingende Simultanität der genannten drei Dimensionen ist die entscheidende Bedingung einer „Good Corporate Governance“.
Diesem umfassenden Verständnis entspricht die Relevanz und Ausrichtung der internationalen wissenschaftlichen Forschung im KICG auf diesem Gebiet. Interdisziplinarität – Economics, Law, Organizational Theory, Management, Business Ethics – ist ein grundlegender Aspekt der Forschungstätigkeit. Zahlreiche Professoren der Fakultät sind Mitglieder im KICG und bearbeiten das Forschungsthema aus unterschiedlichen Blickrichtungen und mit ihren jeweils verschiedenen wirtschafts- und rechtswissenschaftlichen Expertisen. In das KICG integriert ist das bereits seit 1996 existierende Konstanz Institut für WerteManagement (KIeM) unter der Leitung von Prof. Dr. habil. Josef Wieland. Die Arbeitsschwerpunkte des KICG bilden die folgenden fünf Bereiche:

  • Theorie der Corporate Governance
  • Compliance und Fraud Risk Management 
  • Legal Compliance
  • Financial Risk, Controlling & Tax
  • Internationale Aspekte der Corporate Governance

Aktuell wurde u.a. für den Zeitraum 2012 bis 2013 ein Forschungsprojekt zum Thema „Leitlinien für das Management von Organisations- und Aufsichtspflichten“ unter der Leitung von Prof. Dr. Stephan Grüninger eingeworben. An dem vom BMBF geförderten Projekt wirken zahlreiche namhafte Projektpartner aus Industrie,  Unternehmens- und Rechtsberatung mit. Die Studierenden können über den im Masterstudiengang “Unternehmensführung” wählbaren Bereich “Corporate Governance & Compliance” sowie Abschlussarbeiten direkt an der Forschungsarbeit und den Forschungsergebnissen teilhaben.


Nachhaltigkeit

In den letzten Jahren hat sich sowohl in der BWL als auch in der VWL eine allgemein akzeptierte Nachhaltigkeitsforschung etabliert. In der VWL versteht man darunter häufig die sog. „Glücksökonomie“; dabei geht es um die Weiterentwicklung der Kriterien des Bruttosozialprodukts in Richtung auf ein qualitatives Wachstum. In der BWL hingegen hat sich der Begriff Nachhaltigkeitsmanagement eingebürgert, worunter die Verwirklichung ökologischer, sozialer und ökonomischer Nachhaltigkeit in allen Funktionsbereichen (strategische Planung, Rechnungswesen, Controlling, Logistik und Vertrieb, Einkauf, Produktion, Personalwesen, Marketing, F&E) zu verstehen ist.
Dieser Forschungsansatz ist zwar mit Unternehmens- und Wirtschaftsethik nicht identisch, verfolgt aber eine ähnliche Zielrichtung. Im Nachhaltigkeitsmanagement geht es um die Effizienz aller Prozesse des Unternehmens.
In diesem Sinne passt dieser Forschungsschwerpunkt hervorragend zum Masterprogramm „Unternehmensführung“ und insgesamt auch zum generalistischen Ansatz der Konstanzer BWL.
In den nächsten Jahren wird es darum gehen, ggf. die Studieninhalte an die gegenwärtige wissenschaftliche Diskussion anzupassen, und um die Frage, ob das Nachhaltigkeitsmanagement aus den genannten Gründen eine passende Ergänzung der Forschungsschwerpunkte der Fakultät sein kann.


Institut für Unternehmensrecht

Das Heilbronner Institut für Unternehmensrecht, dessen Konstanzer Dependance von Prof. Dr. Oliver Haag geleitet wird, führt Forschungsvorhaben zu aktuellen Themen aus dem Bereich des Unternehmensrechts durch und ist publizistisch aktiv. Das Institut versteht sich als „Think-Tank“ für alle rechtlichen Fragestellungen rund um die Unternehmensführung, wobei der Schwerpunkt auf dem Bereich der klein- und mittelständischen Unternehmen liegt.


Nicht - institutionalisierte Forschung
Einige ProfessorInnen der Fakultät verfolgen auch außerhalb der Institute spannende Forschungsfragen. Zu nennen sind dabei aktuell

  •  Prof. Dr. Christian Krekeler

Netzwerke für Studium und Beruf
Im vom DAAD geförderten Forschungs- und Entwicklungsprojekt werden modellhaft Strukturen zur Integration ausländischer Studierender geschaffen und evaluiert.

Projekt Schreibberatung für Studium und Beruf
Die Einrichtung einer Schreibberatung an der Hochschule Konstanz wird mit dem IQF-Programm des Wissenschaftsministeriums gefördert. Das Projekt wird fakultätsübergreifend im Rahmen des Instituts für professionelles Schreiben von Prof. Dr. Gabriele Thelen (WS), Prof. Dr. Christian Krekeler (WS) und Prof. Dr. Volker Friedrich (Fakultät Architektur und Gestaltung) durchgeführt und wissenschaftlich begleitet. Fragestellungen sind die Effektivität von Beratungsgesprächen sowie die Gemeinsamkeiten des beruflichen und wissenschaftlichen Schreibens.

Feedback und Lernen
Wie Feedback das Lernen unterstützen kann, wird von Prof. Dr. Christian Krekeler untersucht. Untersuchungsgegenstand ist der Erwerb der produktiven Fremdsprachenkompetenz (Schreiben, Aussprache) im Unterricht sowie mit multimedialen Lernprogrammen. Das Projekt wird mit SRP-Mitteln der Hochschule Konstanz unterstützt.

  •  Wirtschaftsrecht - Datenbanksystem durch Prof. Dr. Susanne Engelsing

Gefördert vom Professorinnenprogramm des Bundes und der Länder, das zum Ziel hat, die Gleichstellung von Frauen auf allen Qualifikationsstufen im Wissenschaftssystem nachhaltig zu verbessern und die Anzahl der Wissenschaftlerinnen in den Spitzenfunktionen im Wissenschaftsbereich zu steigern, arbeitet Prof. Dr. Susanne Engelsing aus dem Studiengang WRB an einem Projekt mit dem Arbeitstitel „Wirtschaftsrecht-Datenbanksystem“. Am Ende dieser Projektarbeit soll eine voll funktionsfähige Software stehen, mit der Wirtschaftsunternehmen ihre internationalen Gewerblichen Schutzrechte managen können. Außerdem sollen Studierende - beispielsweise des Studiengangs Wirtschaftsrecht in der Vertiefungsrichtung „Gewerblicher Rechtsschutz“ - unter Anwendung dieser Software lernen, wie in der Praxis strategische Entscheidungen in Bezug auf Gewerbliche Schutzrechte getroffen werden. Das Projekt weist Anknüpfungspunkte zur Fakultät Informatik und zum Studiengang Kommunikationsdesign auf, weshalb auch das dort vorhandene spezifische Know-how in die laufende Projektarbeit eingebunden werden kann.

  • Servicemanagement in Industrieunternehmen durch Prof. Dr. Stefan Schweiger

In diesem Themenfeld wird anwendungsnahe Forschung sowie Wissens- und Technologietransfer im Kontext erklärungsbedürftiger bzw. technologieintensiver hybrider Produkte durchgeführt. Das Tätigkeitsspektrum umfasst die Weiterentwicklung wissenschaftlicher Konzepte sowie den Know-How-Transfer im Rahmen von Analysen, Konzepten und Umsetzungsbegleitungen zur Optimierung von Servicestrategien, hybriden Produkten, Servicestrukturen (Aufbau- und Ablauforganisation) sowie -logistik.
  

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