Forschung

 

Forschungsreferat

 

Auf Initiative der Internationalen Bodensee-Hochschule IBH und der Internationalen Bodensee Konferenz (IBK) wurden IBH-Labs ins Leben gerufen. Hierbei handelt es sich um Forschungs- und Innovationsnetzwerke von Hochschulen und Praxispartnern aus Wirtschaft und Gesellschaft. Sie leisten einen nachhaltigen Beitrag zur Förderung des Wissens-. Innovations- und Technologietransfers und damit zur Standortattraktivität der Bodenseeregion. Die Förderung der IBH-Labs erfolgt aus Mitteln des Interreg V-Programms Alpenrhein-Bodensee-Hochrhein.

Die thematische Ausrichtung der IBH-Labs orientiert sich an regional relevanten Themen und den Entwicklungspotenzialen der Bodenseeregion. Die IBH-Mitgliedshochschulen starteten 2017 mit Praxispartnern folgende IBH-Labs:

  • IBH Living Lab Active an Assisted Living
  • IBH-Lab KMUdigital
  • IBH-Lab Seamless Learning

Das IBH-Lab KMUdigital unterstützt klein- und mittelständische Unternehmen (KMU) in der Bodenseeregion bei der Bewältigung, Umsetzung und Implementierung der rasant fortschreitenden industriellen Digitalisierung.

Sieben Konsortialpartner aus drei Ländern erarbeiten dafür anwendungsorientierte Antworten auf die Fragen:

  • Wieviel Digitalisierung muss in den Mittelstand?
  • Wieviel Digitalisierung passt in den Mittelstand?

Zur Beantwortung dieser Fragen wird ein interdisziplinärer Ansatz angestrebt: Technische Überlegungen sind zwar notwendig, aber nicht ausreichend. Vielmehr geht es um die technologische Gestaltung, Integration und Optimierung von einerseits unternehmensinternen Organisationsstrukturen, -prozessen und Kompetenzen sowie andererseits unternehmensübergreifenden Geschäftsprozessen zusammen mit Kunden, Lieferanten und Partnern sowie die Entwicklung von Smart Products, welche aktiv in die Prozessteuerung integriert sind und technologiegestützte Dienstleistungen zur Umsetzung innovativer Geschäftsmodelle ermöglichen. Genau so wie die Digitalisierung in der Praxis eine übergreifende Herausforderung ist, ist auch eine disziplinenübergreifende Bearbeitung aus wissenschaftlicher Perspektive essentiell.

Langfristig wird durch den technologie- und Know-how-Transfer die internationale Bodenseeregion als einer der wettbewerbsfähigsten und dynamischsten Wirtschaftsräume Europas gesichert.

Auf Basis der bestehenden Förderungen können bis zu sechs Einzelprojekte im Rahmen des IBH-Labs KMUdigital durchgeführt werden. Die ersten drei Projekte starteten im Januar 2017:

  • Digitale Agenda Bodensee (DAB)
  • Nutzenbasierter Digitalisierungsnavigator (DigiNav)
  • Internationale Musterfabrik Industrie 4.0 (i4Production)

Digitale Agenda Bodensee (DAB)

Die Digitalisierung wirkt sich sowohl auf organisatorische Bereiche, wie Investitionsvolumina, Personalqualifizierung, Gewinnung von Fachkräften und Organisationsstrukturen aus, als auch auf die Unternehmensumwelt, wie politische, rechtliche, infrastrukturelle und kompetenzfördernde Rahmenbedingungen. In dem Einzelprojekt DAB sollen genau diese Herausforderungen mit den relevanten Stakeholdern umfassend bearbeitet werden. Darauf aufbauend sollen Rahmenbedingungen entwickelt werden, um den KMU eine bestmögliche Infrastruktur für Innovationen, intelligente Weiterbildungsmaßnahmen und eine erfolgreiche digitale Transformation bieten zu können. Die aktive Gestaltung dieser Rahmenbedingungen gelingt über einen interdisziplinären und länderübergreifenden Wissensaustausch der beteiligten Hochschulen, insbesondere im engen Dialog mit den KMU.

Nutzenbasierter Digitalisierungsnavigator (DigiNav)

Die Transformationen, die von Digitalisierung und Industrie 4.0 induziert werden, sind vielfältig. Es gibt technische, betriebswirtschaftliche, rechtliche, menschliche und politische Aspekte. Innerhalb des Projektes DigiNav wird ein Vorgehen für die systematische Erhebung, Analyse, Priorisierung und Umsetzung der Digitalisierungspotenziale in KMU entwickelt. Dabei stehen insbesondere der betriebswirtschaftliche Nutzen sowie der ganzheitliche Beitrag zum Geschäftserfolg im Fokus.

Ergebnis des Projektes wird eine Situationsanalyse, Potenzialanalyse und Bewertung unter den Gesichtpunkten Kosten, Nutzen, Risiken, technologische Machbarkeit, Wettbewerb und soziale Auswirkungen sein, anhand derer Unternehmen praktische Handlungsempfehlungen ableiten können.

Internationale Musterfabrik Industrie 4.0 (i4Production)

Ziel ist die Entwicklung und Simulation einer international vernetzten Prozesslandkarte 4.0 auf Basis dreier vernetzter Modellfabriken. In einem gemeinsamen, standardisierten Automatisierungskonzept wird in der vernetzten Modellfabrik ein cyber-physisches System (CPS) in Form eines Modellfahrzeuges produziert, das durch den Kunden in diversen Varianten zusammengestellt oder individuell konstruiert werden kann.

Elektronische Komponenten werden an der NTB in Buchs produziert, die Produktion mechanischer Komponenten sowie die kundenindividuelle Konstruktion erfolgen an der FH Vorarlberg und ebenfalls an der NTB. Die Zulieferteile werden in der Produktionsstraße der HTWG Konstanz endmontiert.

Das Forschungsprojekt zeigt als Erkenntnis, welche Maßnahmen auf die Unternehmen zukommen, um die Produktion zukunftssicher, effizient und produktiv zu gestalten und den Industrie 4.0-Ansprüchen gerecht zu werden.

Partner werden

Werden sie mit Ihrem mittelständischen Unternehmen Partner des IBH-Labs KMUdigital. Prägen Sie mit Ihrer Kompetenz, Ihren Anregungen oder der Bereitstellung einer realen Testumgebung ausgewählte Einzelprojekte und partizipieren sie von den Ergebnissen.

Kontaktieren sie uns unverbindlich für nähere Informationen.

Kontakt

Der HTWG obliegt das Management des IBH-Labs KMUdigital.

Ihr Ansprechpartner:

Alexandra Boger
Telefon +49 7531 206 520
a.boger@htwg-konstanz.de

 

Weitere Informationen folgen bald auf www.kmu-digital.eu.