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Informatik

23.03.17

AUME-Challenge 2016/2017 bringt industriereife Softwaresysteme hervor

Kollaboration ist Voraussetzung für jedes erfolgreiche Projekt. Projektteams arbeiten in der Arbeitswelt zunehmend verteilt, d. h., die Mitglieder entwickeln ihr Projekt an verschiedenen Orten zu unterschiedlichen Zeiten. Zahlreiche Studien belegen die sozialen und psychologischen Auswirkungen dieser Arbeitsweise. Die Konstitution der Projektbeteiligten entscheidet über den Fortschritt und den gesamten Erfolg des Projekts. Fehlende physische Präsenz führt dabei zu Motivations- und Stimmungsproblemen, die auch über die Verwendung vielfältiger, ausgefeilter Social-Media-Kommunikation nicht aufgefangen werden können. Das Lehrmodul „Agile und mobile Entwicklung“ (AUME) von Prof. Dr. Rainer Mueller und Prof. Dr. Ralf Schimkat im Masterstudiengang Informatik an der Fakultät Informatik untersucht diese Auswirkungen auf der Basis von agilen Softwareentwicklungsprojekten, deren Ergebnisse zu einem Großteil direkt auf reale Projekte in beliebigen Kontexten übertragbar sind. Wie das geht, zeigt der studentische Entwicklungswettbewerb „AUME-Challenge“.

Die Mitglieder der „AUME-Challenge“ 2016/2017 (in alphabetischer Reihenfolge): Sven Bauersfeld, Johannes Burghardt, Sascha Diefenthäler, Tobias Droth, Maximilian Göke, Steffen Gorenflo, Manuel Grondziel, Markus Heilig, Patrick Krumm, Ina Kuhn, Adrian Lutz, Andreas Maier, Thorsten Meinecke, Andreas Reinhardt, Timotheus Ruprecht, Philip Schaefer, David Simon, Marco Trippel, Alexander Vilgauk und Michael Walz aus den Masterstudiengänge Informatik und Business Information Technology sowie die Dozenten Prof. Dr. Rainer Mueller (ganz links) und Prof. Dr. Ralf Schimkat (ganz rechts).

Ausgehend von den theoretischen Grundlagen agiler Softwareentwicklung und (mobiler) Kommunikation in Softwareentwicklungsprojekten erarbeiten sich die Studierenden im „AUME-Challenge“ in aufeinander aufbauenden Projektzyklen Lösungsansätze, wobei die Anforderungen stetig steigen und am Ende den realen Anforderungen des Arbeitslebens entsprechen. „Beim AUME-Challenge geht es vom Hochschulprojekt zum herausfordernden industriellen Projekt. Die AUME-Challenge passt Schritt für Schritt Projektparameter wie Teamgröße, Komplexität und Umfang der Aufgabenstellung ausgehend vom akademischen Sandkasten den realen Bedingungen der Wirtschaft und Industrie an“, erläutert Prof. Dr. Mueller.

Die Ergebnisse der jeweiligen Testphase, der Evaluation sowie die Rückmeldung der betreuenden Professoren fließen direkt in den nächsten Projektzyklus ein. „Kurze Iterationen im Wechsel zwischen Theorie und Praxis mit unmittelbarem und direktem Feedback sind eine tolle Grundlage, um gesteckte Lern- und Kompetenzziele sukzessive zu erreichen“, so Prof. Dr. Schimkat und ergänzt eine Besonderheit des Projekts – Lehrende und Lernende agieren in multiplen Rollen: „Neben den klassischen Rollen des Dozenten und Studierenden werden in AUME auch Kunden, Produktverantwortliche, Anforderungsspezialisten und Software Engineers erlebbar – nicht nur in der Theorie, sondern auch in der Industriepraxis.“

Inhaltlich entwickeln die Studierenden Kommunikationsmechanismen auf mobiler Basis, welche Präsenzprobleme und fehlenden Teamcharakter in verteilten Projekten erst wahrnehmbar machen und diesem zugleich entgegenwirken, wie z. B. die Vermittlung von Emotion und der darauffolgenden Reaktion der Projektmitarbeiter. „Mit der von uns entwickelten App war es deutlich einfacher, den Überblick über die gesamte Entwicklung zu halten und auch an Diskussionen teilzuhaben, ohne diese aktiv zu verfolgen“, zeigt sich Andreas Reinhardt, Masterstudent der Informatik, begeistert.

Ziel der Veranstaltung ist neben der technischen Entwicklung, dass die Studierenden die sozialen und psychologischen Effekte ihrer Entwicklung im Bereich mobiler Projektkommunikation selbst erleben. „Es ist unser Bestreben, die zunehmenden sozialen Verwerfungen in heutigen verteilten Projektkontexten mit Hilfe von automatisch initiierten und selbstjustierenden mobilen Kommunikationsmechanismen zu reduzieren“, so Prof. Dr. Mueller. Somit hat AUME damit einen starken Übergangscharakter für den Kompetenzgewinn der Studierenden ausgehend von der Theorie im akademischen Umfeld hin zu herausfordernden Realwelt-Projekten im industriellen Kontext. Dadurch wird AUME zu einer Inkarnation des Seamless Learning.

Das Ergebnis der letzten Iteration ist – innerhalb von nur drei Wochen – ein nahezu industriereifes Softwaresystem. Dazu gehören neben professionellen und dokumentierten Softwareentwicklungsprozessen (für agile Methodik, Entwurf, Oberflächendesign, Qualitätssicherung, Entwicklungs-/Testsystemen und Deployment) ein in sich geschlossenes Kommunikationssystem, das inklusive der Anwenderdokumentation, der Bereitstellung im App Store (in diesem Fall Google Play) und der Evaluationsergebnisse in einer abschließenden Show präsentiert wird. Die Teams treten dabei im Wettbewerb an, wodurch sich eine zusätzliche Dynamikdimension im Projekt ergibt. Sie werden durch ein Jurorenteam, gebildet durch die beiden betreuenden Professoren Mueller und Schimkat, bewertet und anschließend wird der Sieger der AUME-Challenge gekürt. Das Siegerteam der „AUME-Challenge“ 2016/17 setzt sich aus den Studierenden (in alphabetischer Reihenfolge) Sven Bauersfeld, Sascha Diefenthäler, Tobias Droth, Steffen Gorenflo, Markus Heilig, Patrick Krumm, Ina Kuhn, Adrian Lutz, David Simon und Michael Walz aus den Masterstudiengänge Informatik und Business Information Technology zusammen.


Das Siegerteam der „AUME-Challenge“ 2016/2017 v. l. n. r.: Adrian Lutz, Steffen Gorenflo, Markus Heilig, Ina Kuhn, David Simon, Tobias Droth, Michael Walz, Sascha Diefenthäler, Sven Bauersfeld, Patrick Krumm aus den Masterstudiengängen Informatik und Business Information Technology sowie die Dozenten Prof. Dr. Rainer Mueller (ganz links) und Prof. Dr. Ralf Schimkat (ganz rechts).