Master

 

Internationales Management Asien

Industrial Sessions in China 2015

Jedes Jahr findet im Rahmen der Lehrveranstaltung Industrial Sessions eine Exkursion mit Studierenden des Masterstudiengangs Internationales Management Asien in eine asiatische Wirtschaftsregion statt. Im September 2015 stand China auf dem Programm. Neun Masterstudierende nutzten die Gelegenheit, in der chinesischen Metropole Nanjing Einblicke in die Komplexität der chinesischen Wirtschaftspraxis zu gewinnen. ASM-Student Moritz Rocholl berichtet:

„In der diesjährigen Lehrveranstaltung Industrial Sessions konnten wir das Wirtschaftsleben in China im Rahmen der Exkursion nach Nanjing hautnah kennenlernen. Auf dem Programm standen u. a. fünf Firmenbesuche, die uns einen einzigartigen Einblick in verschiedenste Unternehmensformen ermöglichten.

Unser erster Besuch führte uns zu Baden-Württemberg International (bw-i), der offiziellen Repräsentanz des Landes Baden-Württemberg in der Partnerprovinz Jiangsu. Das Büro betreibt auch eine Servicegesellschaft, die Firmen aus Baden-Württemberg den Markteinstieg in China erleichtern soll. Wir konnten hier viel Interessantes über die Herausforderungen lernen, denen sich deutsche Firmen in China gegenüber sehen. Um nur ein Beispiel zu nennen: es gibt durchaus kulturelle Differenzen bei der Einhaltung von Fristen oder bei Gehaltsvorstellungen. Der Besuch bei bw-i war für uns alle fachlich hoch relevant, da genau an diesen Schnittstellen interkulturell kompetente Managementfachkräfte ein wichtiges Bindeglied darstellen.

Unseren zweiten Termin hatten wir bei einem deutsch-chinesischen Joint Venture von Bosch (vormals ZF Steering) und Jincheng, das auf Hydraulikpumpen für Lenksysteme spezialisiert ist. Derzeit kämpft das Unternehmen besonders mit der abnehmenden Relevanz von Hydrauliklenkungen aufgrund des Vormarsches elektronischer Lenksysteme. Das Nanjinger Unternehmen verlagert seinen Fokus daher immer mehr Getriebepumpen. Im Anschluss an die Firmenpräsentation bot eine Führung durch das Nanjinger ZF-Werk interessante  Einblick in die lokalen Produktionsbedingungen.

Der dritte Unternehmensbesuch fand bei der privaten Firma Nanjing Circle Precision Machine Manufacturing Co., Ltd statt. Hier konnten wir erstmals ein rein chinesisches Unternehmen kennen lernen. Anders als beim Joint Vernture zwischen Bosch und Jincheng entsprach der technologische Standard von Circles zwar noch lange nicht dem einer europäischen Firma. Nichtsdestotrotz verfügt Circle bereits über 20 CNC-Maschinen – ein Beweis für die zunehmende Automatisierung und Technisierung chinesischer Unternehmen.

Am vorletzten Tag besuchten wir das Staatsunternehmen Sainty, dessen Hauptgeschäft in der Textil-, Medizintechnik-, sowie Maschinenbaubranche liegt. Hier wurde der Kontrast zwischen chinesischen Privat- und Staatsunternehmen sichtbar. Ein führender Manager des Unternehmens referierte über die Eigenschaften und Entwicklungen der chinesischen Staatsunternehmen und stand für Fragen der Studierenden zur Verfügung. Dies ermöglichte uns interessante Einblick in die Strukturen und Mechanismen der chinesischen Staatswirtschaft.

Unser letzter Firmenbesuch führte uns schließlich zu Nanjing Bulk, einem der größten Logistikunternehmen Chinas, das auf Schwersttransporte spezialisiert ist. Nach einer Führung über das Firmengelände wurden wir von leitenden Angestellten der Firma empfangen. Im Laufe der folgenden Diskussion, bei der die gesamte chinesische Belegschaft anwesend war, tauschten wir uns mit den Mitarbeitern über Unterschiede zwischen der chinesischen und deutschen Kultur aus und konnten Fragen über das Unternehmen und seine Aktivitäten im Ausland stellt.

Neben den Firmenbesuchen hatten wir während der Exkursion die Möglichkeit, historische Stätten und Museen zu besichtigen und so einen authentischen Eindruck von der chinesischen Kultur zu gewinnen. Unser China-Aufenthalt war damit ein in jeder Hinsicht bereicherndes Erlebnis. Sowohl die Unternehmensbesichtigungen, als auch die kulturellen Aktivitäten ermöglichten einen tiefen Einblick in die chinesische Wirtschaft, Kultur und Gesellschaft.

In der Konzeption, Organisation und Durchführung war diese Exkursion einzigartig und wir empfehlen jedem, diese Gelegenheit im Rahmen des Master-Studiums wahrzunehmen.“
(Bericht: Moritz Rocholl).