Ein neuer Ansatz: Generativ gestalten
Wie war das doch gleich mit dem Marmorkuchen? Nein, man muss kein guter Bäcker sein, um Hartmut Bohnacker und Benedikt Groß bei ihren Ausführungen zum generativen Gestalten zu folgen. Aber es ist ausgesprochen angenehm, dass zwei Vertreter neuester Designströmungen sich in ihrem Vortrag nicht zu schade sind, auf simpelste Beispiele zurückzugreifen. Denn Verstehbarkeit war garantiert bei dieser Lounge, die das Publikum in Scharen anlockte.
Bohnacker und Groß erläuterten nicht nur die technischen Möglichkeiten, die sich durch die Verwendung der entsprechenden Programmiersprachen wie Processing ergibt, sie machten auch deutlich, inwiefern der Gestaltungsprozess dadurch verändert wird: Statt am Endprodukt zu feilen, greift der Gestalter in Regel und Quellcode ein. Was trocken klingt, ist im Ergebnis höchst sinnlich: Changierende Formen überfluten den Bildschirm, Typografie scheint organisch zu wachsen, Infografiken ordnen sich von selbst an und Gebäude entstehen aus dem Nichts.
Statt sich einem vorgegebenen Programm unterzuordnen hat der Gestalter die Möglichkeit sich seine Arbeitsbedingungen selbst zu schaffen – und es bleibt ihm überlassen, dass aus faszinierenden Effekten keine Effekthascherei wird.


