Bachelor

 

Wirtschaftssprachen Asien und Management China | Südost- und Südasien

Studierende

Volker freut sich riesig auf sein Auslandsjahr: „Es ist krass, ein Jahr weg zu sein“. Dabei konnte er bereits vor dem Studium Erfahrungen in China sammeln. Für drei Monate ging er nach dem Abitur an eine chinesische Universität zum Sprachenlernen und wohnte in einer Gastfamilie. Auch hinterher ging es spannend weiter. Beim Work & Travel-Aufenthalt in Australien steckte er sein gesamtes Geld in ein Auto, das prompt am nächsten Tag kaputt ging.

So turbulent ist Volkers Leben in Konstanz jetzt nicht mehr, trotzdem stellt das Studium für ihn täglich eine Herausforderung dar: „Ich muss organisiert sein und jeden Tag lernen, sonst vergisst man die Sprache. „Die grammatikalischen Strukturen des Chinesischen sind kompliziert“. Wirtschafts- und Rechtsfächer sind für Volker machbar, „wenn man sich reinhängt“.

Sein Auslandsjahr will er zur Orientierung über seine spätere berufliche Tätigkeit nutzen – „damit ich weiss, was ich will“.

Zijun wurde in Shandong in Ostchina geboren und studiert Wirtschaftssprache Deutsch und Tourismusmanagement. Für sie war es von Anfang an klar, dass sie studieren wollte: „Ich wollte in eine neue Umgebung und bin nach Peking gegangen“. Das dortige Deutschstudium war ohne Vorkenntnisse „total schwer“.


Einfach gestaltete sich auch der Start ihres Auslandsstudiums in Konstanz wegen der vielen Umstellungen nicht. Hier hat Zijun abermals ihre Komfortzone, wie sie sagt, verlassen und ist vom Studentenwohnheim in eine große Wohngemeinschaft mit anderen Studierenden gezogen: interkulturelle Erfahrung pur.


Weil sie früher in den Ferien stets auf Reisen war (China, Nepal, Indien, Taiwan, Südkorea), ist das Fach Tourismus-Management interessant für sie: „Aber ich habe noch keine konkreten Vorstellungen über das, was nach dem Studium kommt, vielleicht Sozialarbeit in Tibet oder Nepal“. Zijuns Motto lautet: „Ich will mein Leben richtig leben anstatt mir Sorgen zu machen oder Angst zu haben“.


Seitdem sie in Konstanz ist, gibt sie im Rahmen des Hochschulsports wöchentliche Yoga-Kurse.

Ives ist einer der wenigen Studierenden aus der Schweiz, die den Schritt über die Grenze nach Konstanz wagten. Er kommt aus dem Kanton St. Gallen und hat vor dem Studium eine technische Ausbildung als Konstrukteur bei einem international tätigen Unternehmen absolviert. „Danach wollte ich weit weg und was anderes erleben“. Für seine Firma hat er eineinhalb Jahre in Shanghai in der Entwicklungsabteilung gearbeitet und dabei auch Sprachkurse belegt. Nach seiner Rückkehr aus China wollte Ives eigentlich Maschinenbau studieren, hat dann aber das Asienangebot an der HTWG entdeckt. Neben Grammatik und Schriftzeichen („mein Chinesisch ist Straßenchinesisch“) sind insbesondere juristische Vorlesungen Neuland für ihn. Sein Unternehmen unterstützt ihn auch weiterhin („Prinzip der langen Leine“).


Nach dem Studium will Ives sofort wieder zurück nach China, denn „China hat mich gepackt“.

Leonie kommt aus Ulm. Sie studiert den Schwerpunkt Süd- und Südostasien und lernt Indonesisch. Genau das hat sie nach der Schule gereizt: „Etwas studieren, was nicht viele machen, und etwas sehen von der Welt“. Wirtschaftwissenschaften hatte sie bereits im Abi, Basiskenntnisse in der Sprache überhaupt nicht. Im vorigen Jahr jedoch hat sich ihre Studienwahl während des Sommersprachkurses in Yogyakarta bestätigt: „Jetzt freue ich mich auf das Auslandsjahr“. Auslandserfahrungen hat sie auch im Rahmen eines Hochschulprojekts in Kambodscha sammeln können. Unterrichtsgestaltung und kleinere Projekte in einer Schule auf dem Land – „das war meine erste Arbeit in Asien“, sagt Leonie stolz.


Was es zum Erfolg im Studium braucht? Leonie ist sich sicher: „Strukturierte Planung. Man wächst an den Aufgaben. Ich gehe auf in dem, was ich mag und was ich tue, zeige Ehrgeiz und Durchhaltevermögen, wenn mir was wichtig ist“.

Dass die Würzburgerin Sina Chinesisch studiert, verdankt sie sowohl ihrer Mutter („Studier Chinesisch, Kind!“) als auch ihrem Abenteuermut: „Kurz nach dem Abi mit 18 Jahren ein Praktikum in China für 2 Monate machen und parallel dazu Sprachschule – das kann nicht jeder“. Sie freut sich hier auf eine breit gefächerte Ausbildung als Basis für einen Masterabschluss. Ihre Sprachfertigkeit soll mal so gut sein, dass ein Masterprogramm in China möglich ist. Dabei ist das Bachelorstudium kein Zuckerschlecken: „Zeitmanagement, KOP (Evaluation der Lehre durch die Studierenden), Fachschaft, Semestersprecherin, daneben Arbeit in der Gastronomie – das alles unter einen Hut zu bringen und letztlich gut zu machen, das ist eine Herausforderung“. Wie sie das alles schafft? „Sein Ziel muss man in diesem Studiengang vor Augen haben, sonst wird es schwierig“.


Sina ist ein „Auslandsmensch“ und freut sich auf das anstehende Auslandsjahr, denn „zwei Jahre Konstanz reichen, jetzt brauche ich neue Erfahrungen“.

Evelyn ist in Jakarta geboren und hat dort Lehramt Germanistik studiert. Eine Lehrerin hatte ihr einmal geraten, sich wegen der besseren Berufsaussichten für Deutsch zu entscheiden. Mit einem Regierungsstipendium in der Tasche ist sie nach Konstanz gekommen und studiert Wirtschaftssprache Deutsch und Tourismusmanagement. Sie will insbesondere ihre Sprachfertigkeiten ausbauen und mit Blick auf das Urlaubsland Indonesien Managementfertigkeiten erwerben: „Das wäre cool, etwas zu verbessern“. Evelyns Eltern sind stolz auf die Tochter in Deutschland: „Aber ich war noch nie weg von der Familie. Ich hatte Angst vor Einsamkeit, in Konstanz ist nicht so viel los wie in Jakarta. Am Sonntag ist alles zu“. Aber Evelyn kennt auch die positiven Seiten ihres Auslandsstudiums: „Essen ist ok, Pünktlichkeit ist ok, das Wetter ist schön kühl, der erste Schnee war toll, Mülltrennung ist interessant“.


Und Evelyn hat sich in Konstanz ihre indonesische Leichtigkeit bewahrt: „Vielleicht mache ich alles mit Freude und Entspanntheit. Wenn ich Stress habe, kann ich nicht lernen und schreiben. Ohne Stress geht dann alles einfacher“.