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Internationales Management Asien

Von Antifragilität bis Hochschwarzwald: Masterstudierende stellen ihre Projekte vor

Vier Masterstudierende stellten im Rahmen des Masterkolloquiums SS 2016 den Arbeitsstand ihrer Abschlussarbeiten vor. Die Themen waren wie immer breit gefächert: sie reichten von theoretischen Überlegungen zu „antifragilen Unternehmung“, über der Notwendigkeit des Risikomanagements in der Organisation internationaler Lieferketten sowie bei Unternehmensübernahmen zwischen China und Deutschland, bis hin zur Potentialanalyse der Region Oberschwarzwald als gesundheitstouristische Destinationen für chinesische Touristen.


(v.l.n.r.: Moritz Rocholl, Jessica Nägele, Shiyu Zou und Hartmut Raether)

Masterstudent Moritz Rocholl beschäftigt sich in seiner Arbeit mit einem systemtheoretischen Ansatz des Risikomanagements. Er zeigt auf, dass gängige Enterprise Risk Management Systeme verstärkt den Audit-Ansatz verfolgen. Er selbst hingegen schlägt mit dem Konzept der Antifragilität von Nassim Nicolas Taleb eine alternative Herangehensweise vor, die die sozialen Aspekte einer Unternehmung stärker berücksichtigt. Unter Einbeziehung von Erkenntnissen aus der systemtheoretischen Organisations- und Risikosoziologie, sowie der Psychologie entwickelt er ein Konzept einer „antifragilen Unternehmung“, die von Unsicherheiten und steigender Umweltkomplexität profitiert, anstatt an ihr zu scheitern.

Durch die Tendenz zu Globalisierung und zunehmender Marktsättigung ist die Wertschöpfung von Unternehmen komplexer geworden. Masterstudent Hartmut Raether befasst sich in seiner Abschlussarbeit mit dem Thema „ Supply Chain Risk Management“. Gestiegene Erwartungen von Endkunden hinsichtlich Preis, Qualität und Lieferfähigkeit resultieren häufig in langen Transportwegen von Halb- und Fertigerzeugnissen, kürzer werdenden Produktlebenszyklen und Kosteneinsparmaßnahmen. Dies hat zur Folge, dass die Risiken in Supply Chains gestiegen sind.  Für Unternehmen ist es daher zunehmen wichtig, potenzielle Risiken frühzeitig zu erkennen und Maßnahmen zu implementieren, mit denen Risiken eliminiert werden können.

Chinesische Unternehmer erreichten als weltweit bedeutende Investoren in 2015 ein Rekordvolumen bei Direktinvestitionen (ODI) und Unternehmensübernahmen bzw. – zusammenführungen (M&A). Zielregion für chinesische M&A-Aktivitäten sind vor allem Deutschland und die USA. Doch immer wieder ergeben sich in diesen Prozessen aufgrund mangelnder Erfahrung chinesischer Privatinvestoren Probleme. Die Masterarbeit von Shiyu Zou untersucht die Einstellung chinesischer Unternehmer zu der Bedeutung von Due Dilligence sowie Probleme in der Durchführung dieser bei internationalen M&A zwischen China und Deutschland. Auf dieser Basis werden Handlungsvorschläge zur Durchführung von Due Diligence in der Praxis erstellt, die chinesische Investoren für die Notwendigkeit sensibilisieren soll, durch Due Dilligence Prozesse und Zusammenarbeit mit begleitenden Dienstleistern den Erfolg ihrer Transaktionen in der Zukunft zu sichern.

Mit dem Potential des Hochschwarzwalds als gesundheitstouristische Destination beschäftigt sich Masterstudentin Jessica Nägele. China wird bis 2030 China die größte Reisenation der Welt sein. Schon jetzt geben chinesische Touristen mehr Geld für Souvenirs und Luxus während des Urlaubs aus als andere Touristen. Der Hochschwarzwald könnte dadurch von chinesischen Touristen profitieren. Gleichzeitig bietet der Hochschwarzwald eine Oase der Ruhe und Auszeit von der schlechten Luftqualität in China. Da die Binnennachfrage nach gesundheitstouristischen Angeboten im Hochschwarzwald abnimmt, könnten zukünftig chinesische Touristen diesen Einbruch ausgleichen.

Das Masterkolloquium findet jedes Semester kurz vor dem Prüfungszeitraum statt. Externe Interessierte sind herzlich willkommen! (Termininfo: as-info@htwg-konstanz.de)