Bachelor

 

Kommunikationsdesign

Vom Sterben der Bücher

Dr. Volker Friedrich hat sein Fortbildungssemester an der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus einer »Philosophie des Schreibens« gewidmet. Seinen Bericht hatte er als »ziemlich kulturpessimistischen Essay« angekündigt. Und seine Vorwürfe wiegen schwer: Wo alles vernetzt ist, gebe es letztlich keine wirklichen Bezüge mehr. Und weil sich niemand mehr um die geistigen Traditionen bemühe, komme es zur »Generationen-Amnesie«.

Doch er wettert nicht von der Kanzel. Er spricht mit ruhiger Stimme, gliedert seine philosophischen »Splitter« mit Hilfe eines Glockenschlags, der fast schon an meditative fernöstliche Rituale erinnert und nimmt sich selbst nicht aus: »Unsere Generation ist anzuklagen.« Es sei ihr nicht gelungen, die Kunst des bibliophilen Lesens weiterzugeben. Friedrich meint das langsame Lesen, das intensive Lesen, das deutende Lesen, eine Art zu Lesen, die ohne Bezüge nicht funktioniert und die unbedingt erforderlich ist, um bestimmte Texte erfassen und, ja, genießen zu können. 

Dabei geht es weniger um Polemik als um eine Art wehmütiger Diagnose: Der Professor macht sich auf, frei nach Hegel seine Zeit in Gedanken zu erfassen. Und der Zeitgeist scheint nun einmal die Kurzmitteilung mehr zu schätzen als den Roman, geschweige denn die theoretische Abhandlung. Was aber nicht gelesen wird, so die logische Konsequenz, das wird über kurz oder lang auch nicht mehr geschrieben. »Dann hauchen die Bücher ihr Leben aus.«