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Die HTWG lernt das Fliegen auf dem Wasser

Die Fakultäten Elektrotechnik und Informationstechnik sowie Maschinenbau haben begonnen, gemeinsam ein elektrisch angetriebenes Tragflächenboot zu entwickeln. Tragflügelboote sind echte Hingucker. Aber nicht nur die Optik beeindruckt.

"Wenn die Boote aus dem Wasser gleiten, sieht das ziemlich schnittig aus und deutet auf richtig viel Speed hin", erläutert Prof. Dr. Heinz Rebholz. Eine hohe Geschwindigkeit zu erreichen, sei allerdings gar nicht das Ziel der Kooperation. Das Boot soll möglichst energieeffizient fahren und mit dem vorgegebenen Akku eine möglichst große Strecke zurücklegen können. In der finalen Ausbaustufe soll das Boot als Sport- und Freizeitboot oder auch als Shuttletaxi auf dem See zum Einsatz kommen.

Um erste Erfahrungen mit Tragflächen (Foils) zu sammeln, wurde ein kleiner Katamaran mit Foils ausgerüstet und der Effekt mit verschiedenen Anstellwinkeln der Flügel und Geschwindigkeiten im Schleppversuch getestet. Dabei ist es gelungen, bereits bei 10km/h in den „Flugbetrieb“ (Foilen) zu kommen. Dank der Studierenden Mona Keppeler, Jonas Bauer und Steffen Dieth waren die Versuche erfolgreich. Allerdings wurden diese Tests noch nicht bei vollem Zielgewicht durchgeführt, so dass weitere Versuche mit dem Versuchsträger notwendig sind.

Bisher kann sich das Tragflügelboot noch nicht alleine bewegen und ist auf eine leistungsfähige Zugmaschine angewiesen. Das wird sich aber bald ändern. "Wir nutzen die Winterpause zur Integration von zwei Elektromotoren, die das Boot ab der nächsten Saison voll elektrisch und ohne fremde Hilfe antreiben soll", kündigt Prof. Dr. Heinz Rebholz an. Zum Einsatz kommen Elektromotoren von ePropulsion, die von der Firma Ditoma zur Verfügung gestellt werden.

Ein Eindruck von Druckverteilung und Wellenbildung.

Parallel zu den Versuchen auf dem Wasser versuchen die Projektpartner, das Verhalten durch eine numerische Strömungssimulation noch weiter zu verbessern. "Auch hier können wir mit den erzielten Ergebnissen sehr zufrieden sein. Die Simulationen zeigen gute qualitative und quantitative Übereinstimmung mit den Schleppversuchen", sagt Prof. Dr. Andreas Lohmberg, der sich mit der strömungstechnischen Optimierung beschäftigt.
"Die bisherigen Ergebnisse deuten auf eine spannende Saison 2020 hin. Besonders gespannt sind wir auf die erste selbstständige Fahrt und dann hoffentlich auch wieder über dem Wasser", sagt Prof. Dr. Burkhard Lege, der sich mit den Fragen der Konstruktion und Festigkeit befasst.