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Neue Herausforderungen für den Maschinenbau: Interdisziplinarität gewinnt an Wichtigkeit

Die Fakultät Maschinenbau bietet ihren Studierenden bereits während des Studiums die Möglichkeit, potenzielle Arbeitgeber kennenzulernen: Seit 15 Jahren veranstaltet die Fakultät den Maschinenbautag. 44 Unternehmen aus Deutschland, Liechtenstein und der Schweiz präsentierten sich an der HTWG.

„Der persönliche Kontakt zwischen potentiellen Arbeitgebern und unseren Studentinnen und Studenten hat eine andere Qualität als Werbevideos im Internet. Ich freue mich auf einen realen Tag mit realen Menschen, realen Begegnungen und Ausstellungsstücken, die man begreifen kann.“ Mit diesen Worten eröffnete Prof. Dr.-Ing. Klaus Schreiner, Dekan der Fakultät Maschinenbau, den Maschinenbautag. Neben der Firmenkontaktmesse fanden zwei Vorträge in der Vorlesungsreihe „Forum M“ zum Thema „Fahrerassistenzsysteme“ statt. Man habe sich ganz bewusst für dieses Thema entschieden, so Schreiner, denn man wolle herausstellen, dass im Berufsalltag von Maschinenbauern auch Kompetenzen in den Bereichen der Elektrotechnik und der Informatik gefragt sind.

Zwei Referenten von renommierten Firmen waren eingeladen, das Thema aus ihrer beruflichen Praxis zu erläutern. Zu Gast waren Alexander Banerjee von der ZF Friedrichshafen AG, dessen Vortrag Autonomes Fahren und Fahrassistenzsysteme in Nutzfahrzeugen behandelte, sowie Waldemar Schäfer von der IAV GmbH Weissach. Er stellt die prädiktive und kooperative Fahrerassistenz in der Automobilentwicklung vor. Wer die Vorträge besuchte, lernte den aktuellen Entwicklungsstand von Fahrassistenzsystemen und die einzelnen Features kennen und konnte sich auf den neuesten Stand bringen, was beim Autonomen Fahren technisch inzwischen möglich ist. Auch die Rolle von Big Data im Zusammenhang mit dem Autonomen Fahren sowie die Speicherung der Daten in der Cloud, angeboten von Global Playern wie Amazon, wurden diskutiert.

Ein Wiedersehen mit Ehemaligen

Aus Studierendensicht war es besonders interessant aus erster Hand zu erfahren, welche Anforderungen Firmen in diesem Bereich an Absolventinnen und Absolventen stellen. „Ich bevorzuge Leute, die ‚Hands-on‘ unterwegs sind“, sagte Banerjee. Maschinenbaustudierende also, die sich ausprobieren und praktische Erfahrungen im Studium sammeln, etwa beim Bodensee-Racing-Team. „In der idealen Welt funktioniert immer alles, aber in der realen Welt gilt es oft, einen cleveren Workaround zu finden, weil es so wie in der Theorie geplant, dann doch nicht funktioniert“, so Banerjee. Dabei helfe dann ein breites Wissen, Kreativität und Praxiserfahrung. Auch Schäfer machte sich für einen generalistischen Ansatz in der Ausbildung stark und legte den Studierenden nah, sich vielseitig zu interessieren. „Es kann durchaus sein, dass du als Maschinenbauer später in einem Bereich arbeitest, den du als Student gar nicht im Fokus hast – etwa Algorithmen zu programmieren.“

Einig waren sich die Referenten darüber, dass ein Maschinenbaustudium die Studierenden gut auf die Herausforderungen des Arbeitsmarktes vorbereitet. Sie seien vielseitig und flexibel einsetzbar. Dass HTWG-Alumni in ganz unterschiedlichen Branchen und Berufsfelder ihren beruflichen Weg verwirklichen, zeigte sich auf der Firmenkontaktmesse selbst: An vielen Messeständen repräsentierten Absolventinnen und Absolventen ihre Unternehmen. „Mich rührt es, dass man an diesem Tag so vielen ehemaligen Studentinnen und Studenten begegnet. Das verdeutlicht aber auch, dass die Firmen unsere Ausbildung wertschätzen und dass unsere Studierenden sehr gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben“, betonte Schreiner.

Das Angebot, sich auf der Kontaktmesse über Praktika, Abschlussarbeiten und den Berufseinstieg zu informieren, nahmen viele Studierende der HTWG gern wahr. „Ich habe letztes Jahr auf der Messe die Firma gefunden, bei der ich mein Praxissemester absolviert habe“, erzählt Christoph Patschky, der an der HTWG den Bachelorstudiengang „Maschinenbau Entwicklung und Produktion“ studiert. „Ich hatte an diese Firma gar nicht gedacht, obwohl sie direkt vor der Haustür liegt. Das Praxissemester fand ich gut. Jetzt möchte ich schauen, ob ich dort auch meine Abschlussarbeit schreiben kann.“