Kommunikationsdesign

Bachelorstudiengang

Konstanzer Professor in Rhetorik-Jury

»Cicero-Rednerpreis 2018« geht an Wissenschaftsjournalist Harald Lesch

Gruppenbild beim Festakt (v. l.): Die Bonner Bürgermeisterin Gabriele Klingmüller; Laudator und Kabarettist Jochen Malmsheimer; Dr. Cecilia Scorza, Gattin des Preisträgers; Preisträger Prof. Dr. Harald Lesch; Kathrin Righi vom Verlag der deutschen Wirtschaft; Prof. Dr. Gert Ueding, Vorsitzender der Jury; Prof. Dr. Volker Friedrich. Fotos: Fotostudio Jörg Heupel.

An der Hochschule plädiert Prof. Dr. Volker Friedrich regelmäßig für eine verständliche, klare Sprache und eine nachvollziehbare Argumentation. Nun hat er als Jurymitglied des »Cicero Rednerpreises 2018« den Wissenschaftsjournalisten Harald Lesch genau dafür mit ausgezeichnet.

Wissenschaftliche Erkenntnisse so zu vermitteln, dass auch Menschen außerhalb der Hochschulen verstehen, worum es geht, das ist eine hohe Kunst. Dass es auch eine Notwendigkeit ist, wird an Beispielen wie dem Klimawandel deutlich: Wer nicht versteht, dass das Alltagsverhalten von Menschen maßgeblich zur Erderwärmung beiträgt, der wird sein Verhalten nicht ändern.

Den Menschen Natur nahebringen
Der Astrophysiker, Naturphilosoph und Wissenschaftsjournalist Harald Lesch hat einen großen Teil seines beruflichen Schaffens unter die Maxime gestellt, den Menschen Natur und Naturwissenschaft nahezubringen. Er tut dies so erfolgreich, das Millionen seinen Ausführungen auf dem Fernsehbildschirm folgen. Dafür hat er nun den vom VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft gestifteten »Cicero Rednerpreis 2018« erhalten.
    
Rhetorisch kunstvoll
Harald Lesch nahm die Auszeichnung im Rahmen eines Festaktes vor 200 Gästen aus Wissenschaft, Kultur, Wirtschaft und Politik im Kunstmuseum der Bundesstadt Bonn entgegen. In seiner Laudatio mit dem Titel »Beredte Wissenschaft und das Schweigen des Universums« bezog sich Jury-Vorsitzender Prof. Dr. Gert Ueding unter anderem auf die von Harald Lesch im Jahre 2016 gehaltene und von der Jury einstimmig ausgezeichnete »Weimarer Rede«, die ein reiches Panorama vor dem Hörer ausbreite und ein naturphilosophisches Glanzstück und rhetorisches Kunstwerk zugleich sei. Die Festrede zu Ehren Harald Leschs hielt dann der Kabarettist Jochen Malmsheimer.

Komplexität verständlich vermitteln
Dr. Volker Friedrich, der als Professor für Schreiben und Rhetorik an der HTWG lehrt, sieht die Wahl auch aus bildungspolitischer Perspektive: »Harald Lesch ist ein Glücksfall und der erste Physiker in einer Reihe namhafter Preisträger«, hebt das Jury-Mitglied hervor. Aufgrund seiner rhetorischen Fähigkeiten gelinge es Lesch, einem breiten Publikum komplexe wissenschaftliche und technische Zusammenhänge zu vermitteln. Derlei Fähigkeiten in Rede und Schrift werden zunehmend wichtig, so Friedrich, allerdings an deutschen, im Unterschied zu angelsächsischen Hochschulen bestenfalls am Rande, indes nicht systematisch oder in speziellen Studiengängen vermittelt. Auf dieses Manko weise man mit der Auswahl des Preisträgers durchaus auch hin.

Weitere Mitglieder der Jury waren:
Dr. Franziska Augstein, Journalistin und Autorin (Süddeutsche Zeitung München);  Dr. Heike Schmoll, Journalistin und Korrespondentin der FAZ Berlin; Prof. Dr. Bernd Steinbrink, langjähriger Professor für Mediensystemtechnik HTKW Leipzig, Lehraufträge zu Themen Rhetorik und Medienwissenschaft; Prof. Dr. Gert Ueding (Vorsitzender), langjähriger Inhaber des Lehrstuhls für Rhetorik an der Universität Tübingen, Herausgeber des Historischen Wörterbuchs der Rhetorik.

Preisträger der vergangenen Jahre sind u. a.:
Joachim Gauck, Alfred Grosser, Ulla Hahn, Rolf Hochhuth, Jean-Claude Juncker, Navid Kermani, Herta Müller, Heribert Prantl, Marcel Reich-Ranicki, Peter Sloterdijk, Lothar Späth, Peer Steinbrück.