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Konstanzer Ruder-Team holt sich den Titel bei den Hochschulmeisterschaften

Den ersten Platz bei den deutschen Hochschulmeisterschaften im Leichtgewichts-Doppelzweier belegten Clara Pakszies (Studentin MEP an der HTWG) und Lena Wypyrsczyk (Studentin der Universität Konstanz).

Man kann sich schon fragen, wie sie das macht: Morgens Training, tagsüber an der Hochschule studieren und nebenbei noch zehn Stunden pro Woche als Werkstudentin arbeiten, am Wochenende dann doppelte Trainingseinheiten – und dabei überdurchschnittlich erfolgreich sein. Cara Pakszies ist 24 Jahre alt, steht kurz vor ihrem Bachelor-Abschluss im Studiengang Maschinenbau Entwicklung und Produktion (MEP) an der Hochschule Konstanz und ist frischgebackene deutsche Hochschulmeisterin im Rudern.

Ihr Boot teilt sie sich mit Lena Wypyrsczyk von der Universität Konstanz. Die beiden jungen Frauen sind Teamkolleginnen im Ruderverein Neptun e.V. in Konstanz. Bereits im letzten Jahr traten sie gemeinsam bei den Hochschulmeisterschaften im Leichtgewichts-Doppelzweier an. 2018 mussten sie sich noch dem Team des KIT geschlagen geben. Bei den diesjährigen 72.Hochschulmeisterschaften in Hamburg konnten sie es überrunden. 03:44,41 Minuten benötigte das Konstanzer Team für die 1000-Meter-Distanz. „Wir hatten nicht damit gerechnet, dass wir gewinnen, weil wir im letzten Jahr bereits gegen die gleiche Mannschaft gestartet sind. Damals hat es nur für den zweiten Platz gereicht. Umso mehr freuen wir uns über diesen Erfolg!“, sagt Pakszies. Durch ihren Sieg qualifizierte sich das Zweier-Team für die European Universities Games in Serbien 2020.

Die Deutsche Hochschulmeisterschaft ist das Aushängeschild des Hochschulsports auf nationaler Ebene. Veranstaltet wird sie jährlich vom Allgemeinen Deutschen Hochschulverband. Er richtet rund 40 Deutsche Hochschulmeisterschaften in 32 Sportarten aus. Das Spektrum reicht dabei von Bridge über Rock 'n' Roll bis Wellenreiten. „Es ist klasse bei den Hochschulmeisterschaften, familiär, man kennt sich. Es ist einfach ein richtig gutes Gefühl, wenn man weiß, dass man dazugehört“, so Pakszies.

Neu war in diesem Jahr für Cara Pakszies der erste internationale Start: Im Anschluss an die Hochschulmeisterschaft ging es gleich weiter zum Ruder-Weltcup III in Rotterdam. Cara Pakszies trat im deutschen Leichtgewichts- Doppelvierer der Frauen an und erreichte den zweiten Platz. Geschlagen geben musste sich das deutsche Team den amtierenden Weltmeisterinnen aus China. „Dass ich die Möglichkeit bekommen habe, dort zu starten, war ziemlich cool. Es war mein erster internationaler Start, eine wahnsinnige Chance für mich und ein großartiges Erlebnis“, sagt die Maschinenbau-Studentin.

Leidenschaft für Leistungssport und Studium

Wie kriegt sie Studium, Arbeit und Leistungssport unter einen Hut? „Das geht eigentlich“, sagt sie bescheiden. „Man weiß ja vorher, wann die Regatten sind, dann versucht man die Laborzeiten so zu legen, dass es passt. Man ist natürlich schon auf seine Kommilitonen angewiesen, damit man den Stoff der Vorlesungen nacharbeiten kann. Aber sie sind sehr hilfsbereit. Genauso wie die Professoren, wenn man ihnen die Lage erklärt. Jetzt für den Worldcup ist mir die Hochschule sehr entgegengekommen, obwohl alles recht kurzfristig war. Ich konnte meine Klausuren an einem anderen Ort schreiben, das war super. Ich hätte sonst ein Semester länger studieren müssen“, erläutert die Leistungssportlerin. „Und auch das Unternehmen, für das ich als Werkstudentin arbeite, hat mir für die Woche des Worldcups freigegeben. Ich habe in der Woche davor zwei Klausuren geschrieben, das wäre insgesamt zu viel gewesen.“

Dennoch: Es gehört eine große Portion Disziplin dazu, dieses straffe Programm durchzuziehen. Ohne eine große Leidenschaft für das Studium und den Sport undenkbar. „Klar ist es manchmal sehr stressig, aber mir macht beides sehr viel Spaß und bisher hat es immer gut funktioniert.“

Praxis- und Wassernähe gaben Ausschlag für das Studium an der HTWG

Den Rudersport entdeckte Cara Pakszies vor elf Jahren für sich – durch die Ruder-AG an ihrem Gymnasium. „Ich habe schon immer gern und viel Sport gemacht und das Rudern einfach mal ausprobiert. Es hat mir Spaß gemacht und ich bin dabeigeblieben. Rudern auf dem Fluss oder auf dem See mit der Natur, das ist einfach cool. Und irgendwann hat man im Verein natürlich auch seine Freunde.“ 2014 erhielt die Studentin sogar ein Ruderstipendium für die USA. Vier Jahre hätte sie bleiben können. Aber nach einem Jahr zog es sie wieder nach Deutschland. Sie entschied sich für ein Maschinenbau-Studium an der HTWG. Die Lage am Seerhein spielte selbstverständlich eine Rolle bei ihrer Entscheidung: Es kam für sie nur eine Hochschule in Frage, wo sie Rudersport betreiben konnte.

Mit ihrem Maschinenbau-Studium hat sie für sich die richtige Wahl getroffen. „Ich wusste, dass ich Maschinenbau nicht an einer Universität studieren möchte. Am Studium an der HTWG gefällt mir die Praxisnähe. Die Praktika und das Praxissemester haben mir viel gebracht. Weil ich gesehen habe, wie sich das Gelernte anwenden lässt“, betont Pakszies. „Auch meine Bachelor-Arbeit habe ich in einem Unternehmen geschrieben. Dort arbeite ich jetzt als Werkstudentin. Das ist super, dass man diese Möglichkeiten hat.“

Im Wintersemester möchte sie ihr Studium an der Hochschule Konstanz mit dem Maschinenbau-Masterstudium „Mechanical Engineering und International Sales Management“ fortführen. Und natürlich weiter auf Leistungssport-Niveau rudern.