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Preis für Austausch von Wissenschaft und Praxis

Nina Rebecca Sternberg, Metabo, und quer.kraft-Vorstandsmitglied Prof. Dr. Alexander Brem, Inhaber des Lehrstuhls Technologiemanagement an der Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg, gratulierten Preisträger und HTWG-Absolvent Marko Tubin (Mitte).

Marko Tubin, Student der Fakultät Maschinenbau, hat für seine Masterarbeit im Studiengang Mechanical Engineering and International Sales Management den „quer.kraft Preis 2018“ gewonnen.

Der Innovationsverein „quer.kraft“ hat sich zum Ziel gesetzt, den Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis mit- und untereinander nachhaltig zu fördern. Neben regelmäßigen Best-Practice-Veranstaltungen sowie einer Vielzahl an Arbeitskreisen, in denen Erfahrungen und Erkenntnisse aus Wissenschaft und Praxis vorgestellt und kritisch diskutiert werden, verleiht der Verein jährlich einen Preis für herausragende studentische Arbeiten. In diesem Jahr hat der HTWG-Absolvent Marko Tubin den Preis gewonnen. Er erhält ihn für seine Arbeit zum Thema „Findung kundengerechter Lösungen für Emerging Markets – Kombination von Frugal Innovation-Ansätzen mit TRIZ-Methoden.“ Die Arbeit hat er bei der Anlagenbau-Firma Eisenmann angefertigt – einem quer.kraft Mitgliedsunternehmen.

Der Begriff „frugal“ stammt von dem lateinischen Wort „frugalis“ (wirtschaftlich, sparsam) ab und steht im deutschen Sprachgebrauch für einfach, sparsam oder schlicht, erläutert Tubin. Als frugale Innovationen werden im Innovationsmanagement demnach einfache und funktionale Lösungen bezeichnet, die gleichzeitig die hohe Preissensitivität der Kunden in den unteren Marktsegmenten der Emerging Markets adressieren. Die Innovationsmethodik „TRIZ“ (Theorie des erfinderischen Problemlösens) kann insbesondere für die Entwicklung technischer Systeme und Produkte eingesetzt werden. TRIZ beschreibt eine Ansammlung unterschiedlicher Werkzeuge, Methoden und Vorgehensweisen um Innovationen systematisch zu finden.

In der Arbeit hat Marko Tubin untersucht, inwiefern die Innovationsmethodik TRIZ aus Sicht von westlichen Premiumanbietern für die Entwicklung von frugalen Innovationen eingesetzt werden kann.
An der HTWG wurde Marko Tubin von Prof. Dr. Ditmar Ihlenburg betreut. Er kommentiert: „Die Arbeit von Marko Tubin greift eine sehr aktuelle Thematik der Innovationsforschung im Kontext von Emerging Markets auf, welche in Bezug auf ihre Größe, Dynamik und Wachstumsraten eine zunehmend bedeutende Rolle für global agierende Premiumanbieter haben. Die grundlegende Eignungsprüfung von TRIZ-Methoden für die Entwicklung von frugalen Innovation zeigt überraschende Erkenntnisse über die zukünftigen Gestaltunganforderungen an ein globales Innovationsmanagement. Hervorzuheben ist, dass die Arbeit nicht im Konzeptionellen stehen bleibt, sondern auch erste praktische Erkenntnisse aus einem qualitative empirischen Innovationsworkshop abgeleitet werden konnten. Die Implikationen der Arbeit haben eine hohe Relevanz darüber, wie TRIZ-Methoden für die Entwicklung von frugalen Innovationen eingesetzt werden können.“

Die Kriterien für die Preisvergabe sind der Beitrag der Arbeit im Hinblick auf die Mission des Vereins, also die Förderung des Wissenstransfers zwischen Theorie und Praxis, sowie die Innovativität der Arbeit und ihr wissenschaftlicher Wert. Es können Arbeiten jeder Fachrichtung vorgeschlagen werden, die in Kooperation mit einem quer.kraft Mitgliedsunternehmen entstanden sind.
Die Jury setzt sich aus Professoren sowie aus hochrangigen Unternehmensvertretern zusammen. Unter den Einsendungen werden durch die Jury vorab drei Finalisten ausgewählt, die ihre Arbeit persönlich präsentieren dürfen. Der Gewinner wird innerhalb einer Jurysitzung bestimmt und hat im Anschluss bei der quer.kraft Jahrestagung die Gelegenheit, seine Arbeit im Plenum vorzustellen und mit den Teilnehmern zu diskutieren.