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Gründertag: Auch Startups kommen in die Pubertät

Mehr als 150 Besucher hat der Gründertag Bodensee 2018 in die Mensa der HTWG gelockt. Die Veranstalter haben zum ersten Mal ein Vorprogramm geboten. Es wurde sehr gut angenommen.

Prof. Dr. Oliver Haase, Vizepräsident Forschung, hieß die angehenden wie die erfahrenen Gründer herzlich willkommen. Am Beispiel eines spielerischen Experiments wünschte er ihnen „exponentielles Wachstum“, damit sie „nach dem Mond und den Sternen greifen mögen“. Auch Prof. Dr. Dirk Leuffen, Prorektor für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs der Universität Konstanz, begrüßte die Gründungsinteressierten. Er lobte die Konstanzer Gründerkultur, die er als „piffig und quirlig“ bezeichnete.

Dass Startups starke menschliche Züge haben, machte Keynote-Speaker Dr. Axel Jockwer unterhaltsam anschaulich. Mit Humor und Herzlichkeit verglich er die Adoleszenz von Startups mit der Pubertät von Jugendlichen. Vom dreiköpfigen Team, das die Nächte durcharbeitet, bis zur 80-köpfigen Mitarbeiterschaft, die Konkurrenzdenken zwischen den Abteilungen, pflegt, führte er die hohe Bedeutung von zum Beispiel interner Kommunikation, einer übergeordneten Strategie und zielgerichtetem Personaleinsatz für wachsende Unternehmen auf.

Im anschließenden Start-up BW Elevator Pitch Regional Cup Bodensee stellten sich elf Pitch Teams – darunter zwei Teams aus Konstanz – der Herausforderung, vor großem Publikum und hochkarätiger Jury in nur drei Minuten von ihrer Geschäftsidee zu überzeugen. Platz 3 ging an „Beneto Foods“ (proteinreiche Nahrung aus Insekten),  Platz 2 an „rezemo“ (Kaffeekapseln aus Holz) und Platz 1 ging an „Glassomer“ (Glas wie Kunststoff formen), die zugleich zum Publikumsliebling gekürt wurden und sich im Sommer beim Landesfinale in Stuttgart erneut unter Beweis stellen dürfen.

Das Interview „Gründer berichten“ wartete mit einer Videodokumentation des Silicon-Valley-Besuchs von Kilometer1, der gemeinsamen Gründerinitiative von Universität Konstanz und HTWG, und mit spannenden Gründerstories auf. Jana Ritter, selbstständige Hörakustikmeisterin betonte „ein aktives Netzwerk ist sehr wichtig“ und meinte zu ihrer Gründungserfahrung „hätte ich es doch früher gemacht“. Erik Klaas, Co-Founder der 8tree GmbH (3D Scanner) gab den Rat: „Man sollte nicht im stillen Kämmerchen vor sich hin tüfteln, sondern möglichst früh raus gehen zum Kunden“. Christoph Schlettig, Gründer der Unisphere GmbH (Mobilitätskonzept für Lufttaxis und Drohnen) schloss sich dem Rat seines Vorredners an und fügte hinzu: „Man sollte nicht allein gründen, denn im Team kann man sich gegenseitig motivieren“. Auch sei es in den ersten Gründungsjahren besonders „wichtig sich externe Unterstützung zu holen“, wie sie beispielsweise die Partner des Gründernetzwerks – Veranstalter des Gründertag Bodensee – bietet.

Den gesamten Abend über gab es die Möglichkeit zum Netzwerken und Kennenlernen. Der Gründertag Bodensee wird 2019 wieder im Rahmen der Gründerwoche Deutschland stattfinden. (tzk/aw)

Bildtext: Prof. Dr. Oliver Haase, Vizepräsident Forschung, begrüßt die Gäste des Gründertags 2018 in der Mensa der HTWG.