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Zimmer mit Aussicht - Wohnen in Konstanz

06.03.2018

Zimmersuche in Konstanz. Eine zeitintensive, schwierige und teure Angelegenheit. Gerade vor Semesterbeginn ist der Markt eng, die Not groß. Wir geben Tipps, wie man am Bodensee erfolgreich eine Bleibe findet – auch mit wenig Geld.

Die BAföG-Pauschale für Miete beträgt 250 Euro im Monat. In München zahlen Studierende in der Regel doppelt so viel für ein WG-Zimmer – durchschnittlich 570 Euro pro Monat. Tendenz steigend. Nun ist Konstanz nicht München, aber auch hier sind 400 Euro für ein Zimmer in guter Lage eher die Regel als die Ausnahme. Die attraktive Lage und die Nähe zur Schweiz heben den Mietspiegel zusätzlich an, der aktuell bei 13,55 Euro/qm liegt. Bedenkt man, dass laut einer Studie des BMBF der durchschnittlichen Studentin / dem durchschnittlichen Studenten monatlich insgesamt nur 918 Euro zur Verfügung stehen um den Lebensunterhalt zu bestreiten, ist es kaum verwunderlich, dass die Finanzierung der monatlichen Miete auch die Studierenden der HTWG zunehmend vor Probleme stellt. Im Schnitt gehen ca. 40% des studentischen Budgets für Miete drauf.

Wohnheim: Alle unter einem Dach

Empfehlenswert für Studienanfängerinnen und -anfänger sind natürlich die Wohnheime. Zugegeben, sehr viel Platz gibt es dort normalerweise nicht. Aber weil die Zimmer möbliert und mit der nötigen Infrastruktur ausgestattet sind, muss man sich nicht um die Anschaffung von Waschmaschine, Esstisch oder Couchgarnitur kümmern. Ein nicht zu unterschätzender Vorteil ist außerdem, dass man mit anderen Studierenden zusammen lebt und so gleich Anschluss in der neuen Stadt findet. Für ausländische Studierende kann dies enorm hilfreich sein, um alltagstaugliches Deutsch zu lernen. Immerhin jeder achte Student, jede neunte Studentin in Deutschland wohnt derzeit in einem Wohnheim.

Seezeit, das Studierendenwerk Bodensee, betreut in Konstanz 13 studentischen Wohnanlagen mit über 2300 Betten. Die Frage, ob es jetzt, wenige Tage vor Semesterbeginn, noch möglich und aussichtsreich ist, sich dort um einen Wohnheimplatz zu bemühen, bejaht Elke Vetter, Pressesprecherin von Seezeit: „Auf jeden Fall. Noch sind nicht alle Plätze vergeben und es kommen im Augenblick auch noch Kündigungen rein.“ Die Chancen auf einen Wohnheimplatz stehen gut, denn im Vergleich zu anderen Unistädten ist Konstanz mit 13 Wohnheimen bestens versorgt. Ein wenig Glück braucht es dennoch, da die Plätze in den Wohnheimen nach einem Losverfahren vergeben werden.  

Hier finden Sie die Kontaktdaten und alle Infos zu den Wohnheimen von Seezeit in Konstanz

Außer dem Studierendenwerk gibt es noch andere Einrichtungen, die Wohnanlagen für Studierende betreuen, im Augenblick sind dort zum Teil ebenfalls noch Plätze frei.

Kontaktdaten und Infos

WG: Zusammen ist man weniger allein

Wer individueller wohnen will oder im Wohnheim keinen Platz gefunden hat, zieht nicht selten in eine Wohngemeinschaft. Rund 30% der Studierenden entscheiden sich für diese Wohnform. Von der Zweckgemeinschaft, weil es so für den Einzelnen einfach billiger ist, bis zum Familienersatz – die Bandbreite der gelebten WG-Modelle ist dabei sehr groß. Genauso wie die Preisspanne. Wer Glück hat, findet ein WG-Zimmer für unter 300 Euro, in der Regel sind die Zimmer in Konstanz aber 50-150 Euro teurer. Die bekanntesten Internetportale sind www.wg-gesucht.de und www.studenten-wg.de. Ein heißer Tipp: Die Abo-Funktion aktivieren. Denn auf die Weise erhält man umgehend eine Benachrichtigung auf das Smartphone, wenn eine neue Anzeige aufgegeben wird. Oft ist es bei der Zimmersuche nämlich schlicht so: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Gute Angebote sind meist schon innerhalb von wenigen Stunden wieder aus dem Portal verschwunden, weil niemand Lust hat, dreißig oder mehr Emails und Anrufe zu beantworten. Wer sofort reagieren kann, ist also klar im Vorteil.

Es empfiehlt sich, parallel dazu unbekanntere Portale wie www.wohnungsboerse.net oder www.vierwaen.de zu besuchen. Weil dort weniger Menschen inserieren und suchen, sind die Chancen dort unter Umständen besser.

In WGs ist die Fluktuation hoch, deshalb findet man mit etwas Glück auf den genannten Portalen auch noch kurz vor Semesterbeginn ein Dach über dem Kopf. Wenn es schnell gehen muss, ist es eine Überlegung wert, erst einmal ein Zimmer zur Zwischenmiete zu nehmen und dann vor Ort in Ruhe weiterzusuchen.

Zwischenmieten finden sich auf den oben genannten Portalen und unter www.zwischenmiete.de.

Speziell für die Bodensee-Region hat das Studierendenwerk auf ihrer Internetseite eine Zimmerbörse eingerichtet: Man kann dort nach Zimmern und nach Wohnungen suchen. Ein Besucht lohnt sich, im Moment gibt es noch einige Angebote zum 1.4.

Zur Zimmerbörse

Alles bereits probiert und trotzdem noch ohne Bleibe? Dann ist es ratsam, den Suchradius zu vergrößern und z.B. Radolfzell, Singen oder Kreuzlingen mit in die Suche einzubeziehen. Allerdings muss man sich darüber im Klaren sein, dass das Wohnen in der Schweiz teurer ist als in Konstanz, rund 100 Euro mehr zahlt man für ein vergleichbares Zimmer. Aber: Ausnahmen bestätigen die Regeln.

Ein Suchportal für die Schweiz ist beispielsweise http://www.anzeiger.ch

Die eigenen vier Wände: Allein zu Haus

Eine eigene Wohnung für sich allein oder zusammen mit dem Partner oder der Partnerin bevorzugen immerhin 38% der Studierenden. Dies stellt somit die beliebteste Wohnform dar. Das ist angesichts eines Wohnungsmarktes, dessen Angebot knapper und teurer wird, ein wenig überraschend. Wer sich für diese Variante entscheidet, dem seien neben den oben genannten Portalen für WGs, in denen sich auch nach Wohnungen suchen lässt, außerdem die folgenden Portale empfohlen:

https://www.immobilienscout24.de/wohnen/mietwohnungen.html 
https://www.lieblingsmieter.de

Sinnvoll kann es zudem sein, in den lokalen Tageszeitungen nicht nur die Wohnungsanzeigen zu studieren, sondern selbst ein Wohnungsgesuch zu inserieren. Der Südkurier z.B. veröffentlicht immer mittwochs und samstags die Immobilienanzeigen. Knapp 90 Euro kostet dort ein vierspaltiges Inserat, das zwei Mal im Bodenseeraum erscheint. Das ist für Studierende nicht wenig Geld, aber da über diesen Weg manchmal Wohnungen angeboten werden, die sonst weder im Internet noch in der Zeitung erscheinen, erweist sich das unter Umständen als gut investiertes Geld. Hier sollte man aber zwei Monate im Voraus planen, kurzfristig über diesen Weg eine Wohnung zu bekommen, ist eher unwahrscheinlich.

Die Sozialen Medien bieten ebenfalls Möglichkeiten eine Bleibe zu finden. Allerdings halten wir die Seite www.facebook.com/Wohnung.Konstanz/ nur bedingt für geeignet, denn die Zahl der Angebote ist recht überschaubar und in den allermeisten Fällen sind die Wohnungen bzw. WG-Zimmer auch unter www.wg-gesucht.de inseriert. Wir empfehlen deshalb, sich der Facebook-Gruppe der HTWG anzuschließen. Dort werden regelmäßig Wohnungen angeboten und man kann dort initiativ ein Gesuch aufgeben: www.facebook.com/groups/HTWGler

Randnotiz: Das Hotel Mama ist besonders bei Studierenden an Hochschulen für Angewandte Wissenschaften beliebt: 25% der Studierenden an einer HAW wohnen noch zu Hause, unter den Studierenden an der Universität sind es nur 17%. Woran mag das liegen? Auf unserer Facebook-Seite kann man den Artikel kommentieren.