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So meisterst du die Prüfungszeit

25.01.2019

10 Tipps für effektives und erfolgreiches Lernen

Tipp 1: Fang‘ rechtzeitig an!

Prokrastination ist dir ein Begriff? Du hast diesen Text angeklickt, um die unschöne Aufgabe der Prüfungsvorbereitung noch ein wenig vor dir herzuschieben? Dann lies‘ nicht weiter, schließe deinen Browser, nimm dir den Stoff vor, der dir am wenigsten missfällt und fang‘ mit dem Lernen an. Jetzt! Rechtzeitiges Lernen bedeutet, mit der Wiederholung des Stoffes zu einem Zeitpunkt anzufangen, der dir ermöglicht, das Pensum ohne allzu viel Stress zu bewältigen. Und der liegt meist recht früh im Semester, siehe Tipp 3. Die Erfahrung zeigt, dass in den allermeisten Fällen der Grund für ein Scheitern in der Prüfung das fehlende Zeitmanagement ist, nicht mangelnde Intelligenz oder Unvermögen. Besser spät als nie – das gilt zwar auch beim Lernen, aber wer spät mit dem Lernen anfängt, kann nicht seine optimale Leistungsfähigkeit abrufen und auf gute Resultate hoffen. Und das ist doch schade und ärgerlich. Deshalb:  Berücksichtige diesen Tipp, er steht bewusst an erster Stelle!

Tipp 2: Lerne in kleinen Schritten!

So wie es für deinen Körper gesünder ist, mehrere kleine Mahlzeiten zu dir zu nehmen, so ist es auch für dein Gehirn angenehmer, die Lernmenge in kleine Portionen aufzuteilen. Bulimie-Lernen mag im Ausnahmefall eine Option sein, also wenn du vor der Wahl stehst, völlig blank in die Prüfung zu gehen oder dir in den letzten Tagen noch so viel Stoff wie möglich einzupauken, um vielleicht noch eine ausreichende Zensur zu bekommen. Aber so wie dein Magen nichts bei sich behält, wenn er das Aufgenommene in einem Schwall von sich gegeben hat, bleibt auch in Deinem Gehirn nach einer Prüfung von den Inhalten kaum etwas zurück. Bedenke, dass die Hochschule bemüht ist, die Curricula so aufzubauen, dass ihre Studierenden während des Studiums nur das lernt, was ihr später im Berufsleben anwenden könnt und auch braucht. Versuche deshalb, dein Studium als eine Zeit zu betrachten, in der du die Möglichkeit hast, Wissen zu erwerben, das dir für deinen späteren Weg von Nutzen ist, also eine positive Einstellung zum Lernen zu entwickeln. Tipps zum strukturierten Lernen gibt dir Tipp 4.

Tipp 3: Lerne kontinuierlich!

Wahrscheinlich bist du es leid, diesen Tipp zu hören, er ist leider dennoch richtig: Wer bereits während des Semesters seine Lerninhalte gut strukturiert und übersichtlich aufbereitet hat und kontinuierlich dran bleibt, hat es später während der Lernphase leichter und erspart sich unnötigen Stress. Das gilt aber auch fürs Inhaltliche: Die Faustregel besagt, dass die Vor- und Nachbereitung eines Seminars oder einer Vorlesung noch mal genauso viel Zeit in Anspruch nehmen sollte wie die eigentliche Vorlesung. Das heißt konkret:

Wenn du während eines Seminar etwas nicht verstanden hast, frag‘ rechtzeitig nach – am besten deinen Dozenten / deine Dozentin. Keine Scheu! Für Lehrende ist deine Frage eine wichtige Rückmeldung, auf den von dir angesprochenen Punkt noch einmal näher einzugehen. Denn du kannst dir sicher sein: Wenn du etwas nicht verstanden hast, geht es fast immer anderen Kommilitonen haargenau so.

Arbeite die Kapitel in deinen Lehrbüchern oder die Texte, die zur jeweiligen Sitzung angegeben sind, auch wirklich zum vorgesehenen Termin durch.

Vergegenwärtige dir vor der Vorlesung oder dem Seminar kurz, worüber beim letzten Mal gesprochen wurde – und zwar ohne in deine Unterlagen zu schauen. Versuche dabei, den „roten Faden“ nicht aus den Augen zu verlieren, also dir bewusst zu machen, was die wesentlichen Zusammenhänge der Lerneinheit sind. So merkst du schnell, wo deine Lücken sind. Schau‘ dir dann diese ganz gezielt noch einmal an. Nutze ggf. ein Cluster (siehe Tipp 4).

Tipp 4: Lerne strukturiert!

Gerade zu Beginn eines Studiums fällt es vielen schwer, Lernpensum und den Stoff eigenständig zu strukturieren. Das ist normal, du bist von der Schule schließlich anderes gewohnt. Doch lernen kann man tatsächlich lernen! Wir empfehlen deshalb, dem Moodle-Kurs „Lernen lernen“  der HTWG beizutreten. Und zwar rechtzeitig, also zu Beginn des Studiums. Der Kurs hilft dir dabei, Stoff zu strukturieren, kontinuierlich zu lernen, vermittelt dir Techniken und Methoden, die dich optimal auf Prüfungen vorbereiten, z.B. die folgenden:

Keinen Plan? Dann mach‘ dir einen! Eine gute Methode ist es mit Wochenplänen und Semesterplänen zu arbeiten. Und zwar ganz konkret, als Excel-Tabelle oder auf Papier. Pläne, die nur in deinem Kopf existieren, helfen nicht weiter. Probier‘ es aus, du wirst einen Unterschied feststellen! Denn die Pläne lassen Lernfortschritte oder Stagnation tatsächlich sichtbar werden. Sie helfen dir, Klarheit darüber zu bekommen, was dich am Lernen hindert oder was deinem Lernen förderlich ist und du kannst deine Pläne dementsprechend anpassen.

Hilfreich sind auch die Methode der „Lernlandkarte“ und das „Clustern“. Du erstellst zunächst eine Übersicht, über die Themen, die es zu lernen gibt. Dann machst du dir deutlich, welche Themen du lernen musst und wie weit du dabei jeweils bist. Außerdem hilft dir das Clustern, Verbindungen zwischen den einzelnen Stoffgebieten zu erstellen und den roten Faden nicht zu verlieren (siehe Tipp 3).

Strukturiert lernen heißt auch: effektiv lernen. Setze Prioritäten: welche Lerneinheit ist am wichtigsten, am dringendsten? Diese solltest du zuerst angehen. Und du solltest dich vor einer Prüfung genau mit der Prüfungsform auseinandersetzen. Es bringt dir nichts, wenn du in der Prüfung zeigen musst, dass du den Stoff anwenden kannst, z.B. in dem du Rechenaufgaben löst, du aber nur die Theorie rund um den Stoff gelernt hast. Scheue dich nicht, deine Profs zu fragen, wie genau die Prüfung aussehen wird. Sie werden für deine Bitte Verständnis haben. Lass‘ dir eine Klausur bzw. Prüfungsaufgaben aus dem vorangegangen Semester zeigen oder frag‘ einen Kommilitonen aus einem höheren Semester danach. Manche Profs schreiben auch Probeklausuren, das ist natürlich ideal, um gut vorbereitet in die Prüfung zu gehen. Denk‘ daran: Auch die Profs haben ein Interesse daran, dass ihre Studierenden den Stoff verstehen und gute Noten schreiben!

Tipp 5: Sorge für die richtige Lernumgebung!

Mal schnell noch im Bus lernen oder am Küchentisch der WG? Besser nicht. Du solltest dir deinen Lernort so wählen, dass du möglichst ungestört bist und dich voll aufs Lernen konzentrieren kannst. Wer gut in der Bibliothek lernen kann, sollte das tun. Hier findest du Informationen über die an der HTWG zur Verfügung stehenden Lernräume und die Öffnungszeiten der Bib.

Wer lieber zu Hause lernt, sollte dafür sorgen, Ruhe und ausreichend Platz für sein Lernmaterial zu haben. Räum‘ deinen Schreibtisch vor einer Lerneinheit leer, schalte Smartphone, WLAN und Fernseher ab!

Es kann natürlich passieren, dass du während des Lernens merkst, dass du etwas im Internet recherchieren musst. Sei‘ diszipliniert und suche im Netz wirklich nur nach dieser Info! Wenn die Gefahr besteht, dass du dich ablenken lässt, sobald du online bist, notiere dir deinen Rechercheauftrag auf einen Extrazettel oder in einer eigens dafür angelegten Datei und gehe ihm erst am Ende deiner Lerneinheit nach.

Tipp 6: Schließ‘ dich einer Lerngruppe an!

Zugegeben: Das ist nicht jedermanns Sache. Wenn du von dir ganz sicher weißt, dass du besser alleine lernen kannst, kannst du diesen Tipp auch ignorieren. Allerdings solltest du das Gruppenlernen wenigsten einmal pro Fach ausprobiert haben. Manche Fächer eignen sich besser fürs Gruppenlernen als andere.

Der Vorteil einer Lerngruppe besteht zum einen darin, dass du mit deinen Schwierigkeiten und dem Lernstress nicht alleine bist. Gemeinsam kann man sich besser motivieren. Wenn man zum Lernen verabredet ist, ist die Wahrscheinlichkeit, dass man auch tatsächlich lernt, größer als wenn man allein zu Hause sitzt. Der Gefahr, euch zu verquatschen, könnt ihr vorbeugen, indem ihr euch in einer Umgebung trifft, die wenig Ablenkungsmöglichkeiten bietet, z.B. in einem Klassenzimmer oder einem Lernraum der HTWG. Schaltet ganz bewusst zu Beginn eurer Lerneinheit die Smartphones ab! Vereinbart vorher, welches Thema eure Lerneinheit hat und welches Ziel ihr erreichen wollt. Packt nicht zu viel Stoff in eine Lerneinheit. Trefft euch stattdessen lieber öfter und regelmäßig. Wichtig: Pausen machen und sich nach getaner Arbeit etwas gönnen (->Tipp 7).

Neben dem sozialen Aspekt geht es aber natürlich um den Lerneffekt: Wer anderen eine Sache erklären muss, wiederholt dabei die Inhalte und kann sie sich selbst besser merken – oder merkt dabei, wo es noch hakt. Wissenslücken lassen sich durch einen Experten in der Gruppe schneller schließen als allein. Solltet ihr bei einem Problem einmal auch gemeinsam in der Lerngruppe nicht weiterkommen, wendet euch an euren Dozenten / eure Dozentin.

Eine Lerngruppe suchst du dir am besten zu Beginn des Semesters, so dass ihr euch schon während des Semesters ab und zu treffen könnt. Frag‘ doch einfach deine Kommilitonen, wenn es zu einer Vorlesung nicht sowieso Tutorien gibt, die du in jedem Fall besuchen solltest! Oder schließe dich einer schon bestehenden Lerngruppe der HTWG an.

Tipp 7: Belohne dich!

Mit der Aussicht auf Belohnung arbeitet der Mensch besser. Mach‘ dir dies zunutze und baue ganz bewusst Belohnungen in deinen Lernplan ein, die du dann auch wirklich umsetzt, wenn du das Pensum, das du dir vorgenommen hast, bewältigt hast. Belohnungen können etwa ein Kinofilm sein, den du schon länger schauen wolltest, abends nach dem Lernen mit Freunden ausgehen, ein neues Kleidungsstück, ein Konzert deiner Lieblingsband etc. Alkohol oder andere Drogen empfehlen sich in nicht als Belohnung, sondern wirken kontraproduktiv! Und noch etwas: Arbeite mit Belohnungen, aber nicht mit Strafe. Wenn du einmal nur die Hälfte dessen geschafft hast, was du dir eigentlich geplant hattest, mach‘ dir nicht allzu viel Stress, wichtig ist, dran zu bleiben, nicht aufzugeben. Jede Stunde des Lernens zählt und zahlt sich aus.

Tipp 8: Sorge für ausreichend Erholung!

Zu einer strukturierten Lernweise gehört unbedingt, Pausen einzuplanen und diese einzuhalten. Niemand kann sich vier Stunden am Stück konzentrieren. Auch dein Gehirn braucht Phasen der Regeneration. Gönne Dir deshalb Pausen und genieße sie bewusst. Trinkst du gerne Kaffee, dann bereite dir nach einer zweistündigen Lerneinheit einen zu, und genieße ihn in Ruhe, konzentriere dich auf den Geschmack und den Duft, ohne nebenbei auf deine Aufzeichnungen zu schielen oder im Internet zu surfen. Zur Erholung empfiehlt es sich außerdem, Sport zu treiben oder Entspannungsübungen zu machen, zu meditieren oder spazieren zu gehen. Körperliche Bewegung hilft dir, Stress abzubauen und gut schlafen zu können. Denn gerade in der Prüfungszeit ist es wichtig, darauf zu achten, ausreichend zu schlafen. Klar, jeder hat schon mal eine Nacht durchgelernt, das geht auch mal, aber spätestens die zweite durchgelernte Nacht wirkt sich nachteilig auf deinen Lernerfolg aus! Schlaf dich stattdessen lieber aus.

Tipp 9: Lenk‘ dich ab!

Richtig gelesen – neben den Pausen darf und sollst du dich auch ablenken. Wichtig dabei ist, dass du dich ganz bewusst ablenkst. Soll heißen:  achte darauf, dass die Ablenkung nicht „einfach so“ passiert, du nur kurz Instagram checken wolltest und plötzlich zwei Stunden um sind, sondern plane deine „Internet- oder Social Media-Zeit“ in deinen Tagesablauf ein, beispielsweise eine Stunde pro Tag. In dieser Zeit kannst du dann surfen, wie du möchtest. Entscheidend ist viel mehr, dass du die eingeplante Zeit nicht überschreitest. Dabei kann es dir helfen, den Alarm an deinem Smartphone einzustellen und dieses in einen anderen Raum zu legen, so dass du aufstehen musst und deinen Computer verlassen, um den Alarm abzustellen. Danach fällt es leichter, den Browser zu schließen, ggf. den Rechner vom Internet zu trennen und dich wieder konzentriert dem Lernen zu widmen.

Tipp 10: Hol‘ Dir Hilfe bei Stress, Prüfungsangst und Überforderung!

Wenn du merkst, dass deine Überforderung mit dem Lernen das gewohnte Maß überschreitet, vertrau‘ dich jemandem an. Das kann ein Freund, eine Freundin oder jemand aus deiner Familie sein, aber auch die Nightline, die Studienberaterinnen der HTWG oder die Psychotherapeutische Beratungsstelle von Seezeit sein. Manchmal hilft es schon, seine Sorgen und Probleme einfach auszusprechen. Spätestens wenn du nachts nicht mehr schlafen kannst, Panikattacken hast oder dich negative Gedanken quälen, solltest du aber unbedingt die Hilfsangebote der HTWG in Anspruch nehmen! Hab‘ keine Scheu und zögere nicht: Die Mitarbeiterinnen der HTWG sind dafür ausgebildet und überlegen mit dir zusammen, welche Möglichkeiten für dich in Frage kommen.

->Workshop: Fit für die Prüfung / Stark für Studium und Beruf

Hilfe zu suchen heißt nicht, versagt zu haben oder minderwertig zu sein, sondern zeugt im Gegenteil davon, dass du Verantwortung für dich übernimmst. Und darauf kannst du stolz sein. Mach‘ dir bewusst: Du bist nicht der einzige Mensch an der HTWG, der Probleme hat, selbst wenn du das Gefühl haben magst, dass es deinen Kommilitonen ohne Schwierigkeiten gelingt, das Lernpensum zu bewältigen. Die Prüfungszeit ist für alle eine schwierige Phase im Semester. Aber auch hier gilt: Such‘ dir so früh wie möglich Hilfe. Die Lernberatung kann dich dabei unterstützen deine Lernwege langfristig zu verbessern. Wenn du die Beratung zwei Tage vor der Prüfung aufsuchst, sind deine Handlungsoptionen zwangsläufig eingeschränkt, meist geht es dann nur noch um Schadensbegrenzung. Dennoch lohnt sich auch dann der Besuch: die Studienberaterinnen können dich kompetent beraten, welche Möglichkeiten du hast, z.B. Prüfungen zu verschieben, sie wissen, an wen du dich dafür wenden musst, welche Prüfungen du wie oft wiederholen kannst etc. 

Wir wünschen Dir eine wenig stressige Lernphase und viel Erfolg bei den Prüfungen!

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Titelbild Startseite: shutterstock / Ekaterina Karpacheva