Architektur

Bachelor und Master

 

Seit 2002 sind Markus Wespi, Jerôme de Meuron und Luca Romeo als WdMR Architekten im Schweizerischen Caviano tätig. Auf Einladung des ArchitekturFORUMs KonstanzKreuzlingen stellte Jerôme de Meuron das Werk des Tessiner Büros an der HTWG vor.

Schlichte Ästhetik, die sich unaufgeregt und harmonisch in die bestehende Umgebung einfügt – so lassen sich die Bauten des Büros WdMR Architekten wohl beschreiben. Ihren Anfängen mit kleineren Projekten im Tessin sind sie entwachsen, mittlerweile entwerfen sie für Standorte in ganz Südeuropa. Doch in den Tessiner Bergdörfern lässt sich ihr Architekturansatz, auf die Umgebung einzugehen, am eindrucksvollsten erleben: Da stehen moderne Gebäude wie selbstverständlich neben den alten Häusern im Dorf. Teils wird vorhandene Bausubstanz genutzt, teils alte Mauerwerkssteine erneut verwendet, wenn möglich auch das Holz aus der Region, teilweise sogar alter Waschbeton. Kombiniert mit Sichtbeton und in einer klaren Formsprache, so dass sich der moderne Bau sehr zurücknehmend integriert. Das Leitmotiv ist Statement:

“Architektur,
zeitlos selbstverständlich,
verwoben mit Baukultur und Ort,
verwurzelt wie schon immer da gewesen,
mehr Entdeckung als Erfindung,
aus altvertrauten Stimmungen Neues schaffen,
Atmosphäre,
Licht und Schatten,
das mögen wir.”

Beim aktuell inflationär verwendeten Baustoff Glas übt de Meuron Zurückhaltung: „Man sollte nicht nur von der Aussicht profitieren, sondern mit dem Haus auch etwas zurückgeben. Dies ist mit Glas nicht möglich.“ Dieses Geben und Nehmen gelingt in den Entwürfen auf ganz bezaubernde Weise. Die Wohnbauten vermitteln ein kaum beschreibbares Gefühl der Ursprünglichkeit und der Verflechtung mit der Umgebung. Ihre Architektur ist gleichermaßen geprägt von der Analyse der traditionellen Dorftypologien wie auch von den Lehren der Moderne – was könnte aufschlussreicher sein für einen Hochschulvortrag?