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Digitalisierungsunterstützung für KMU der Bodenseeregion

Die Bodensee-Anrainer streben grenzüberschreitende Kompetenzbündelung und mehr Transparenz über Angebote für KMU zur Digitalisierungsunterstützung an. Das beschlossen sie bei einem Auftakttreffen an der HTWG.

Insbesondere kleine und mittlere Unternehmen (KMU) stellt die digitale Transformation vor große Herausforderungen. Dabei ist ihr Potenzial in der Bodenseeregion riesig. Umso wichtiger ist es, das Innovations- und Kooperationspotenzial rund um die Themen der Digitalisierung durch einen effektiven Wissens- und Technologietransfer für die Wirtschaftsregion Bodensee nutzbar zu machen, den Wirtschaftsraum Bodensee mit grenzüberschreitenden Synergieeffekten zu hebeln und den Wandel aktiv zu gestalten.

Die im Sommer 2018 von den Regierungschefs der Bodensee-Anrainerstaaten beschlossene Arbeitsgruppe der Internationalen Bodensee-Konferenz (IBK) „Digitalisierungsinitiative Bodensee“ (D/B) hat nun ihre offiziellen Aktivitäten aufgenommen. Mit verschiedenen Bausteinen will die D/B die grenzüberschreitende Zusammenarbeit an Digitalisierungsthemen voranbringen und Transparenz für KMU schaffen. Durch den Austausch zwischen den verantwortlichen Akteuren aus Politik, Verwaltung, Wissenschaft und Wirtschaft wird auf allen Ebenen ein Verständnis für die relevanten Themen und Voraussetzungen für die Wirtschaftsregion Bodensee geschaffen.

Digitalisierungsakteure aus Wirtschaft, Wissenschaft, Verwaltung und Politik

Die D/B organisiert zweimal jährlich den „BODENSEEDIALOG digital“, in dem Digitalisierungsakteure aus Wirtschaft, Wissenschaft, Verwaltung und Politik in Projektgruppen die Bedarfe und Angebote zusammenzuführen, aufeinander abstimmen, gemeinsame Aktivitäten anstoßen und das Angebot grenzüberschreitend verfügbar machen. Erstmals fand der BODENSEE DIALOG digital im Dezember an der HTWG Hochschule Konstanz statt. Dr. Frank Speier, Vorsitzender der Kommission Wirtschaft der Internationalen Bodensee-Konferenz (IBK) und Leiter des Referats „Wirtschaftspolitik in Europa“ im Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg (WM), bezeichnete den BODENSEEDIALOG digital als „Speerspitze“ der grenzüberschreitenden Arbeit in Sachen Digitalisierung. Es sei in der Region bereits vieles geschaffen worden, auf das der BODENSEEDIALOG digital aufbauen könne, zudem könnten die Akteure auf Unterstützung zählen, das politische Commitment sei stark.
So stand beim Auftakttreffen die Frage im Mittelpunkt: Wo müssen wir weitere Verbindungsarbeit leisten, wo neue Projektideen und Formate entwickeln, um Akteure zusammenzubringen? In Workshops arbeiteten die Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft und Institutionen an vier Kernthemen: Branchen, Arbeiten 4.0, Technologien, Intermediäre. Aus der Vielzahl der entwickelten Anregungen und ersten Ansätzen, bildeten sich erste Projektgruppen, die sich mit einem spezifischen Themengebiet oder zum Teil schon konkreten Projektansätzen auseinander setzen möchten. Übereinstimmend war der Wunsch nach grenzüberschreitender Transparenz: So soll die übergreifende Information über Projekte und Themen rund um Digitalisierung wie auch über grenzüberschreitende Bildungs- und Weiterbildungsangebote leichter zugänglich sein. Besonders großen Zuspruch fand das Themengebiet der Stärkung von Clustern und Netzwerken, die ebenfalls zur Transparenz in der Vierländerregion beitragen können. Eine weitere Gruppe wird an der Entwicklung eines Coachings für den Digitalen Wandel arbeiten.

„Der BODENSEEDIALOG digital bietet einen aktiven Anstoß, das Know-how der Bundesländer und Kantone gezielt zusammenzuführen und nutzbar zu machen“, betonte Alexandra Boger, Leiterin des an der HTWG Konstanz angesiedelten Netzwerks Bodenseezentrum Innovation 4.0 (BZI 4.0), das die Aktivitäten der D/B koordiniert. Der BODENSEEDIALOG digital wird künftig zwei Mal im Jahr stattfinden. Die bereits entstandenen Projektgruppen bleiben so im Austausch miteinander, neue Projektgruppen können sich bilden und zusammenarbeiten.

Ziel: Grenzüberschreitende Transparenz über Projekte und Angebote

Am Nachmittag desselben Tages wurden die ersten Ergebnisse des BODENSEEDIALOGs digital in der ersten Sitzung der der Arbeitsgruppe D/B präsentiert. Diese setzt sich aus Vertreterinnen und Vertretern verschiedener Verwaltungsbereiche der zehn Anrainerländer zusammen. Das Bestreben, grenzüberschreitende Transparenz über Projekte und Angebote zu schaffen wie auch die Identität der Region zu stärken, um sich überregional behaupten zu können, wurde auch hier als besonders wichtig herausgestellt. Dafür wird die im Projekt BodenseeMittelstand 4.0 (BoMI4.0) entwickelte interaktive Bodenseekarte www.digitalists.eu zu einem grenzüberschreitenden Kompetenzatlas ausgebaut.

Darüber hinaus werden die Mitglieder der Arbeitsgruppe die Erkenntnisse aus den Projektgruppen an die politischen Entscheidungsträger ihres Landes bzw. Kantons kommunizieren. Im Sinne der IBK-Strategie 2018-2022 wollen die AG-Mitglieder sich für die Entwicklung eines „Regionsbildes“ einsetzen, das die positive Wahrnehmung der Bodenseeregion als Wirtschafts-, Wissenschafts- und Innovationsraum, insbesondere von Fachkräften, erhöht.

Der Wissens- und Technologietransfer zu den KMU wird durch die jährlich stattfindende, eintägige Innovationskonferenz BODENSEE SUMMIT digital unterstützt. Der 2. BODENSEE SUMMIT digital wird mit seinen interaktiven Formaten am 18. Oktober 2019 im Weiterbildungszentrum Holzweid der Universität St. Gallen stattfinden. (ab/aw)

Weitere Informationen zu den Aktivitäten der D/B sowie zu den Beteiligungsmöglichkeiten sind fortlaufend auf den Webseiten des Bodenseezentrum Innovation 4.0 und www.bodensee-summit.de zu finden.


Bildtext:

Wo müssen wir weitere Verbindungsarbeit leisten, wo neue Projektideen und Formate entwickeln, um Akteure zusammenzubringen? Im „BODENSEEDIALOG digital“ erarbeiteten die Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft und Institutionen Antworten.