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Algorithmus, Blockchain… Zukunft!?

05.06.2019

Künstliche Intelligenz – was ist das eigentlich? Und auf welchen Gebieten beschäftigt sich die HTWG damit? Antworten gibt’s am Aktionstag Künstliche Intelligenz und Digitalisierung am 29. Juni.

Künstliche Intelligenz (KI) begleitet unseren Alltag: Mit dem Sprachassistenten im Smartphone, bei Empfehlungen im Online-Einkauf oder in Übersetzungsprogrammen. Doch wer weiß schon, was KI eigentlich ist und wie sie funktioniert? Die HTWG lädt am Samstag, 29. Juni, von 11 bis 17 Uhr zu einem Informationstag Künstliche Intelligenz und Digitalisierung ein.

Mysterium KI? Werden Sie selbst zum Trainer neuronaler Netzwerke!
In Vorträgen, Mitmachaktionen und Ausstellungen können die Besucherinnen und Besucher KI kennenlernen, viel ausprobieren und neuronale Netze selbst trainieren. Professorinnen und Professoren beantworten Fragen rund um das Schreckgespenst und den Hoffnungsträger KI. „Wir möchten zum einen helfen, die Entwicklungen rund um KI einzuordnen und zum anderen aufzeigen, wie weit das Spektrum ist, in dem die HTWG das Thema KI bearbeitet“, sagt HTWG-Präsident Prof. Dr. Carsten Manz. Ziel des Aktionstages ist neben der Vermittlung von Informationen auch, Hemmschwellen abzubauen und zur Diskussion einzuladen. Schließlich sind die Hoffnungen, die mit den neuen Technologien verbunden sind, groß – wie auch die Ängste vor gesellschaftlichen, politischen und sozialen Veränderungen, die durch sie provoziert werden könnten. Prof. Dr. Oliver Bittel ist es ein Anliegen, den Begriff KI zu entzaubern: "Das ist faszinierend und wir können damit viele tolle Sachen machen. Aber so lange wir nicht wissen und verstehen, wie der Mensch funktioniert, werden wir keine KI schaffen, die die Komplexität des menschlichen Geistes nachahmen kann", sagt der Informatik-Professor.

Wann und Wo?

Der Aktionstag beginnt um 11 Uhr mit einer Begrüßung durch Prof. Dr. Carsten Manz im Foyer des Gebäudes P. Die Vorführungen beginnen direkt im Anschluss. Das Vortragsprogramm beginnt um 11:30 Uhr. Die Vorträge, Vorführungen und Ausstellungen finden im Gebäude P statt. Das Open Innovation Lab befindet sich im Gebäude A. Es ist zugänglich über den Grünstreifen zwischen Bibliothek und Gebäude A. Der Eintritt zu allen Programmpunkten ist frei.

Das Programm steht zum Download und in der Übersicht auf der Seite www.htwg-konstanz.de/ki zur Verfügung.

Bei Appetit und Durst
Bei so viel Wissensinput braucht es auch feste Nahrung. Studierende der Asien-Studiengänge bieten Fruchtspieße, Sushi und selbst gemachte Limonade an, das Team eLaketric backt Waffeln, das Team von „Hungry chicks“ weiß aus dem Hühnerstall, wie wichtig Nahrung ist und verkauft Kuchen und von 13 bis 15 Uhr ist der Eiswagen von „froobie“ vor dem P-Gebäude. Auch Herzhaftes und Getränke wird es geben.

ACHTUNG: Keine Parkplätze
Um 18 Uhr startet in unmittelbarer Nähe des Veranstaltungsortes des KI-Tages der Aufbau für den großen Konstanzer Flohmarkt am Winterer- und Webersteig. Deshalb wird es schon tagsüber sehr schwer werden, Parkplätze zu finden.  Wir empfehlen deshalb, mit öffentlichen Verkehrsmitteln anzureisen (Tipps zur Anfahrt)

KI aus verschiedenen Perspektiven

So werden die Referentinnen und Referenten KI aus ganz verschiedenen Perspektiven beleuchten: KI und Wirtschaft, KI und Kunst, KI und Rechtswesen wie auch KI und Ethik. Die Besucherinnen und Besucher können beobachten, wie ein Roboter lernt, sich in seiner Umgebung zu orientieren. Sie können erfahren, wie KI bei der Prüfung von Verträgen eingesetzt werden kann, wie KI die Arbeitsorganisation verändern wird und wie KI schon heute Kunst und Design beeinflusst.
Im Eröffnungsvortrag „KI – Was kann sie, was kann sie nicht“ wird Prof. Dr. Oliver Dürr grundlegende Antworten zum Mysterium KI geben. Im weiteren Vortragsprogramm werden die Referenten konkrete Anwendungsbeispiele von KI und Digitalisierung präsentieren: Prof. Dr. Frank zeigt Anwendungen der Blockchain in der Industrie, Prof. Jo Wickert sieht KI als Designmaschine, Manuel Treiterer zeigt den Einsatz von KI bei der Bewertung von Rechtsstreitigkeiten und Nicolai Heinzelmann führt mit einem Blick in die Zukunft aus, wie sich Alltag und Arbeitswelt verändern werden. Ob alle Entwicklungen gut sind? Darüber möchte Prof. Dr. Annette Kleinfeld in ihrem Vortrag „KI und Ethik“ mit den Gästen diskutieren.

Prof. Jo Wickert, Professor für Interface Design
Vortragsthema beim KI-Tag: "KI als Designmaschine"

Prof. Dr. Oliver Bittel, Professor für Mobile Robotik, Algorithmen und neuronale Netze
Vorführungen diverses Robotik-Projekte beim KI-Tag

Nicolai Heinzelmann, Institut für Strategische Innovation und Technologietransfer
Vortragsthema beim KI-Tag: "Die Zukunft ganz nah: Arbeitswelt 4.0"

Prof. Dr. Frank Best, Professor für Internationales Management
Vortragsthema beim KI-Tag: Anwendungen der Blockchain in der Industrie

Prof. Oliver Fritz, Projektleiter Open Innovation Lab
Vorstellung des Open Innovation Labs beim KI-Tag

KI zum Mitmachen

Vorführungen und Mitmachaktionen zeigen, wie die HTWG das Thema KI bearbeitet. An der Station von Prof. Dr. Gunnar Schubert können die Besucherinnen und Besucher selbst zum Trainer eines neuronalen Netzwerkes werden und seine Fähigkeiten auf die Probe stellen.
Auch das Institut für optische Systeme wird an verschiedenen Stationen zum Selbst-Aktiv-Werden einladen: Wie würden Portraits der Besucherinnen und Besucher aussehen, wenn Munch oder van Gogh beim KI-Tag zu Gast wären? Ein neuronales Netzwerk kann den Stiltransfer von Kamerabildern in Echtzeit wiedergeben. Bilder spielen auch an einer anderen Station eine Rolle: Hier macht ein neuronales Netzwerk aus Strichzeichnungen und schwarz-weiß-Bildern realistische Farbbilder.
Prof. Dr. Oliver Bittel und Jürgen Keppler zeigen an verschiedenen Stationen Hintergründe zur Robotik: Wie lernt ein Roboter, sich in seiner Umgebung zu orientieren? Wie kann ein Münzsortierer nicht nur Münzen sortieren, sondern dabei auch noch den optimalen und kollisionsfreien Weg wählen? Wie kann ein kleiner Kuka-Roboter Objekte lokalisieren, klassifizieren und aufnehmen? Und was versteht man unter reinforcement learning?

Die Methode Kreativität

Die Entwicklung wie auch die Anwendung neuer Technologien erfordert ein weites Denken über Gewohnheiten hinweg, ohne Schranken im Kopf. Das Open Innovation Lab der HTWG fördert genau das. Ausgestattet mit 3D-Druckern, CNC-Fräsen, Lasercuttern und weiteren digital angesteuerten Geräten lädt das Labor zum kreativen Schaffen ein. In einem Parcours durch das Labor erhalten die Besucher des KI-Tages Einblick in aktuelle technologische Möglichkeiten und en kreativen Umgang damit.

Kooperation von Wirtschaft und Wissenschaft

Auch Konstanzer Unternehmen nehmen am Aktionstag teil. Sie werden vorstellen, wie sie KI einsetzen und wie die Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Wirtschaft sie bereichert.
„Als innovatives Produktionsunternehmen mit Fertigungsstandort Deutschland beschäftigen wir uns schon länger intensiv mit den Themen rund um die digitale Transformation“, sagt Jochen Müller, Geschäftsleitung bei INGUN, einem international tätigen Hersteller von Prüfmittel für die Elektronikindustrie und einem der größten Arbeitgeber in Konstanz. Er ergänzt: „Wir können sehr gut aufzeigen, wie eine erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Theorie und Praxis, zwischen Industrie und Wissenschaft funktioniert. Einige unserer Digitalisierungsprojekte wurden gemeinsam mit Studierenden und Professoren Ihrer Hochschule umgesetzt.“ Am Aktionstag wird INGUN anhand eines kollaborierenden Systems aus dem realen Arbeitsalltag zeigen, wie Teamwork zwischen Mensch und Maschine gelingen kann. Das Unternehmen hat schon heute selbstlernende datengetriebene Systeme im Einsatz. Es greift damit am Aktionstag eine weitere Fragestellung auf, die mit KI verbunden ist: Wie gelingt es, den Umgang mit gigantisch großen Datenmengen zu meistern?

HTWG-Alumni sind auch dabei

HTWG-Absolvent Mauritius Geiger, heute Geschäftsführer der fLUMINA GmbH in Konstanz, wird maschinelles Lernen im Einsatz präsentieren. An seinem Informationsstand ist zu sehen, wie mit Schwingungssignalen von Beschleunigungssensoren dank Algorithmen die Oberflächengüte von Werkstücken rekonstruiert werden kann. Mit diesem Verfahren werden 80 Prozent der Qualitätskontrollen bei sogenannten abtragenden Verfahren wie Drehen und Fräsen überflüssig.
Ralf Walther, Geschäftsführer der mindUP GmbH in Konstanz, der über das Kompetenzcluster CyberLago mit der HTWG verbunden ist, stellt in einem Vortrag ganz konkrete Beispiele für den Einsatz von maschinellem Lernen vor – unter anderem in der Aussteuerung von Texten und in der Bildanalyse mittels Deep Learning.
Weitere Praxisbeispiele aus der Region zeigt das Bodenseezentrum Innovation 4.0 in Kurzfilmen. Im Digital Chillout Cinema kommen Digitalisierungspioniere aus der Vierländerregion zu Wort, in Wissensnuggets werden Schlagworte wie 4D-Druck, Car-to-Car-Kommunikation oder Quantum Computing erläutert. Und ein dritter Kurzfilm zeigt, welche Digitalisierungsstrategien Hochschulen im Lab der Internationalen Bodensee-Hochschule für kleinere und mittlere Unternehmen (KMU) entwickelt haben.

Studierende stellen Projekte vor

Und auch Studierende laden ein, die von ihnen im Bereich Digitalisierung umgesetzten Projekte auszuprobieren. Ein Informatik-Team, das bei Prof. Dr. Sonja Meyer ein Projekt umgesetzt hat, wird in Führungen durch das P-Gebäude anschaulich machen, wie augmented reality (ergänzte Realität) im Gebäudemanagement helfen kann. Ihre App macht verborgene Leitungen sichtbar. Dies ist mithilfe von Building Information Modeling (BIM) möglich.
Zur Entspannung wird es ganz spielerisch: Ein studiengangsübergreifendes Studierendenteam hat das Videospiel „Hungry Chicks“ entwickelt. Gäste bekommen Hintergrundinformationen aus erster Hand nicht nur zum Spielaufbau, sondern auch zur Programmierung und Gestaltung des Spiel – und können gleich auf Futterjagd für hungrige Hühner gehen.

Blick nach China
China strebt eine Führungsrolle in Forschung und Anwendung von Künstlicher Intelligenz an. Schon heute prägt die Digitalisierung den Alltag in China weit mehr als in Europa. Wie, das zeigen Studierende der Asien-Studiengänge der HTWG, die ein Jahr im Reich der Mitte gelebt haben und das Chinazentrum der HTWG.

Das war noch nicht alles

Am Sonntag, 30. Juni, bietet der Kunstverein um 10 Uhr eine Führung durch die Ausstellung von Prof. Katrin Günther an. Die Gestaltungsprofessorin hat sich in ihrem Forschungssemester mit dem Entwurfsprozess in der Unbegrenztheit des virtuellen Raums beschäftigt. Die Ausstellung stellt analoge Tuschezeichnungen von „Mega Cities“ und eine digitale Raumzeichnung, die sich per VR-Brille durchwandern und durchfliegen lässt, gegenüber.

Ausstellung LINK
Wenige Tage nach dem KI-Tag eröffnen Studierende von HTWG, Universität Konstanz und der Musikhochschule Trossingen zum Thema eine gemeinsame Ausstellung unter dem Titel „LINK – zur Künstlichen Intelligenz“. Zu sehen ist die Ausstellung vom 3. Juli bis 8. September im „Turm zur Katz“ in Konstanz.