Architektur

Bachelor und Master


Ob als freier Architekt oder als Leiter des Amtes für Städtebau – Patrick Gmür prägt seit Jahren den Wohnungsbau in und um das Epizentrum Zürich herum. Er arbeitet dabei stets gegen Standardisierung an, hat den Mut, eigenwillige Wohnhaustypologien zu entwickeln – und will dazu auch andere ermutigen. Deshalb hat er nicht nur ein Buch herausgebracht, das unter dem Titel „Wo ist Zuhause, Mama?“ gegen Langeweile ankämpft, sondern aus diesem Grund gibt er den Studierenden auch unter elf Gesichtspunkten Denkanstöße, die ausgetretenen Architekturpfade zu verlassen.

Dabei ist ihm Weite und Großzügigkeit, vor allem aber die Nutzbarkeit im Alltag wichtig: So wird das Badezimmer in einem Entwurf als „Waschstraße“ konzipiert, im nächsten soll der Bewohner am Morgen direkt vom Schlafzimmer an die Kaffeemaschine in der Küche gelangen, ohne weite Wege zu überwinden. Balkone werden ebenso wie Wohnungen über zwei Geschosse angelegt, und wenn innenliegende Räume über 2 Etagen einen großzügigen Eindruck hinterlassen, gibt Gmür selbstkritisch zu, dabei allzu frei mit der Ressource „Fläche“ umzugehen. Denn eigentlich ist es sein Anliegen, lebenswerte Verdichtung im städtischen Raum zu realisieren. Aus seiner Sicht erfolgreiche Entwurfselemente, wie dreieckige Balkone, finden sich schnell in anderen Projekten wieder, doch bringt jeder Entwurf auch überraschende, bisher unbekannte Ideen mit sich.

Wohl auch deshalb hatte Dominik Fiederling den Referenten als „Startschuss“ für seine Vortragsreihe „Oberflächen des Wohnlichen“ gewählt, mit der er bei den Studiengängen Architektur an der HTWG seine Professur für Gebäudelehre und Entwerfen antritt. Denn das Feuerwerk an Ideen, um Entwurfs“lücken“ zu finden und zu schließen, war wirklich äußerst anregend.

 

Weitere Termine der Vortragsreihe „Oberflächen des Wohnlichen“:

22.05.19, 19 Uhr – Aula: „Die Stadt in der Hauptrolle“ von Dan Schürch, Duplex Architekten, Zürich
26.06.19, 19 Uhr – Aula: Antrittsvortrag Prof. Dominik Fiederling