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Alltagsmasken dank kollegialem Einsatz

Das Motto #zusammenhalten gilt auch an der HTWG: Nach einem spontanen Aufruf nähen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für ihre Kolleginnen und Kollegen Alltagsmasken – schon rund 500 Nähsets sind in der Produktion.

Wenn ein Mitglied des Hochschulpräsidiums in einer Rundmail an das Personal fragt: „Nähen Sie gerne?“, wirft das die Frage auf, ob man statt in den Hochschul- vielleicht in den Volkshochschulverteiler geraten ist. Aber nein: „Besondere Zeiten bringen manchmal besondere Ideen“, erläuterte der Stellvertretende Kanzler Manfred Schnell in seiner Mail die Frage. Denn das Ziel war, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu finden, die für das HTWG-Personal Alltagsmasken aus Baumwollstoff nähen.
Der Zuspruch war überwältigend, teilt Frank Vespermann mit, Vorsitzender des Personalrats, der die Umsetzung der Nähaktion organisiert. 39 Näherinnen und Näher haben inzwischen ihre Produktion gestartet. Sie haben vom Personalrat bereits 500 Materialsets erhalten – mit zugeschnittenem Stoff, Nähgarn und Gummi.


Tobias Erb, Mitarbeiter im Open Innovation Lab (OIL) hat die Stoffe mit den entsprechenden Maschinen im OIL zugeschnitten, so dass manche/r Hobbyschneider/in sich schon fast unterfordert gefühlt hätte, berichtet Vespermann schmunzelnd. 9 Näher und 24 Näherinnen haben sich ins Zeug gelegt, mit Nähmaschine – und auch ohne.

„Aus persönlicher Erfahrung kann ich sagen, dass man „knifflige Nähte“ wie Bogen nähen oder ähnliches vorab auf einem Stück Stoff üben kann, um eine gewisse Qualität zu erzielen. Ich habe mir auch mehrere Tutorials zum Anfertigen von Masken über YouTube angeschaut, was sehr hilfreich war“, sagt Sadiman Kalem vom Studierendensekretariat Wirtschaftsrecht und Beauftragte für Chancengleichheit. Sie hat bereits 50 Masken genäht und ist überzeugt: „Mit der Bereitschaft einen Beitrag zu leisten, kann es jeder schaffen. Das haben alle Kolleginnen und Kollegen, die die Aktion unterstützt haben, gezeigt.“

Vielleicht wären bereits noch mehr Masken fertig, wenn es nicht Lieferschwierigkeiten beim Gummiband gegeben hätte. Die Produktion geht weiter, kündigt der Personalratsvorsitzende an: „Die zweite und dritte Ladung Material geht in dieser Woche raus.“

Jede/r Mitarbeiter/in kann sich einen so genähten Nasen-Mund-Schutz bei der Poststelle abholen. Zur Verfügung stehen Masken in unterschiedlichen Farben, jeweils angelehnt an das Corporate Design der HTWG. Die einzelnen Masken sind nicht signiert, so dass sich nicht mehr nachvollziehen lässt, bei welchem Schneider bzw. welcher Schneiderin man sich für den Einsatz bedanken kann. Frank Vespermann schlägt vor: „Anstatt sich bei einem einzelnen zu bedanken, einfach allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mit noch mehr Kollegialität entgegentreten.“ Mit gebotenem Abstand und Mund-Nasen-Schutz versteht sich.

Die Alltagsmasken sind wasch- und damit wiederverwendbar. Sie genügen nicht medizinischen Standards. Doch auch einfache Stoffmasken können Tröpfchen beispielsweise beim Sprechen auffangen und so andere vor einer Infektion schützen. Daher meinen einige Experten, es sei durchaus sinnvoll, wenn möglichst viele Menschen solche Masken tragen. Zudem könnten solche Masken einen selbst erinnern, sich nicht unterwegs mit den Händen ins Gesicht zu fassen, sagt Manfred Schnell. Das Sozialministerium Baden-Württemberg hat Fragen und Antworten rund um Alltagsmasken zusammengestellt.

Das Gebäudemanagement hat Schutzmasken für die Hochschule bestellt. Diese haben aber lange Lieferzeiten. Selbst gefertigte Stoffmasken könnten außerdem helfen, einen Mangel an professioneller Schutzausstattung im medizinischen Bereich zu vermeiden, betont der stellvertretende Kanzler. (aw)

Weiterhin ist geboten, die bereits mehrfach kommunizierten Hygienehinweise zu beachten:
- beim Husten und Niesen Abstand halten oder sich wegdrehen und sich die Armbeuge oder ein Taschentuch, das Sie sofort entsorgen, vor Mund und Nase halten,
- regelmäßiges und gründliches Händewaschen mit Wasser und Seife,
- Berührungen von Nase, Augen und Mund vermeiden.