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Bilanz eines Jahres und Blick in die Zukunft

Gruppenbild mit vielen Protagonisten der Akademischen Jahrfeier (von links): Sascha Lehnert (Rosel-Rödelstab-Preis), Prof. Dr. Leo Schubert (Betreuer von Aneta Schneider, Alfred-Wachtel-Preis Master), Prof. Dr. Jürgen Freudenberger (Betreuer von Christian Übelin), Christian Übelin (Alfred-Wachtel-Preis Bachelor), HTWG-Präsident Prof. Dr. Carsten Manz, Prof. Dr. Stefan Schweiger (Betreuer von Markus Erhardt), Vizepräsidentin Prof. Dr. Beate Bergé, Andreas Bertsch (Betreuer von Sascha Lehnert), Moderatorin Anna Hertz, Moderator Prof. Dr. Jochen Rädeker, Markus Erhardt (Alfred-Wachtel-Preis Master).

Wo steht die Hochschule Konstanz derzeit? Auf der diesjährigen Akademischen Jahrfeier stellte Präsident Professor Carsten Manz vor 350 Gästen aus Politik, Wirtschaft, Verbänden und Hochschulen die Entwicklungen des letzten Jahres vor. Gastredner Professor Klaus Mainzer hielt den Festvortrag zum Thema „Künstliche Intelligenz – Herausforderungen für Technik, Politik und Gesellschaft“. Herausragende Studierende und Absolventen erhielten Auszeichnungen für besondere Leistungen.

Präsident Manz verwies in seinem Rück- und Ausblick darauf, dass es im vergangenen akademischen Jahr mit dem Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst „viele Termine, Gespräche und Diskussionen“ gegeben habe, die „zu einer weiteren Stärkung der Rechtssicherheit“ geführt haben, die sich „als Gewinn für alle Beteiligten abzeichnen“. Die Herausforderungen hätten allerdings viele Ressourcen gebunden und „höchstes Engagement unserer werten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, vor allem aus der Verwaltung“ verlangt. Der Präsident dankte ihnen „herzlich und in aller Form“ für ihren unermüdlichen Einsatz. Dadurch bewege sich die Hochschule weiter nach vorne.

Professor Manz nannte in seiner Rede einige herausragende Entwicklungen und Ereignisse des letzten Jahres. Das „Open Innovation Lab“ erweist sich als ausgesprochen erfolgreich. Studierende und Mitarbeiter können dort eigene, selbst entwickelte Produkte und Geräte realisieren. Allein 2018 hat das Lab rund 800 Schulungen durchgeführt. Im Rahmen des „Bodenseezentrums Innovation 4.0“ wurde der erste „Bodensee-Summit digital“ ausgerichtet. 2018 feierten die Asienstudiengänge der HTWG ihr 20. Jubiläum, über 200 Absolventen und der Botschafter der Republik Indonesien nahmen daran teil. Außerdem hat die HTWG das dreißigjährige Bestehen der Korona gefeiert, die seinerzeit das erste und innovativste Solarboot der Welt war. Der Startschuss für das Deutschalandstipendium und die Lange Nacht der Wissenschaft waren weitere Highlights an der Hochschule in diesem Jahr. Der Präsident hob auch die Leistungen des studentischen Teams „eLaketrik“ hervor, dass mir einem selbst gebauten Elektro-Rennmotorrad bei einem Wettbewerb im spanischen Aragón aus dem Stand den ersten Platz in der Kategorie Innovation und den fünften Platz in der Gesamtwertung belegte. „Die jüngste Fackel, die wir gerade Entfachen, ist unser neues China-Zentrum, dass am 12. Dezember feierlich eröffnet wird“, sagte Präsident Manz weiter. Das Zentrum soll alle Hochschulangehörigen in der Kooperation mit chinesischen Partnern unterstützen und „alle chinabezogenen Aktivitäten der Hochschule bündeln“. Der Präsident informierte ferner, dass im kommenden Frühjahr die Weiterbildung an der Hochschule neu ausgerichtet werden soll – neben der Neuausrichtung der Rechtsform sollen auch die Inhalte der Studiengänge und Seminare einer Revision unterzogen werden“.

Der Präsident nannte auch einige aktuelle Zahlen. Derzeit habe die Hochschule rund 5.100 eingeschriebene Studierende, die landesweit rückgängigen Bewerberzahlen „haben bislang keinen gravierenden Einfluss auf die Auslastung der Studiengänge“, sagte er. Insgesamt haben im aktuellen Wintersemester 1.098 Erstsemester ihr Studium an der HTWG Konstanz aufgenommen. In der Lehre konnten sechs Professuren neu besetzt werden.

Einen größeren Raum widmete Präsident Manz der Digitalisierung. Diese werden „auch unsere eigene Lehre und Hochschulverwaltung in sehr naher Zukunft zu spüren bekommen“. Die zu erwartende Kraftanstrengung werde die Hochschule langfristig gestärkt und zukunftsorientiert aufstellen und alltägliche Prozesse effektiver gestalten. Allerdings müsse die Hochschule dabei, ähnlich wie der Mittelstand, auch einige Fragen klären: „Wie viel Digitalisierung ist auch für uns erforderlich. Und: Was können wir unserer Hochschulkultur in der immer noch andauernden Übergangsphase zumuten?“.

Festredner Professor Dr. Klaus Mainzer

Diese Überlegungen passten auch zum Vortrag „Künstliche Intelligenz – Herausforderungen für Technik, Politik und Gesellschaft“ von Professor Mainzer, ehemaliger Professor und Prorektor der Universität Konstanz und heute Emeritus of Excellence der TU München. In seinen ebenso fundierten wie pointierten Ausführungen gab der Redner Einblick in die Historie und in die gegenwärtigen Entwicklungen der Künstlichen Intelligenz (KI), von Alan Turing und dessen erster Definition der KI bis hin zu den heutigen Entwicklungen, etwa der Blockchain, der intuitiven KI, die bereits heute der menschlichen Intuition überlegen ist, Big Data oder neuronale Netze und selbstlernende Fahrzeuge. Seine Eingangsthese an die Zuhörer gerichtet: „Fürchtet euch nicht. Die KI kocht auch nur mit Wasser“. Die Ängste der Skeptiker angesichts der Entwicklungen seien nicht von der Hand zu weisen, genauso wenig, wie die Begeisterung der Befürworter. Allerdings müssen die KI-Anwendungen in Zukunft ihren Status als Dienstleister behalten, sagte Mainzer. Diese Auffassung müsse in der Ausbildung verankert werden, auch an Hochschulen, „damit uns die Dinge nicht um die Ohren fliegen“. Deshalb reiche es nicht aus, wenn Hochschulen nur auf Hochspezialisierung setzen, in die Ausbildung müsse auch humanwissenschaftliches Wissen integriert werden.

Im Anschluss an den Festvortrag ehrte die Hochschule herausragende Absolventen und Studenten mit Preisen, die von der Fördergesellschaft gestiftet wurden. Moderiert wurde die Übergabe von Professor Jürgen Rädecker. Vizepräsidentin Beate Bergé überreichte die Urkunden.

Den Alfred-Wachtel-Preis für die beste Bachelorarbeit erhielt Christian Übelin aus dem Studiengang Elektrotechnik und Informationstechnik. Betreuer seiner Arbeit war Professor Jürgen Freudenberger.

Für ihre herausragenden Masterarbeiten wurden gleich zwei Studierende mit dem Alfred-Wachtel-Preis ausgezeichnet: Markus Erhardt (Betreuer: Professor Stephan Schweiger) und Aneta Schnaider (Betreuer: Prof. Dr. Leo Schubert), beide haben den Studiengang Unternehmensführung absolviert.

Den Rosel-Rödelstab-Preis für soziales Engagement erhielt Sascha Lehnert, der Unternehmensführung studiert. Er hat sich für die Belange von Studierenden und Flüchtlingen engagiert und mit dem Preisgeld ein weiteres Zeichen gesetzt: Er ist in Vorleistungen getreten und hat für einen Betrag in Höhe des Preisgeldes Schlafsäcke und Thermounterwäsche gekauft und diese über eine caritative Organisation an Obdachlose verteilen lassen. Die Laudatio hielt Professor Andreas Bertsch.

Durch den Abend führte Anna Hertz, seit Beginn des Wintersemesters Leiterin des HTWG-Theaters. Musikalisch begleitet hat die Feier die Band „Schnelle Einsatztruppe“ mit beschwingten Melodien.