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Forscher für eine strahlenfreie Zukunft

Der Rückbau von Kernkraftwerken stellt viele Herausforderungen. Forscher der HTWG arbeiten in einem Verbundprojekt an einem Handgerät, das das sichere, ergonomische und effektive Abtragen kontaminierter Kanten und Fugen ermöglicht.

Das Labor für Produktentwicklung und Maschinenkonstruktion unter der Leitung von Prof. Dr. Dr. Heppler führt in Kooperation mit dem Institut für Technologie und Management im Baubetrieb (TMB) des Karlsruher Instituts für Technologie KIT und zwei Industrieunternehmen das dreijährige Forschungsprojekt „EKont“ durch. Das Verbundprojekt wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert. Projektträger ist die Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit (GRS) gGmbH.

Im Rahmen dieses Forschungsvorhabens soll ein Demonstrator zur trocken-mechanischen Dekontamination von Störstellen bei Gebäudestrukturen in kerntechnischen Anlagen erforscht und entwickelt werden. Vereinfacht heißt dies: „Innerhalb von Kernkraftwerken können sich insbesondere in schwer zugänglichen Kanten, Fugen und Rissen zum Beispiel radioaktive Staubpartikel absetzen und einlagern. Wir arbeiten nun gemeinsam an der Entwicklung eines Handgeräts, das das sichere Abtragen von kontaminierten Material an den so genannten Störstellen ermöglicht“, erläutert Prof. Dr. Kurt Heppler.

Vorausgegangen ist ein Forschungsaufenthalt von Prof. Heppler am KIT im vergangenen Sommersemester. Aufbauend auf früheren Berufstätigkeiten auf dem Gebiet des AKW-Rückbaus hatte er dort die Möglichkeit, sich umfassend in die neusten Technologien und Forschungen zum Thema einzuarbeiten. Darüber hinaus konnte das hier genannte Verbundprojekt bis hin zur Bewilligung entwickelt werden. „Ich möchte ganz herzlich dem dortigen Gastgeber, Herrn o. Prof. Dr.-Ing. Sascha Gentes nochmals für seine engagierte und offene Zusammenarbeit danken“, sagt Prof. Heppler.

Zu einer Klausurtagung waren die Mitarbeiter des Instituts TMB unter der Leitung von Prof. Dr. Gentes nun zu Gast bei der HTWG. Das Treffen war ein Kick-Off für die gemeinsame Zusammenarbeit der beiden Einrichtungen in dem Forschungsvorhaben.
Durch das Projekt wird am Labor für Produktentwicklung und Maschinenkonstruktion eine Vollzeit-Stelle für die Projektdauer finanziert. Philipp Dietrich (Bachelor MKE, Master MMS) konnte bei der Klausurtagung die Ergebnisse seiner Masterarbeit, die sowohl vom KIT als auch von der HTWG betreut wurde, vorstellen. Diese befasst sich mit dem aktuellen Stand der Rückbautechniken in Kernkraftwerken unter technischen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten. Philipp Dietrich wird als akademischer Mitarbeiter in diesem Projekt tätig sein.

Auf dem Foto sind zu sehen, von links nach rechts:
Prof. Dr.-Ing. Dr.sc.agr. Kurt Heppler, M.Eng. Philipp Dietrich (beide HTWG); o. Prof. Dr.-Ing. Sascha Gentes, Dipl.-Ing. Sonja Kaiser, M.Sc. Madeleine Bachmann, M.Sc. Philipp Röckel, M.Sc. Alena Wernke, M.Sc. Madeleine Weber, Dr.-Ing. Nadine Gabor, M.Sc. Daniel Boser, M.Sc. Simone Müller, Dipl.-Phys. Carla-Olivia Krauß (alle KIT); Dipl.-Ing. Andreas Burger (HTWG); Dipl.-Ing. Alexander Heneka, Anke Kircher (beide KIT); B.Eng. David von Berg (HTWG); Renate Bruder (KIT)