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IBH-Lab KMUdigital beim Ostschweizer Technologie-Symposium

Zehn Universitäten, Fachhochschulen und Forschungseinrichtungen begleiten mit ihrem IBH-Lab «KMUdigital» kleine und mittlere Unternehmen in die Digitalisierung. Nach drei Jahren Forschung werden nun Unternehmen die ersten Ergebnisse zur Anwendung öffentlich zur Verfügung gestellt.

Auf Initiative der Internationalen Bodensee-Hochschule IBH und der Internationalen Bodensee Konferenz (IBK) wurden 2017 IBH-Labs zu den Themen “Digitalisierung von KMU”, “Active and Assisted Living” sowie “Seamless Learning” ins Leben gerufen. Die grenzüberschreitenden Netzwerke aus Hochschulen und Praxispartnern orientieren sich an regional relevanten Themen und den Entwicklungspotenzialen der Region. Sie sollen einen nachhaltigen Beitrag zur Standortattraktivität der Bodenseeregion leisten.

Das IBH-Lab KMUdigital ist ein Forschungs- und Innovationsnetzwerk von zehn Hochschulen und Forschungseinrichtungen sowie zahlreichen Praxispartnern. Es unterstützt KMU der Bodenseeregion bei der Bewältigung, Umsetzung und Implementierung der rasant fortschreitenden industriellen Digitalisierung. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben sich dafür mit Unternehmen in länderübergreifenden Einzelprojekten vernetzt.

Wissenschaft und Wirtschaft erarbeiten zusammen Digitalisierungsstrategien

In sechs Themengebieten erarbeiten die Projektpartner mit und für KMU anwendungsorientierte Digitalisierungsstrategien. So wurde ein nutzenbasierter Digitalisierungsnavigator entwickelt, mit dem KMU ihre Digitalisierungspotenziale selbst erheben, analysieren, priorisieren und daraus ihre individuelle Digitalisierungsstrategie ableiten können. Abrufbar ist er unter http://www.kmu-digital.eu/de/projekte/diginav. Der Digital Transformation Guide wird dabei konkret aufzeigen, wie Unternehmen Innovationsteams mit digitaler Kompetenz aufbauen können, um unternehmensintern zukunftsfähige Innovationen zu entwickeln. Zur Entwicklung neuer Produkte, Services und Geschäftsprozesse stellt die Generierung von Daten heute eine Schlüsseltechnologie dar. Data Science Instrumente, die von Großunternehmen eingesetzt werden, sind auf KMU nicht übertragbar, da sie meist zu ressourcenintensiv, aufwändig oder zu riskant sind. Das Lab entwickelt daher speziell für KMU einfach anwendbare Data Science Instrumente, die bereits zeitnah zur Verfügung gestellt werden. Welche Maßnahmen auf KMU zukommen, um ihre Produktion zukunftssicher, effizient und produktiv zu gestalten, demonstriert die über drei Länder aufgebaute international vernetzte Musterfabrik Industrie 4.0. Die Digitalisierung der Landwirtschaft ist bereits weit vorangeschritten, jedoch sehr fragmentiert. Landwirtschaftlichen und verarbeitenden Betrieben wird aufgezeigt, wie eine effektive Gestaltung und Durchführung der Digitalisierung entlang der gesamten ernährungswissenschaftlichen Prozesskette möglich ist.

Grundsätzlich wirkt sich die Digitalisierung sowohl auf organisatorische Unternehmensbereiche als auch auf die Unternehmensumwelt aus. Neben der Entwicklung konkreter Digitalisierungsstrategien wurden politische, rechtliche und organisationale Rahmenbedingungen identifiziert, die KMU in ihrer Digitalisierung beeinträchtigen. Die Bestandsaufnahme zum Potenzial der Digitalisierung innerhalb KMU in der Bodenseeregion wurde vergangenes Jahr in einem Grünbuch veröffentlicht. Darauf aufbauend werden in einer Digitalen Agenda Bodensee Handlungsempfehlungen für KMU, Politik, Verwaltung und Interessensverbände erarbeitet, in einem Weißbuch veröffentlicht und am 25. November 2019 an der Fachhochschule Vorarlberg erstmals präsentiert.

Auf dem 19. Ostschweizer Technologie-Symposium (OTS) in St. Gallen war das Lab bereits zum dritten Mal in Folge mit einem großen Stand vertreten. In Kurzvorträgen gaben die Projektpartner Einblicke in ihre Arbeit.
Das OTS bietet eine Plattform für den praxisorientierten Wissenstransfer, diesmal unter dem Thema „Trends und Innovationen in der Produktion – Effizienz durch Automatik und KI“. In Zusammenarbeit mit dem Produktions- und Technologieverbund Ostschweiz (PTV), der Fachhochschule St. Gallen FHS und der Interstaatlichen Hochschule für Technik Buchs NTB unter dem Patronat der IHK St. Gallen-Appenzell trafen sich rund 250 Teilnehmende aus dem ganzen Bodenseeraum.

Am Montag, den 25. November 2019, haben Unternehmen auf der Roadshow des IBH-Labs KMUdigital an der Fachhochschule Vorarlberg wieder die Möglichkeit, mehr über die im Lab entwickelten Digitalisierungslösungen zu erfahren und mit den Projektpartnern ins persönliche Gespräch zu gehen.

Weitere Informationen unter:
www.kmu-digital.eu  
www.bodenseehochschule/ibh-labs

Das IBH-Lab KMUdigital wird aus Mitteln des Interreg-Programms „Alpenrhein-Bodensee-Hochrhein“, dessen Mittel vom Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) und vom Schweizer Bund zur Verfügung gestellt werden, gefördert.