Zurück zur Übersicht

Absolventenfeier Informatik: Magier 2.0 verlassen Hochschule

Die Hochschule Konstanz ehrte bei der feierlichen Verabschiedung im Konzil Ihre Informatik-Absolvent(inn)en. 137 Absolvent(inn)en waren eingeladen, 56 Absolvent(inn)en waren der Einladung gefolgt. Elf Absolvent(inn)en wurden für ihre exzellenten Leistungen im Studium ausgezeichnet.

„Wir sind Ingenieure und glauben nicht an die Magie sondern an Wissenschaft und Technologie. Und doch sind die Dinge, die wir entwickeln, für jemanden aus der Vergangenheit unserer eigenen Welt von Magie nicht zu unterscheiden: Wir haben kleine Metallboxen, mit der wir die Gegenwart einfangen können. Wir haben Fensterscheiben, in denen wir die Vergangenheit wieder sichtbar machen können. Wir haben Armbänder, die mit uns reden und Brillen, mit deren Hilfe wir in völlig andere Welten eintauchen können.

Die größten Magier unserer Zeit werden Informatiker genannt. Unsere Macht wächst mit enormer Geschwindigkeit weiter und wir tragen damit eine große Verantwortung. Die HTWG ist eine Schule für Magier und wir sind heute hier, um die Absolventen, Euch, zu feiern.“

Eine ungewöhnliche Laudatio auf einen seiner Studenten hielt Prof. Dr. Marko Boger auf der Absolventenfeier der Fakultät Informatik im Konzil in Konstanz. 137 Absolventinnen und Absolventen aus fünf Studiengängen waren an diesem Abend eingeladen, ihren Bachelor- bzw. Masterabschluss im angemessen festlichen Rahmen zu begehen. Die besten von ihnen wurden für ihre exzellenten Studienleistungen mit Preisen geehrt, gestiftet von den Firmen Bamero, Accenture, Sybit, Formigas und Seitenbau.

Beste Zukunftschancen

Durch den Abend führten der Dekan der Fakultät, Prof. Dr. Jürgen Neuschwander und Studiendekan Prof. Dr. Rainer Mueller, die sich im lässigen Moderations-Ping-Pong gekonnt die Bälle zuspielten. Feierlich war die Atmosphäre, was dem Festredner Alexander Klages von der Audi AG Anlass bot, auf seine eigene Diplomverleihung zurückzublicken: „Ich holte mein Diplom im Prüfungsamt abholen, bekam einen warmen Händedruck und das war's.“

Feierlich und euphorisch: Sowohl Klages wie Neuschwander und der Präsident der HTWG, Prof. Dr. Carsten Manz, betonten, dass die Absolventen mit ihrem Abschluss in Informatik bestens gerüstet seien für die Herausforderungen der Zukunft. Es böten sich ihnen spannende Arbeitsfelder und exzellente Karrierechancen. Klages verwies auf die jüngst beschlossene Investition der Bundesregierung von 3 Milliarden Euro in die Forschung und Entwicklung der Künstlichen Intelligenz. Er schätze, die Industrie werde in diesen Bereich noch einmal mindestens die gleiche Summe investieren, so Klages. „Es gibt hier ein unglaubliches Potential. Nicht zuletzt ist das die Schlüsseltechnologie für Autonomes Fahren.“ Auch Plattformen und die Cyber Security identifizierte der Digitalisierungs-Experte als relevante Informatik-Themen der Zukunft. Berufliche Perspektiven, die den Absolventen der HTWG durch eine anwendungsorientierte Lehre, durch Praxiserfahrung und durch die Möglichkeit, z.B. im OIL eigene Ideen bereits während des Studiums in die Tat umzusetzen, alle offen stehen.

Bereit und in der Lage für die technologischen Herausforderungen der Zukunft Verantwortung zu übernehmen

Klages, der selbst in Konstanz wohnt, lud die Absolventen ein, beruflich in der Region zu bleiben, nicht nur wegen der einzigartigen Lebensqualität, sondern ebenso aufgrund der guten Arbeitsmöglichkeiten. Die anwesenden Firmenpartner der HTWG führten dies deutlich vor Augen: Einige sind von ehemaligen Absolventen der HTWG gegründet worden, die Kooperation ist eng, viele beschäftigen Studierende im Praxissemester, betreuen Abschlussarbeiten und sind beliebte Arbeitgeber. Doch die Konkurrenz ist groß. „Wir müssen schon um die besten Köpfe kämpfen“, sagte Stefan Eichenhofer von Seitenbau. „Die Absolventen sind gefragt. Wir haben den Vorteil, dass Absolventen bei uns bereits nach kurzer Zeit in Projekten Verantwortung übernehmen können. Und das wollen sie auch und sind dazu in der Lage.“

Ihr erstes, wichtiges Projekt haben die studierten Informatiker bereits mit Bravour hinter sich gebracht: ein anspruchsvolles, forderndes Bachelor- bzw. Masterstudium. Auf die Analogie zum Projektmanagement ging HTWG-Präsident Prof. Dr. Carsten Manz in seinem Grußwort ein: „Auch Ihr Studium ist ein Projekt, klassisch mit Zieldefiniton, Budgetplan und Zeitmanagement. Sie haben die Herausforderung hervorragend gemeistert, breites Wissen vermittelt bekommen.“ Als „Nachbereitung“ des Projekts empfahl er den Absolventen, in die Fördergesellschaft der Hochschule einzutreten und so als Wegbegleiter mit der HTWG und untereinander in Verbindung zu bleiben.

Gesundheitsinformatik: Nobody knew that health care could be so complicated

Neben der ernsten Hochstimmung blieb aber ausreichend Raum für Zerstreuung und Fröhlichkeit. Dafür sorgten nicht nur die musikalischen Einlagen von Saxophonist Jeremy Callner, Pianist Armin Priganica und des A Cappella-Chors „Voice it“, sondern vor allem die Abschlussrede aus studentischer Sicht. Katharina Lohr, die ihren Bachelor-Abschluss in Gesundheitsinformatik erworben hat, erntete Szenenapplaus, als sie von ihrer Prüfungszeit berichtete, ein Foto von Donald Trump an die Wand projizierte und lakonisch kommentierte: “Manchmal hätte ich in der Prüfungszeit gern gesagt: Nobody knew that health care could be so complicated.“ Mit ihrer Rede wolle sie an die schöne Zeit des Studiums erinnern, sagte die Absolventin. Sie blickte zurück auf Weihnachtsfeiern mit Glühwein und Waffeln und das Flunkyballspielen mit den Profs. Aus Lohrs Worten sprach ein Umgang auf Augenhöhe zwischen den Studierenden und den Professoren, bei denen sie sich am Ende ihrer Rede, stellvertretend für alle Absolventen, herzlich bedankte: „Liebe Profs wir bedanken uns bei Ihnen für Ihr Engagement und Ihre Motivation, uns wissenschaftliche Inhalte beizubringen.“

Finaler Höhepunkt der Absolventenfeier waren die Laudationes auf herausragende Absolvent(inn)en des Jahrgangs, gehalten von den die Abschlussarbeit betreuenden Dozentinnen und Dozenten. Die teilweise sehr persönlichen Reden stellten die Absolventen und ihre Abschlussarbeit kurz vor. Das Spannende daran: der Name des Absolventen wurde erst ganz zum Schluss erwähnt, so erfuhren die Geehrten erst während der Lobrede, dass ihnen ein Preis zugedacht war. Die Preisträger, die zuvor wie alle Absolventen bereits einzeln aufgerufen worden waren, um ihre Urkunde in Empfang zu nehmen, durften also am Ende des Abends noch einmal die Bühne betreten und erhielten Glückwünsche und ein Geschenk aus der Hand der anwesenden Firmensponsoren und ihres betreuenden Professors.

Ausgezeichnet wurden:
 Kevin Deggelmann, Johannes Stöhr, Simon Wörner (AIN)
 Janina Beck, Alisa Faßnacht (GIB)
 Amelie Haase, Felix Rittmann (WIN)
 Pascal Keilbach, Kathrin Wolpers (BIT)
 Philip Hehnle, Timotheus Ruprecht (MSI)

Die Preisträgerinnen und Preisträger der Studiengänge Informatik 2018. (Fotos: Christian Hartz)