Architektur

Bachelor und Master

Bleiben Sie Abenteurer!

(02/20) Das Ritual der Absolventenfeier macht das Ende zu einem Ende und ist gleichermaßen der Beginn von etwas Neuem. In diesem Sinne konnten Mitte Februar 32 Bachelor- und 19 Masterstudierende der Studiengänge Architektur in einer feierlichen Zeremonie mit Familien und Freunden verabschiedet werden.

Die Prodekanin Prof. Myriam Gautschi sagte bei ihrer Begrüßung, die Absolventen hätten in den vergangenen Semestern gelernt, Projekte zu entwickeln, haben ihre Transformation und Umsetzung geübt und die dazu gehörigen Themen sicher erarbeitet. Das Lernen sei aber mit dem Studium noch nicht beendet: Raum gestalten bleibe ein lebenslanger Prozess, eine lebenslange Suche, eine ewige Geschichte ohne Ende.

 

Prof. Friederike Kluge, die als Drittprüferin die Festrede hielt, zeigte sich sehr beeindruckt und erfreut von der großen Themen-Vielfalt der ausgestellten Projekte. Dennoch sei eine Gemeinsamkeit auffallend: Die Absolventinnen und Absolventen schreckten nicht davor zurück, komplizierte Themen aufzugreifen: Grenzen- und Schwellenräume,  Leerstand, Provisorien, Ruinen, Umnutzungen, Kohlebunker oder Ideen zur Landwirtschaft, Brachflächen, Wohnungsmangel, Müllberge die zu Inseln werden, Dichte, Kriegsschäden, Industriebrachen, Minimalwohnungen, Rassismus und Homophobie, um nur einige zu nennen.

Für Prof. Kluge war klar: „Dies zeigt, dass eine Generation von Architektinnen und Architekten heranwächst, die nicht den einfachsten Weg nehmen und die komplexe Themen nicht scheuen, sondern die ihre Kreativität in schwierige Projekte einbringen und sich mit Mut und Interesse neuen Aufgaben annehmen.“ Sie selbst berichtete von ihrer Herangehensweise bei ihrer eigenen Diplomarbeit in Südamerika, bei der sie sich ausführlich mit Berichten von Alexander von Humboldt beschäftigt hatte. „Ist nicht auch jede Bauaufgabe der Beginn einer neuen Forschungsreise mit unbekanntem Ausgang“, fragte Prof. Kluge in die Runde der Absolventinnen und Absolventen.

Traditionell wurden alle Abschlussarbeiten durch die jeweiligen Betreuer in kurzen Worten vorgestellt und es wurden wieder kleine Erinnerungsgeschenke überreicht: dieses Mal das  Absolventenplakat und ein schwarzer Bauhelm mit der Aufschrift: „Sicher AR 20“. Musikalisch wurde die Feier von Nick Siegner am Piano umrahmt, der mit leisen Klängen die Aula in eine festliche Stimmung tauchte.

Aber auch der Beginn von etwas Neuem konnte gefeiert werden: Studiendekan Prof. Markus Faltlhauser, begrüßte Nicolas Schwager als neu ernannten Honorarprofessor an der Fakultät AG. Der in Konstanz ansässige Architekt startete 2003 an der HTWG mit einem Lehrauftrag für das Fach „Einführung ins Entwerfen“ bei Prof. Gerd Ackermann. Es folgten weitere Lehraufträge in den Gebieten Gebäudelehre, Baukonstruktion und die Betreuung von Abschlussarbeiten. Nicolas Schwager hat damit maßgeblich an der Architekturausbildung der letzten Jahre mitgewirkt. Durch seine große Fachkompetenz und sein breites Wissen sei er eine große Bereicherung für die Fakultät AG, erläuterte Prof. M. Faltlhauser, und er verkörpere für die Studierenden das Bindeglied zwischen Lehre und Praxis.

Nicolas Schwager selbst bezeichnete die Zusammenarbeit mit den Studierenden als ein ungeheuer bereicherndes Element neben seinem Büroalltag. In seiner erfrischenden Rede brachte er zum Ausdruck, wie sehr er sich freut, nun einen festen Platz an der HTWG zu haben.

 „Bleiben Sie Abenteurer!“ Mit diesem Apell verabschiedete Myriam Gautschi die Absolventinnen und Absolventen.

Im Anschluss an die Feier ging es weiter zur Vernissage und Preisverleihung der Werkschau: Lesen Sie hier mehr...

Text: Conny Lurz