Architektur

Bachelor und Master

Zwischen den Meeren

 

(10/19) Bereits zum achten Mal fand die international SummerSchool flying classroom LC:SP + MV.LP.SC im vergangenen September statt. Unter dem Titel rephrasing horizons machten sich zehn Studierende der HTWG Konstanz zusammen mit den beiden Initiatoren Prof. Myriam Gautschi und Jannis Renner, M.A., auf den Weg nach Lateinamerika und reisten mit Teilnehmern der lateinamerikanischen Partnerhochschulen zwischen Atlantik und Pazifik. Die Reise führte von Montevideo am südlichen Atlantik nach La Plata, über die Weite der Pampa und Überquerung der Anden nach Santiago und Valparaiso am südlichen Pazifik.

Nach den Erfahrungen der letztjährigen SummerScholl 2018, die - auf den Spuren von Le Corbusier - brasilianische, französische und deutsche Studierende von Le Havre im Norden Frankreichs nach Marseille und Roquebrune ans Mittelmeer geführt hat, entstand der Traum, die SummerSchool 2019 wieder zwischen zwei Meeren aufzuspannen und den architektonischen Diskurs mit dem Thema der Geographie zu überlagern. Nach einem Thementag  in Konstanz, welcher im vergangenen Sommersemester in Konstanz Hochschulen aus Uruguay, Argentinien und Chile  zusammen geführt hat, konnte die Zusammenarbeit mit den Architekturfakultäten der Universidad de la Republica Uruguay, der Universidad Nacional de La Plata  und Pontificia Universidad Catolica  de Chile erfolgreich in die Wege geleitet werden. So nahmen sowohl Studierende aus Uruguay als auch aus Argentinien an der SummerSchool 2019 teil. Aus politischen und wirtschaftlichen Gründen musste die Escola da Cidade aus Sao Paulo, die seit Anbeginn Partner der SummerSchool ist, ihre diesjährige Teilnahme leider absagen.

Die SummerSchool baut auf verschiedenen Bausteinen auf: Die Reise ist sicherlich das herausragende Erlebnis, doch ist das gemeinsame Leben und Arbeiten gleichbedeutend. So hatten die angereisten Teilnehmer die Möglichkeit, in Montevideo und La Plata zuhause bei gastgebenden Studierenden zu leben, quasi den Alltag „von innen“ kennen zu lernen und tief in die jeweilige Kultur ein zu tauchen.

Gemeinsam arbeiteten die Studierenden in international gemischten Gruppen an verschiedenen Aufgabenstellungen zur „Stadtlektüre“, um sich ein Verständnis von Ort und Geschichte zu erarbeiten. In Form eines 8m langen Leporellos erstellten sie zudem täglich ein „Archiv der Erinnerung“, welches zur Grundlage eines interkulturellen Dialoges wurde, und immer wieder aufforderte, „durch die Augen des Anderen sehen zu lernen.“

Neben den täglichen Notationen im archive of memory undden verschiedenen Annäherungen an die verschiedenen Ort mit  reading the city, halfen ephemere Installationen im Masstab 1:1 - começo sin começo |entre cielo y suelo | fin sin fin - das Erlebte in räumliche Eingriffe zu transformieren und damit den interkulturellen Diskurs in das Handwerk des Architekten zu übersetzen und sich gleichzeitig einen persönlichen „Werkzeugkasten“ für zukünftige Projekte aufzubauen. 

Der Besuch der ciudad abierta in Valparaiso mit Blick auf den Pazifik war stimmiger Schlusspunkt der SummerSchool 2019. In beiden Lehrkonzepten wurden so viel Gemeinsamkeiten gefunden, dass eine Zusammenarbeit hoffentlich bald dieses erste Treffen vertiefen wird.

Die Reise auf dem 34 Breitengrad quer durch den lateinamerikanischen Kontinent hat nicht nur Raum und Zeit physisch erlebbar werden lassen, sondern hat jeden der Teilnehmer in seiner Wahrnehmung grundlegend bereichert und sensibilisiert: die SummerSchool als Seh.Schule.

Im kommenden Wintersemester werden die Erfahrungen der Reise im Wahlfach WP#5 Architektur im interkulturellen Kontext, „Zwiegespräch mit Schatten“ weiter aufbereitet und in einen größeren Zusammenhang gestellt.

Im Rahmen der internationalen Woche der Studiengänge AR vom 25.-28.11.19 gibt es eine Präsentation der Arbeiten. Unter dem Motto re.view SummerSchool 2019 werden am Donnerstag, 28.11.19 um 19 Uhr im Dachatelier Studierende und Gast Julio Santana, als führender Le Corbusier Experte aus La Plata die Reise nochmals Revue passieren lassen. Eine kleine Ausstellung wird Einblick in das Erlebte geben und die vor Ort erarbeiteten Leoprellos zeigen.

Dieses Projekt wird gefördert von der Baden-Württemberg-STIFTUNG

Über das Baden-Württemberg-STIPENDIUM
Das Baden-Württemberg-STIPENDIUM fördert den internationalen Austausch von qualifi­zier­ten Stu­dierenden und jungen Berufstätigen. Seit 2001 konnten über 20.000 junge Menschen aus Baden-Württemberg Auslandserfahrungen sammeln bzw. junge Menschen aus dem Ausland konnten einige Zeit in Baden-Württemberg verbringen. Jedes Jahr werden rund 1.500 Stipendien im Rahmen des Baden-Württem­berg-STIPENDIUMs vergeben. www.bw-stipendium.de

Das Programm Baden-Württemberg-STIPENDIUM für Studierende – BWS plus
Mit dem Programm BWS plus unterstützt die Baden-Württemberg Stiftung innovative Kooperationen von Hochschulen mit anderen internationalen Institutionen. Das mit jährlich ca. 1,2 Million Euro dotierte Programm wurde 2011 zum ersten Mal ausgeschrieben. Seitdem wurden mehr als 70 BWS plus-Projekte an baden-württembergischen Hochschulen unterstützt.

Die Baden-Württemberg Stiftung
Die Baden-Württemberg Stiftungsetzt sich für ein lebendiges und lebenswertes Baden-Würt­tem­berg ein. Sie ebnet den Weg für Spitzenforschung, vielfältige Bildungsmaßnahmen und den verant­wortungsbewussten Umgang mit unseren Mitmenschen. Die Baden-Württemberg Stiftung ist eine der großen operativen Stiftungen in Deutschland. Sie ist die einzige, die ausschließlich und überparteilich in die Zukunft Baden-Württembergs investiert – und damit in die Zukunft seiner Bürgerinnen und Bürger.  www.bwstiftung.de