HTWG feiert Amtsübergabe an Gunnar Schubert und verabschiedet Sabine Rein

Schlüssel fürs Amt, Newton-Pendel für gute Führung: Prof. Dr. Sabine Rein übergibt ihrem Nachfolger Prof. Dr. Gunnar Schubert zwei symbolische Geschenke
Am 12. Oktober 2026 hat die HTWG Hochschule Konstanz – Technik, Wirtschaft und Gestaltung die Amtsübergabe von Prof. Dr. Sabine Rein an Prof. Dr. Gunnar Schubert gefeiert. Schubert leitet die Hochschule seit dem 28. September. Mehr als 200 Gäste aus Wissenschaft, Politik, Wirtschaft und Gesellschaft sowie Studierende, Mitarbeitende und Professorinnen und Professoren kamen dafür im P-Gebäude auf dem Campus zusammen, um Gunnar Schubert als neuen Präsidenten zu begrüßen und Sabine Rein nach sechs Jahren an der Spitze zu verabschieden. Der Saal war bis auf den letzten Platz besetzt. In seiner Antrittsrede betonte Schubert die Notwendigkeit, die Studiengänge so aufzustellen, dass sie die Veränderungen durch Künstliche Intelligenz aufnehmen, sowie Lehre, Forschung und Transfer enger zu verzahnen.
Staatssekretärin Neşe Erikli überbrachte die Grüße des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg und dankte der scheidenden Präsidentin im Namen der Landesregierung: „Professorin Dr. Sabine Rein hat die HTWG Konstanz in einer bewegten Zeit übernommen, geführt und entscheidend vorangebracht. In ihren sechs Jahren als Präsidentin hat sie die Hochschule weiter gestärkt und ihr ein klares Profil gegeben. Dafür danke ich ihr im Namen der Landesregierung herzlich. Professor Dr. Gunnar Schubert übernimmt nun ein gut aufgestelltes Haus. Als langjähriger Vizepräsident kennt er die HTWG bestens. Mit seiner Erfahrung in Forschung, Transfer und Nachhaltigkeit bringt er alles mit, was es braucht, um die Hochschule erfolgreich in die Zukunft zu führen.“

Landrat Zeno Danner würdigte Reins Einsatz für die Vernetzung der Hochschule: „Sabine Rein zeichnet aus, dass sie immer großen Wert auf die Vernetzung von Wissenschaft, Wirtschaft und Politik gelegt hat, ob in der Bodenseeregion oder weltweit. Ich bin mir sicher, dass wir mit Gunnar Schubert unmittelbar daran anknüpfen können. Darauf freue ich mich.“
Oberbürgermeister Uli Burchardt sprach für die Stadt Konstanz: „Mit Professor Dr. Gunnar Schubert übernimmt einer das Präsidentenamt, der die HTWG schon sehr gut kennt. Viele der heutigen Entwicklungen an der HTWG hat er bereits mitgestaltet, einige Male auch in Zusammenarbeit mit der Stadt Konstanz. Deshalb ist dieser Tag ein Wechsel, aber aus Sicht der Stadt auch ein Stück Kontinuität. Ich gratuliere namens der Stadt und wünsche Gunnar eine glückliche Hand für die HTWG. Auf gute Zusammenarbeit!“
Grüße aus Indien sandte die Partnerhochschule NMIMS Mumbai per Video. Prof. Dr. Markus Rhomberg, Co-Geschäftsführer des Wissenschaftsverbunds Vierländerregion Bodensee, dankte Sabine Rein für ihre Herzlichkeit, Verlässlichkeit und Ruhe in der Zusammenarbeit im Wissenschaftsverbund. Er betonte, dass die HTWG auch in Zukunft für Offenheit und Kooperation stehe und wünschte Gunnar Schubert Freude, Neugier und eine glückliche Hand für sein neues Amt. Für den Hochschulrat ergriffen der Vorsitzende Thomas Regele und sein Vorgänger, Ehrensenator Dr. Stefan Keh, das Wort. Fünf kurze Rückblick-Videos auf die Amtszeit von Sabine Rein begleiteten den ersten Teil des Abends.
Auf eine Bilanz verzichtete Sabine Rein in ihrer Abschiedsrede bewusst: Dafür gebe es Jahresberichte, für Lesemuffel auch Insta-Reels, und jede Bilanz bleibe ohnehin unvollständig. Stattdessen zogen sich zwei griechische Begriffe für Zeit durch ihre Rede: Chronos, die linear fortlaufende, messbare Zeit, und Kairos, der Wert eines Moments. Mit ihnen blickte sie auf ihre Jahre an der HTWG zurück, auf Gelegenheiten, die sie beim Schopfe gepackt habe, und auf den Moment, Verantwortung weiterzugeben. „Ich war sehr gerne Präsidentin dieser Hochschule“, sagte sie. „Die HTWG ist mir in diesen sechs Jahren sehr ans Herz gewachsen. Und auch wenn meine Zeit als Präsidentin hier endet, wird meine Verbundenheit mit dieser Hochschule bleiben.“ Das Publikum verabschiedete sie mit Standing Ovations. Staatssekretärin Neşe Erikli dankte ihr, wie später auch Gunnar Schubert nach seiner Antrittsrede, mit einem Blumenstrauß. Anschließend überreichte Rein ihrem Nachfolger einen XXL-Schlüssel als Zeichen für die Übergabe des Amts und ein Newton-Pendel als Sinnbild für gute Führung: Schon ein sanfter Anstoß könne ein Team in harmonisches Schwingen versetzen.

Die Moderation hatte die Hochschule bewusst in studentische Hände gelegt: Franziska Hiom (Studiengang Betriebswirtschaftslehre) und Julian Reichwein (Studiengang Industrial Engineering and Management) führten die Gäste durch den Abend. Im Gespräch mit den beiden verriet Schubert, dass er sich als Präsident nirgendwo anders beworben hätte als an der HTWG. Auf die Frage nach seinen Herzensthemen nannte er die Hochschulgemeinschaft, Vielfalt und Teilhabe sowie die Verantwortung der HTWG für Umwelt, Region und Gesellschaft. Die Bigband der HTWG eröffnete und schloss das Bühnenprogramm.

In seiner Antrittsrede dankte Schubert zunächst Sabine Rein. Die HTWG starte aus einer sehr guten Ausgangslage in eine Zeit großer Herausforderungen, allen voran die unsichere Weltlage und die Veränderungen durch Künstliche Intelligenz. Die Stärken der Hochschule stimmen ihn zuversichtlich, dass die HTWG diese meistern wird: ihre fachliche Breite, ihre regionale und internationale Vernetzung und ihre starke Hochschulgemeinschaft. Es sei notwendig, die Studiengänge so aufzustellen, dass sie die Veränderungen durch Künstliche Intelligenz aufnehmen. Lehre, Forschung und Transfer möchte Schubert enger verzahnen und die HTWG als Innovationspartnerin stärken, regional verankert und international vernetzt. Die Verwaltung, für ihn das „notwendige Zahnrad“, soll dafür ebenso gut aufgestellt werden. Voraussetzung für all das sei eine wertschätzende und gemeinschaftliche Hochschulkultur. „So schaffen wir es, die HTWG als weltoffene, innovative und nachhaltige Hochschule weiter zu stärken und sie für alle zu einem inspirierenden Ort für kreatives Lernen, Forschen und Arbeiten zu machen“, fasste er zum Abschluss seine Vision zusammen.

Copyright alle Fotos: Philipp Uricher