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Neuerscheinung: Was tun, wenn alles wankt?

Ein Mann sitzt mit einem Buch in der Hand auf einer Bank, es ist herbstlich, im Hintergrund sieht man einen See

Prof. Dr. Erdal Yalcin mit seinem neuen Buch „Was tun, wenn alles wankt?“

Wie können wir Veränderungen gestalten, deren Folgen sich noch nicht vollständig absehen lassen? In seinem neuen Buch „Was tun, wenn alles wankt? Karl Poppers Antwort auf eine Welt im Umbruch“ verbindet Prof. Dr. Erdal Yalcin von der HTWG Hochschule Konstanz – Technik, Wirtschaft und Gestaltung seine Forschung über eine Welt im Wandel mit der Frage, die weit über die Ökonomie hinausreicht: Wie bleiben wir als Gesellschaft handlungsfähig? Das Buch ist bei ECONstance Publications erschienen.

Ausgangspunkt ist das Hauptwerk des Philosophen Karl Popper, „Die offene Gesellschaft und ihre Feinde“. Popper schrieb es während des Zweiten Weltkriegs im Exil und veröffentlichte es 1945. Yalcin hält die Ideen darin auch heute für brauchbar, wenn Entscheidungen auf unvollständigem Wissen beruhen: Kritik zulassen, Macht demokratisch begrenzen, Fehler erkennen und korrigieren. Im Buch erklärt er sie an verständlichen Beispielen.

Wie das auf die Gegenwart passt, zeigt der vierte Teil, „Popper und die Gegenwart“, besonders deutlich. Darin geht es um drei Umbrüche, die Wirtschaft und Gesellschaft gleichzeitig verändern: den technologischen, den geopolitischen und den ökologischen Wandel. Yalcin fragt, welche Fähigkeiten eine Arbeitswelt mit künstlicher Intelligenz verlangt und wie sich Hochschulen darauf vorbereiten können. Er verbindet außerdem seine Forschung zu Handel, Risiko und Sanktionen mit der Frage, wie wirtschaftliche Sicherheit und internationale Offenheit zusammenpassen. Beim Umbau von Energieversorgung, Produktion und Mobilität geht es ihm unter anderem darum, wie Politik nachsteuern kann, wenn eine gut gemeinte Maßnahme ihr Ziel verfehlt.

Handlungsfähig bleibt eine Gesellschaft aus Yalcins Sicht dann, wenn sie überprüfbare Schritte geht, statt auf den einen großen Plan zu setzen. Zuerst muss klar sein, welches Problem gelöst werden soll. Danach kommen Vorschläge, deren Wirkung sich beobachten lässt, und wo nötig eine Kurskorrektur.

Geschrieben hat Yalcin das Buch vor allem für Jugendliche und junge Erwachsene, es ist aber für alle Interessierten gedacht. Seine Botschaft an die junge Generation: Wer Fragen stellt und sich ein eigenes Urteil bildet, kann die Zukunft mitgestalten.

Zum Autor
Prof. Dr. Erdal Yalcin lehrt Volkswirtschaftslehre mit dem Schwerpunkt Internationale Wirtschaftsbeziehungen an der Fakultät Wirtschafts-, Kultur- und Rechtswissenschaften der HTWG Konstanz. Seine Forschung befasst sich mit globalem Handel, wirtschaftlichen Risiken, Sanktionen und internationalen Wertschöpfungsketten. Er untersucht, wie politische Entscheidungen und wirtschaftliche Verflechtungen zusammenwirken, wie Abhängigkeiten entstehen und unter welchen Bedingungen Unternehmen und Volkswirtschaften widerstandsfähiger werden. Das Buch knüpft an diese Fragen an und macht sie für ein breiteres Publikum zugänglich.


Copyright Titelfoto: Luise Yalcin