Internationale Wirtschaftsbeziehungen in einer Welt im Wandel
Geopolitische Konflikte, technologische Veränderungen und der ökologische Wandel stellen die internationale Arbeitsteilung vor neue Herausforderungen. Wie reagieren Unternehmen und Staaten darauf? Welche Folgen ergeben sich für Handel, Investitionen und globale Wertschöpfungsketten?
Meine Forschung untersucht, wie internationaler Handel unter Risiko und Unsicherheit funktioniert. Dazu verbinde ich theoretische Modelle mit empirischen Analysen. Im Mittelpunkt stehen die Widerstandsfähigkeit von Handels- und Liefernetzwerken, die Absicherung wirtschaftlicher Risiken sowie die Wirkungen von Wirtschaftssanktionen.
Sanktionsnetzwerke und die Global Sanctions Data Base
Wirtschaftssanktionen verändern internationale Wirtschaftsbeziehungen. Ich untersuche ihre Auswirkungen auf Handelsströme und wirtschaftliche Verflechtungen. Dabei interessieren mich sowohl die Folgen für sanktionierte Staaten als auch die Rückwirkungen auf sanktionierende Länder und die Auswirkungen auf Drittländer.
Gemeinsam mit einem internationalen Forschungsteam entwickle ich die Global Sanctions Data Base (GSDB) weiter. Die Datenbank dokumentiert Sanktionen weltweit und erfasst ihre Instrumente und politischen Ziele. Sie bildet eine Grundlage, um Sanktionsmaßnahmen systematisch zu vergleichen und ihre wirtschaftlichen Wirkungen empirisch zu untersuchen.

Handel, Risiko und wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit
Wann macht die Neuordnung von Handelsbeziehungen eine Volkswirtschaft widerstandsfähiger? Meine Forschung untersucht, wie Unternehmen und Länder ihre Handelspartner unter Unsicherheit wählen und welche Rolle alternative Anbieter und gemeinsame Risikofaktoren spielen.
In meinem Forschungspapier Trade, Risk, and Resilience in General Equilibrium entwickle ich ein theoretisches Handelsmodell, das miteinander verbundene Risiken berücksichtigt. Das Ausweichen auf andere Lieferanten kann neue Verwundbarkeiten erzeugen: Wenn viele Länder auf dieselben Alternativen zurückgreifen, können knappe Kapazitäten und steigende Preise die erhoffte Risikominderung abschwächen. Zudem können auch unterschiedliche Lieferländer denselben Krisen ausgesetzt sein.
Die Arbeit zeigt damit, warum einzelne Abhängigkeiten und die Widerstandsfähigkeit des gesamten Handelssystems gemeinsam betrachtet werden müssen.
