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Forschung: Informatik und Nachhaltigkeit im Doppelpack

Gleich an zwei interdisziplinären Forschungsprojekten an der Schnittstelle zur Nachhaltigkeit ist die Fakultät beteiligt. Hierbei muss sich die Informationstechnologie selbst hinterfragen und kann gleichzeitig zur Aufklärung beitragen.

Klimaschutz und Ökodesign sind zwei wichtige Schlagworte der beiden neuen Forschungsprojekte, an denen die Fakultät Informatik beteiligt ist. Die gemeinsame thematische Klammer: die Schnittstelle zwischen Internet der Dinge (Internet of Things, kurz IoT) und Nachhaltigkeit.
In beiden Projekten wird die Fakultät von Frau Dr. Sonja Meyer vertreten. Sie ist Professorin für algorithmische Grundlagen digitalisierter Geschäftsprozesse der Wirtschaftsinformatik. Bei den Projektanträgen hat sie aufgenommen, was in der Lehre von den Studierenden an sie herangetragen wurde, so Sonja Meyer. 


Das Forschungsprojekt „OFAR4All“ der Internationalen Bodensee-Hochschule

Auch Internetkonsum trägt zur Klimakrise bei. Das IBH-Projekt OFAR4All setzt sich mit dem ökologischen Fußabdruck von Online-Zeiten auseinander (OFAR4All steht für Onlinezeiten Fußabdruckrechner für alle). Der Fokus liegt dabei auf IoT-Geräten. Es gibt immer mehr kleine sensor- und aktorbasierte Geräte, die mit dem Internet verbunden sind und in der Beschaffung immer günstiger werden. Solche Geräte, wie z.B. digitale Thermostate oder Fitnessarmbänder, bieten den Nutzerinnen und Nutzer höheren Komfort. Ihre ökologischen Auswirkungen bei der Herstellung und Nutzung bleiben jedoch im Verborgenen. Die Auswirkungen von verteilten, internetbasierten Softwareanwendungen aufzudecken und transparent darzustellen sowie für den damit verbundenen CO2-Verbrauch zu sensibilisieren, das sind die Ziele dieses Projektes. Konkret soll es am Ende des Projektes einen Fussabdruckrechner für Onlinezeiten geben.

Beitrag der Fakultät Informatik
Gemeinsam mit der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) entwickelt die HTWG ein Referenzmodell für einen CO2-Rechner zur Erfassung von Onlinezeiten. Dafür wird ein Tracker entwickelt, der den tatsächlichen Verbrauch der Geräte misst. Dabei wird der umweltwissenschaftliche Bereich des Projektes von der ZHAW abgedeckt, der informationstechnische Bereich von der HTWG, namentlich Frau Prof. Dr. Meyer.
Einen ausführlichen Bericht über das Projekt finden Sie im HTWG-Magazin.

Die Rahmenbedingungen
Das Projekt läuft vom 01.06.2020 bis 30.11.2021. Die Fördersumme beläuft sich auf € 120000,-. Beteiligt sind die ZHAW sowie die HTWG. Die Projektleitung hat Frau Prof. Dr. Meyer, HTWG Konstanz, inne. 

Der Projektträger
Die Internationale Bodensee-Hochschule (IBH) fördert das Projekt. Die IBH organisiert die Zusammenarbeit der Hochschulen in der Vierländerregion Bodensee. Dabei arbeitet die IBH mit Partnerinnen und Partner aus der Praxis zusammen. Wissenstransfers und innovativen Lösungen für die Region stehen im Mittelpunkt. 

Das Forschungsprojekt „Applied Circular Sustainability“ der Innosuisse NTN – Innovation Booster

Das fachübergreifende Projekt der Innosuisse befasst sich schwerpunktmäßig mit Ideen und Lösungen für kreislauffähige Produkte und Businessmodelle. Die Kreislauffähigkeit von neuen Materialien und zukünftigen Produkten soll optimiert werden. Beispiele für solche Produkte sind u.a. Sensoren und Motoren aber auch Küchengeräte und Sportgeräte, die aus Materialen bestehen, die vollständig geeignet sind, technische Kreisläufe zu durchlaufen. Ökodesign und Cradle-to-Cradle, d.h. durchgängige und konsequente Kreislaufwirtschaft, sind hier gefragt.

Beitrag der Fakultät Informatik
Die HTWG ist einer der Umsetzungspartner für einzelne Ideen im Netzwerk. In dem Forschungsprojekt sollen u.a. internetbasierte Anwendungen und Geräte genauer betrachtet werden. Frau Prof. Dr. Meyer aus der Fakultät Informatik wird sich mit dem Hardware- und Software-Engineering von Produkten, die über Sensorik und Aktorik verfügen und mit dem Internet verbunden sind (IoT-Geräte), befassen. 

Die Rahmenbedingungen
Projektstart ist Januar 2021, die Laufzeit beträgt vier Jahre. Die Fördersumme für das Projekt beträgt CHF 500000,- pro Jahr. Die Projektleitung obliegt der ZHAW.

Der Projektträger
Die Innosuisse ist die Schweizerische Agentur für Innovationsförderung vom Schweizer Bund. Erklärtes Ziel der Innosuisse NTN - Innovation Booster ist es, die wissenschaftsbasierte Innovation im Interesse von Wirtschaft und Gesellschaft zu fördern. Die Bandbreite der Innovationsbooster reicht von „Technologie und besondere Bedarfe“ bis hin zu „Dekarbonisierung“, d.h. Energiewirtschaft mit niedrigem Kohlenstoffumsatz. Ein Konsortium bestehend aus Vertreterinnen und Vertreter der Wirtschaft, Gesellschaft und Hochschulen in der Schweiz entscheidet über die Ideenförderung.