Zurück zur Übersicht

Fachwissen und Branchennews per Kopfhörer

19.02.2018

Frech und informativ: Wie zwei Gesundheitsinformatik-Professoren mit ihrem eHealth-Podcast Erfolge feiern

Dröge ist anders. Wer in den eHealth-Podcast hineinhört, für den ist unüberhörbar: Die Macher haben Spaß dabei – sowohl bei der Produktion ihrer Beiträge als auch grundsätzlich bei der Beschäftigung mit dem Thema eHealth. Beides war im April 2016 für Prof. Dr. Renato Dambe und für Prof. Dr. Christian Wache ausschlaggebend, mit dem ersten und bisher einzigen eHealth-Podcast im deutschsprachigen Raum zu starten. In Kürze strahlen die beiden Professoren aus dem Studiengang Gesundheitsinformatik ihre 50. Sendung aus.

„Das ist natürlich nicht objektiv, sondern gespickt mit eigenen Meinungen und Interpretationen.“

Prof. Dr. Christian Wache.

An jedem zweiten Freitag um neun Uhr heißt es nach einem Jingle: „Der Podcast rund im Gesundheits- und Medizininformatik aus Konschtanz“, ja, unüberhörbar „Konschtanz“. Dann folgen 20 bis 30 Minuten Programm rund um Neuigkeiten, Entwicklungen und Hintergründe rund um die Kombination von Gesundheitswesen und IT. Das Besondere: Die Macher stellen nicht trocken Informationen zusammen, sondern kommentieren sie in lockerem Geplänkel, unverkrampft frech und mit einem Augenzwinkern. „Das ist natürlich nicht objektiv, sondern gespickt mit eigenen Meinungen und Interpretationen“, erläutert Prof. Dr. Christian Wache. Und gerade das macht den Charme des Podcasts aus. Zufällig teilen sich die beiden Professoren im Studiengang Gesundheitsinformatik an der HTWG ein Büro. Miteinander und übereinander zu frotzeln gehört zum Arbeitsalltag – und auch in den Podcast.

Der eHealth-Podcast
Zu festen Rubriken zählen Nachrichten vom Gesundheitsmarkt, Experteninterviews, Veranstaltungshinweise auf Messen und Fachkongresse, Buchempfehlungen. Zu jeder Sendung stellen die Professoren weiterführende Links auf der Website des eHealth-Podcasts zur Verfügung. Hier gibt es auch die Möglichkeit, Kommentare zur Sendung abzugeben.

Website des eHealth-Podcasts

Fundierte Einordnung neuester Entwicklungen

Die Beiträge sind unterhaltsam, aber vor allem informativ. Komprimiert und allgemeinverständlich erhalten eHealth-Interessierte einen Überblick über neueste Entwicklungen und eine fundierte Einordnung. Die Macher sind begeistert von den Chancen und Möglichkeiten der Informationstechnologie im Gesundheitswesen „IT ist aus dem Gesundheitswesen nicht mehr wegzudenken. Sie berechnet in medizintechnischen Geräten die Bilder, steuert ganze Krankenhäuser und wird von vielen in Form von Fitnesstrackern am Handgelenk getragen. IT hilft dabei, Prozesse zu optimieren und die Patientensicherheit sowie Behandlungsqualität zu steigern“, sagt Prof. Dr. Christian Wache. Nicht weniger fasziniert ist Renato Dambe. Der steigende Einsatz von IT im Gesundheitswesen erfordere immer mehr Expertenwissen und Kenntnisse sowohl der IT wie auch der Medizin, erläutert er. Hierzu soll der Podcast einen Beitrag leisten.

„Wir bekommen bei der Vorbereitung der Vorlesungen Impulse für Podcast-Schwerpunkte – und umgekehrt bei der Recherche für den Podcast Inhalte für die Vorlesung.“

Prof. Dr. Renato Dambe.

800 bis 900 Abrufe zählen die Professoren durchschnittlich pro Beitrag. Wer tatsächlich zu den Abonnenten gehört, ist für die Macher schwer nachvollziehbar. Sie würden sich wünschen, dass sie IT-Mitarbeiter in Krankenhäusern und bei Krankenkassen, IT-interessierte Ärzte, aber auch Behördenvertreter erreichen. Und natürlich ihre Studierenden. Wobei sie die Beiträge nicht speziell für die Studierenden produzieren. Doch immer wieder überschneiden sich die Themen mit den Vorlesungen. „Wir bekommen bei der Vorbereitung der Vorlesungen Impulse für Podcast-Schwerpunkte – und umgekehrt bei der Recherche für den Podcast Inhalte für die Vorlesung“, sagt Renato Dambe. Deshalb geben die beiden Professoren auch mal den Tipp, einen entsprechenden Podcast zur Vor- oder Nachbereitung einer Vorlesung zu hören. Verpflichtend ist ein Abonnement für die Studierenden aber nicht. Beide Professoren sagen lachend: „Auch wenn keiner zuhören würde, würden wir den Podcast trotzdem machen.“ Schließlich helfen ihnen die Sendungen, sich selbst in ein Thema einzuarbeiten. „Der Podcast ist ein gutes Mittel, Up-to-date zu bleiben. Er motiviert uns, uns mit den neuesten Entwicklungen auseinanderzusetzen“, sagt Renato Dambe.

Über die Branche hinaus bekannt
Doch mit der Recherche ist es noch lange nicht getan. Sie rechnen damit, dass sie rund vier Mal so viel Zeit für die Produktion aufbringen wie die Ausstrahlung letztlich dauert. Deshalb freuen sie sich, dass sie seit kurzem einen dritten Professor für Gesundheitsinformatik im Team haben. Nun steuert auch Professor Bernhard Breil von der Hochschule Niederrhein regelmäßig Beiträge bei.
Inzwischen haben sich die Professoren einen Ruf in der Szene erarbeitet. Sie werden auf Kongresse eingeladen, um ihren Podcast vorzustellen. Auch Spiegel-Online hat bereits nach einem Bericht zur Blockchain-Technologie im Gesundheitswesen auf ihren Beitrag zum Thema verlinkt.

Die Macher:
Prof. Dr. Renato Dambe, Professor für IT-Management
Nach dem Studium der Medizin sah er als Arzt im Klinikalltag den Bedarf an intelligenten technischen Lösungen. Dies motivierte ihn, sein Interesse an der Medizin mit dem an der Informatik zu verknüpfen, so dass er das Studium Informationsmanagement in der Medizin anschloss. Nach dem Zweitstudium arbeitete Renato Dambe zuerst als Projektmanager und später als Produktmanager bei einer mittelständischen Softwarefirma für Krankenhausinformationssysteme.
Prof. Dr. Christian Wache, Professor für Medizinische Informatik
Schon während seines Studiums der Medizinischen Informatik hatte Wache begonnen, in einem Start-Up medizinische Informationssysteme zu entwickeln und in Kliniken zu implementieren. Er promovierte an der Uniklinik Köln zum Doktor der Medizinwissenschaft. Anschließend war er als Berater bei verschiedenen Herstellern von Klinikinformationssystemen tätig, bevor er als Professor an die HTWG wechselte.
Prof. Dr. Berhnard Breil, Professor für Gesundheitsinformatik
Bernhard Breil hat Medizinische Informatik studiert. Nach seiner Promotion leitete er an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster die Forschungsgruppe „Architektur und Datenmodelle Medizinischer Informationssysteme“. Seit Oktober 2013 lehrt Bernhard Breil als Professor für Gesundheitsinformatik (Systemintegration) im Fachbereich Gesundheitswesen an der Hochschule Niederrhein.

 

Der Studiengang Gesundheitsinformatik


Der Studiengang Gesundheitsinformatik ist einer der jüngsten der HTWG. Er ist zum Wintersemester 2012/13 gestartet. Im Neubau am Seerhein stehen den Studierenden Labore und Gruppenarbeitsräume zur Verfügung, die ihnen das Lernen in Kleingruppen und Projekten ermöglichen. Eine Besonderheit dieses Studiengangs ist die unmittelbare Abstimmung der Studieninhalte mit Krankenhäusern, Klinikketten und Medizinprodukte-Herstellern, die dringend auf spezialisierten Nachwuchs warten. Experten aus dem Gesundheitssektor stehen zu aktuellen Themen der Gesundheitsinformatik zur Verfügung. Ein Fachbeirat ist bei der Entwicklung des Studienangebots aktiv involviert.
In dem Studiengang stehen jährlich 42 Studienplätze zur Verfügung. Er umfasst sieben Semester, inklusive eines integrierten Praxissemesters im fünften Semester. Voraussetzung für die Zulassung zum Studium ist das Abitur bzw. die Fachhochschulreife oder ein äquivalenter Abschluss. Studienleistungen können im Ausland, zum Beispiel an einer Partnerhochschule der HTWG, erbracht werden. Es ist auch möglich, das praktische Studiensemester oder die Bachelorarbeit im Ausland zu absolvieren.
Bewerbungsschluss für das Wintersemester ist der 15. Juli 2018.

Weitere Informationen:  Internetseiten des Studiengangs Gesundheitsinformatik