Architektur

Bachelor und Master

Dekoratives grafisches Element

Der Flügelschlag eines Schmetterlings

(02/21)  Zwei große Spiralen, die sich gegenüberstehen und ineinander greifen, ohne sich zu berühren: Das ist der Siegerentwurf für das DANK-Mal, ein neuer Begegnungsort für die Organspende und die Organtransplantation, welches zur Zeit realisiert wird.  Der ehemalige Architektur-Student der HTWG Konstanz, Michael Wezstein, hatte im Juli 2019 im Rahmen eines Wettbewerbes den ersten Preis erhalten.
(siehe auch Bericht unter diesem Link)

 

„Von Anfang an war für mich klar, dass es für dieses sensible Thema auch ein sensibles DANK-Mal braucht, welches in seiner Erscheinung einzigartig sein muss.“ So beschreibt der junge Architekt und Künstler aus Konstanz seinen Siegerentwurf, der nun in Berlin realisiert wird. Noch als Student der HTWG Konstanz hatte er sich gemeinsam mit weiteren Architektur-Studierenden im Sommersemester 2019 im Rahmen eines Wettbewerbes mit einem Gedenkort für die Organtransplantation auseinandergesetzt.

Getragen von der Idee der Vervielfachung und der großen Auswirkung einer Spende führten ihn seine Gedanken zum Schmetterlings-Effekt, der für ihn genau diese große Auswirkung eines kleinen Anstoßes widerspiegelt: „Kann der Flügelschlag eines Schmetterlings in Brasilien einen Tornado in Texas auslösen?“

Das dreidimensionale Konstrukt dieses Effektes inspirierte ihn und er leitete daraus Elemente - wie die Spirale als Sinnbild des menschlichen Lebens – ab. Durch die Überschneidung der Spiralen wird für ihn die Verbindung zweier Leben abstrahiert, sie stehen somit für Spender und Empfänger. „Die Besonderheit der Skulptur ist demnach, dass sie in jeder Situation Raum für eine individuelle Betrachtung und eine freie Interpretation schafft“, so Wezstein. Die Möglichkeit des Durchschreitens macht das DANK-Mal nahbar und erlebbar, durch das Berühren des Metalls können Schwingungen entstehen, wodurch ein Impuls spürbar wird.

Im Moment arbeitet er an den Detailplänen für die Skulptur. Der Zeitplan war von Anfang an sehr straff. Da die Geometrie der Spiralen sehr komplex ist, hatte die Detaillierung und Planung deutlich mehr Zeit in Anspruch genommen als zunächst geplant war. Michael Wezstein zeigt sich zuversichtlich, dass das DenkMal am 20. Mai 2021 in Berlin stehen wird. Als Berufsanfänger ist dies eine ganz besondere Auszeichnung für ihn: „Natürlich erfüllt es mich mit Stolz, dass ich in mein Arbeitsleben mit einem gewonnenen Wettbewerb starten kann und noch dazu mit einem so besonderen und wichtigen Projekt in unserer Hauptstadt.“

 

Hintergrund:
Im Sommersemester 2019 haben sich Architektur-Studierende der HTWG Konstanz mit einem Gedenkort für die Organtransplantation auseinandergesetzt. Entstanden sind unter der Leitung von Ulf Meyer, Lehrbeauftragter an der HTWG Konstanz, verschiedene Ideen für eine Umsetzung. Die verschiedenen Entwürfe wurden im Juli 2019 wurden in der Charité über den Dächern von Berlin-Mitte präsentiert und die Jury vergab damals zwei erste Preise an Michael Wezstein und Bartolomeo Azzellini. Nach einer weiteren Überarbeitung wurde entschieden, dass der Siegerentwurf des jungen Konstanzer Architekt und Künstler Michael Wezstein realisiert wird.

Text: Conny Lurz