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Innovationen aus der Box

19.02.2018

Zwei Studentinnen haben einen Werkzeugkasten für Gründer entwickelt. Sie steckt voller wertvoller Überraschungen.

Von der Idee zur erfolgreichen Umsetzung einer Innovation müssen Gründer einen langen Weg gehen. Die Gründerberatung der HTWG will Mut machen, den Weg trotz seiner Höhen und Tiefen zu beschreiten. In ihrem Auftrag haben zwei Studentinnen die „InBox“ entwickelt. Der Werkzeugkasten bietet unter dem Motto „start, make, innovate“ potentiellen Gründern einen Pool von Methoden, mit deren Hilfe sie den Gründungsprozess untermauern können - von der Motivation bis zur kritischen Überprüfung ihrer Idee. Die InBox beeindruckt nicht nur mit ihren fachlichen Inhalten, sondern auch mit ihrem ansprechenden Design.

„Es macht einfach Spaß damit zu arbeiten.“

Christoph Selig, Startup-Beauftragter an der HTWG

Für die beiden Kommunikationsdesign-Studentinnen Sophie Mehlhart und Melanie Fischer war die Erstellung der „InBox“ eine Arbeit im Rahmen der Veranstaltung „Independent Studies“, einem Vorkurs zur Masterarbeit. Christoph Selig hatte sich an ihren Professor Brian Switzer gewandt, um das Thema zur Bearbeitung vorzuschlagen. „Bei meiner Forschung zu neuen Innovationswegen in etablierten Unternehmen habe ich verschiedene Hilfsmittel zur Begleitung und Unterstützung von Innovationsprozessen kennen gelernt. Da diese nicht unmittelbar auf die Bedürfnisse von Studierenden übertragbar sind, war meine Idee, eine individuelle Box für die HTWG erstellen zu lassen“, erläutert Selig. Schnell konnten sich Sophie Mehlhart und Melanie Fischer dafür begeistern.

„Innovation spielt bei uns im Kommunikationsdesign-Studium eine große Rolle. Die Verknüpfung mit Unternehmertum und den ökonomischen Aspekten hat uns aber bei diesem Projekt besonders angesprochen."

Sophie Mehlhart, Kommunikationsdesign-Studentin

Sie haben eine Box mit sieben „Schatzkästchen“ erarbeitet, die die einzelnen Phasen eines Gründungsprozesses begleiten: Motivation, Ideengenerierung, Ideenverbesserung, Ideenprüfung, Ideenumfeld und Präsentieren. Jeder der sieben Baukästen ist mit unterschiedlichen Materialien bestückt. Sie geben Hilfestellung und Anleitungen zur Anwendung von Methoden. So werden in der Box „Ideengenerierung“ zum Beispiel die „6-3-5-Technik“ und die „Upside-Down-Technik“ vorgestellt, aber auch Tipps dazu, wie mit Kreativitätsblockaden umzugehen ist.

Innovationsförderung ist an der HTWG im Studium verankert
Innovationsförderung hat an der Hochschule Konstanz einen besonders hohen Stellenwert. Hierfür stellt die HTWG nicht nur im Open Innovation Lab hochmoderne Infrastruktur zur Verfügung. Innovationsförderung ist auch in vielen Curricula und im Studium generale verankert. Mit der Universität Konstanz betreibt die Hochschule die Startup-Initiative „Kilometer1“, um Gründergeist und Gründerkultur zu stärken. „Jede Studentin und jeder Student kann von den Inhalten profitieren“, betont Christoph Selig, schließlich setzten Unternehmen immer stärker auf eigenverantwortlich arbeitende Mitarbeiter mit Unternehmergeist. „Wer Dinge hinterfragt und eigene Ideen entwickelt, ist ein attraktiver Arbeitnehmer. Auch diese Softskills wollen wir fördern.“

Die InBox ist so aufgebaut, dass die Studierenden diese Softskills trainieren. Sie können die einzelnen Phasen innerhalb eines Semesters linear durchlaufen. Sie können dank des modularen Aufbaus aber auch an einem Punkt einsteigen und wieder zurückspringen. „Der Innovationsprozess ist ein iterativer Prozess mit vielen Schleifen“, erläutert Christoph Selig. „Und so war auch der Prozess der Konzeption der „InBox“, ergänzt Melanie Fischer lachend.
Der Großteil der Bearbeitungszeit der InBox fiel auf die Recherchearbeit. „Wir sind sehr tief in das Thema eingetaucht und mussten uns dann entscheiden, wie wir das Wesentliche zusammenfassen und aufbereiten“, erläutert Melanie Fischer. Neben Literaturrecherche haben sie viele Interviews mit erfolgreichen Gründern, aber auch mit Lehrenden und Studierenden geführt.

Methodenwerkzeuge, die in der Startup-Szene etabliert sind
Eine Erfindung alleine ist noch keine Innovation. Sie muss auch von Menschen genutzt werden, um als Innovation zu gelten. Und dazu braucht es noch mehr Kompetenzen in einem Gründerteam als die Entwicklung einer Idee. „Für den Erfolg ist ein mit verschiedenen Kompetenzen breit aufgestelltes Team nötig“, sagt Sophie Mehlhart zur Ermutigung aller, die in einem Startup arbeiten möchten, denen aber eine zündende Innovationsidee fehlt. Freies Denken und Risikobereitschaft gepaart mit Ausdauer und Fleiß seien schon gute Voraussetzungen. Die InBox kann auch punktuell helfen, wenn ein Gründerprozess ins Stocken gerät. „Wir stellen verschiedene Methodenwerkzeuge zur Verfügung, die in der Startup-Szene etabliert sind“, erläutert Melanie Fischer.

Beide Studentinnen haben das Thema Innovation auch in ihrer Masterarbeit aufgegriffen. Melanie Fischer hat Innovationsprozesse bei der Daimler AG begleitet, Sophie Mehlhart auf der Grundlage zahlreicher Fach-Veröffentlichungen den Design-Prozess untersucht, Methodenwerkzeuge für Designer verglichen, bewertet und ein neues Methodentool kreiert. Beide fänden es spannend, in einem Startup zu arbeiten: „Man lernt viel, muss sich selbstständig Kenntnisse erarbeiten und Verantwortung übernehmen“, betont Melanie Fischer.
Das Projekt „InBox“ geht indes weiter. Während die Ersten der 100 Boxen ab dem Sommersemester in Lehrveranstaltungen eingesetzt werden, bauen Christoph Selig und seine Kollegen am IST Institut ein ganzheitliches Lehrkonzept rund um die InBox auf. So sollen unter anderem kurze Videofilme produziert werden, die das Selbststudium mit der Box zusätzlich unterstützen.

Interesse an einer Unternehmensgründung oder Bedarf an einer Beratung zu einer Innovationsidee oder dem EXIST-Gründerstipendium?

Weitere Informationen auf der Website der Gründerinitiative von HTWG Konstanz und Universität Konstanz Kilometer 1
Oder per E-Mail an: gruenderberatung@htwg-konstanz.de.