Skip to main content

    Schreibberatung

    Für Studierende und Lehrende der Hochschule Konstanz

    Philosophieren über KI

    Wöchentlicher Onlinelektürekurs

    Leitung: Dr. Monika Oertner (HTWG-Schreibberatung)
    Termin: Wintersemester 2026/27. 14 Sitzungen wöchentlich 
    Ort: HTWG
    Kurssprache: Deutsch (Diskussionsbeiträge auf Englisch willkommen), Texte auf Englisch und Deutsch
    ETCS/SWS: 3, wahlweise benotet/unbenotet
    Teilnahmezahl: Die Zahl der Teilnehmenden ist nicht beschränkt, eine Teilnahme ohne Punkterwerb und Referat ist erlaubt.
    Anmeldung: Selbsteinschreibung auf Moodle (Link folgt)

    Kursbeschreibung

    Einige Anwendungserfahrung mit generativer KI haben inzwischen wohl die meisten gesammelt. Viele benutzen Chatbots bereits routinemäßig in ihrem Alltag. Das Leben, Studieren und Arbeiten wird in Zukunft in einer KI-geprägten Welt stattfinden. Was steht zu befürchten, was zu hoffen? Begrüßen wir die Entwicklung? Können wir sie beeinflussen? – Auf Basis von ausgewählten, spannenden und tiefgründigen Textauszügen (auf Deutsch und Englisch) diskutieren Studierende ein breites Spektrum an KI-Themen (Technik, Mensch, Intelligenz, Psychologie, Kreativität, Bildung, Information, Arbeit, Wettbewerb, Kapitalismus, Demokratie u. V. m.) in wöchentlichen Sitzungen. Neben 3 ETCS-Punkten (benotet oder unbenotet) liefert der Kurs viele neue Denkanstöße und Einsichten zum Zukunftsthema KI.

    Leistungsnachweis für 3 ETCS (benotet/unbenotet)

    - wöchentlich: Lesen der Seminartexte als Sitzungsvorbereitung
    - wöchentlich: aktive Sitzungsteilnahme 
    - einmalig: Übernahme eines Referats (Umfang: ca. 30 Minuten)
    - einmalig: zweiseitiger Reflexionsbericht (persönliches Ergebnis) nach Abschluss des Kurses

    Rückmeldung der Studierenden

    Auszüge aus den Reflexionsberichten zum Lektürekurs "Philosophieren über KI" in Kooperation mit dem KIT Karlsruhe im WS 2025/26

    „Der Kurs hat mir geholfen, meine eher juristische Sicht zu ergänzen, vor allem um eine philosophische, gesellschaftliche und emotionale Perspektive. Besonders prägend war für mich, dass wir KI nicht nur als Tool betrachtet haben, sondern als kulturelles Phänomen: zwischen Hype, Bubble und Gamechanger und der Frage, welche Erwartungen wir eigentlich an Technologie knüpfen. […] Sehr interessant fand ich auch den Teil zu Emotional AI und parasozialen Beziehungen. Dass Menschen Bindungen zu Systemen aufbauen können, die keine eigenen Gefühle haben, hat mich sehr überrascht.“

    „Ich bin nach wie vor fasziniert von den technischen Möglichkeiten, gehe aber deutlich aufmerksamer damit um, wie KI in verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen eingesetzt wird und welche Spannungen daraus entstehen. [...] In den Diskussionen wurde deutlich, dass KI nicht nur ein Werkzeug zur Effizienzsteigerung ist, sondern tief in kulturelle und emotionale Prozesse eingreift. [...] In meinem Alltag nutze ich KI weiterhin intensiv [...]. Der Kurs hat diese Nutzung nicht reduziert, aber meine Haltung verändert. Ich bin etwas achtsamer im Umgang mit KI, hinterfrage die Annahmen mehr und denke mehr über die Aufgaben nach, die ich der KI zuweise. [...] Ich fand die große Vielfalt der Themen des Kurses besonders interessant. Dadurch bekam ich einen breiten Einblick in Bereiche, mit denen ich mich sonst wahrscheinlich nicht so intensiv beschäftigt hätte.

    "Ich kann rückblickend sagen, dass [der Lektürekurs Philosophieren über KI] zu meinen Lieblingsveranstaltungen der Woche zählte. Besonders gut gefallen hat mir der Aufbau des Kurses. Bereits die Möglichkeit, dass wir Studierenden im Vorfeld selbst die Themenschwerpunkte auswählen konnten, empfand ich als sehr positiv. [...] Besonders eindrücklich und zugleich beunruhigend empfand ich die Veranstaltung zum Thema „Lebenslanges Verlernen? Offloading und Cognitive Debt“. Ich bin der festen Überzeugung, dass wir genau an diesem Punkt möglichst früh ansetzen müssen, um langfristige negative Auswirkungen auf Lern- und Denkprozesse zu vermeiden. [... Ich] habe […] mir fest vorgenommen, diese Fähigkeit bewusst beizubehalten und mich in der Nutzung von KI entsprechend zu disziplinieren. […] Abschließend möchte ich mich herzlich für diesen äußerst gewinnbringenden Kurs bedanken, der mich nicht nur inhaltlich bereichert, sondern mich letztlich auch zu dem Thema meiner Bachelorarbeit geführt hat."

    „Besonders prägend waren für mich die Sitzungen zu KI und Kunst sowie zur Beziehung zwischen Mensch und KI. [...] Ich bin davon überzeugt, dass ein überbordender Einsatz künstlicher Intelligenz vor allem problematische und ungerechte Seiten unserer bestehenden Systeme verstärkt sichtbar macht. Insbesondere der Vortrag und die anschließende Diskussion über den Einsatz von KI im Gesundheitssektor haben diese Entmenschlichung zutiefst menschlicher Interaktionen eindrücklich vor Augen geführt. Diese Auseinandersetzungen haben meine kritische Haltung weiter geschärft, zugleich aber auch mein Interesse und mein Bewusstsein verändert. [...] Ich würde mir wünschen, dass Kurse wie dieser fester Bestandteil des Studiums werden, um das Bewusstsein für Risiken und Potenziale künstlicher Intelligenz frühzeitig im studentischen Alltag zu verankern.“

    „Mein Meinungsbild zum Thema KI wurde um vielfältigere Perspektiven erweitert. […] Leit- und Teilfragen, die wir im Seminar diskutiert haben, konnte ich in anderen Gesprächen wieder aufnehmen und einen Mei2nungsaustausch anstoßen. Durch die vorbereitenden Texte war ich in der Lage die Gespräche häufig auch mit anschaulichen Beispielen zu untermalen. […] In Zukunft möchte ich genau das aus dem Seminar mitnehmen; mehr auf die Position außerhalb meiner Denkumgebung schauen und versuchen, auch die nicht-technische und philosophischere Sicht im Umgang mit KI zu bedenken und laufend zu betrachten. Insbesondere in der Softwareentwicklung von Anwendungen mit KI kann mich dies bereichern. […] Besonders hervorzuheben ist meiner Meinung nach der interdisziplinäre freie Meinungsaustausch der Studierenden untereinander und mit den Dozierenden der beiden Hochschuleinrichtungen. Dies habe ich als sehr inspirierend wahrgenommen. Bemerkenswert fand ich auch die Beteiligung und die hohe Diskussionsqualität ungeachtet des Onlineformats.“

    "Das Modul „Philosophieren über KI“ hat mich unter anderem gelehrt, mich genauer und umfassender mit neuen Themen zu befassen. Neue Technologien können nicht ohne die Gesellschaft evaluiert werden, die sie geschaffen hat und die sie anwenden wird. Dies erlaubt mir Folgen von Veränderungen besser einzuschätzen. Unbegründete Ängste und utopische Prognosen kann ich nun leichter von realistischen Konsequenzen unterscheiden. In einer Zeit mit rapiden technologischen und gesellschaftlichen Wandeln ist diese Fähigkeit sehr wichtig. Sie verleiht mir ein Gefühl von Sicherheit."

    „Ich schaue mit einem sehr positiven Blick auf den Kurs zurück. Dieser hat mir sehr geholfen mich im Themengebiet der Künstlichen Intelligenz zurechtzufinden. […] Durch die sehr diversen Textbeispiele, Präsentationen und vor allem den Diskussionen ist es mir gelungen, einen Wertekompass zu den verschiedenen Themen aufzubauen. […] Eindrucksvoll finde ich, wie sich mein Blick auf LLMs geändert hat. Besonders die Auftaktveranstaltung zur Funktionsweise […] hat mir geholfen, den Schleier des „magischen“ Programms fallen zu lassen. […] Schön war auch, dass die Studiengänge die im Kurs zusammengekommen sind sehr heterogen waren. […] Besonders positiv am Kurs fand ich die Auswahl der Texte. […] Die verschiedene Qualitäten der Texte hat das komplette Spektrum der Berichterstattung und die Kontraste die es in diesem gibt dargestellt. Somit konnte man recht gut kritisch hinterfragen, wie die Texte zu ihren Thesen kommen. […] Schlussendlich hat mir der Kurs sehr gefallen und ich hoffe er wird weiterhin im Programm bleiben, so dass andere Studierende davon profitieren können."