Effiziente Kommunikation
Den größten Umwelteinfluss von IoT-Geräten im Betrieb hat ihr Stromverbrauch, der wiederum maßgeblich von der Größe und Frequenz der gesendeten Daten abhängt. Zu einer IoT-Lösung gehört auch die Speicherung und Verarbeitung von Daten. Die Anzahl der zu speichernden Daten und der Speicherort beeinflussen direkt die Umweltbilanz einer IoT-Lösung. An der Fachhochschule OST, der Fachhochschule Vorarlberg, der ZHAW und der HTWG wurden diese unterschiedlichen Aspekte der IoT-Kommunikation in Experimenten und Fallstudien untersucht:
- In Towards Sustainable IoT: Space Efficiency and Serialization Speed of Data Exchange Formats wurden 27 Datenformate untersucht und daraus Anforderungen an offene Kommunikationsstandards für einen effizienten Datenaustausch abgeleitet.
- Unter Laborbedingungen wurde der Stromverbrauch einer einfachen IoT-Lösung bestehend aus einem bzw. zwei Temperatursensoren und einem Controller untersucht. Der gemessene Verbrauch war um einen Faktor 10 höher als der von Hersteller angegebene. Insbesondere sendeten die Sensoren konstant Daten.
- Im Achieving Interoperability of IoT Devices in Lighting von Carigiet, Hellwig und Pawlitzek wird am Beispiel von intelligenten Beleuchtungssystemen gemeinsam mit dem Praxispartner Zumtobel untersucht, wie Interoperabilität verschiedener IoT-Lösungen erreicht werden kann.
- An der Fachhochschule OST sowie der ZHAW wurde untersucht, welche Art der Datenspeicherung aus Umweltgesichtspunkten am effizientesten ist und die Umweltbilanz von Cloud-Computing untersucht.
- An der ZHAW wird ein Internetmodell für die Ökobilanzierung entwickelt, wobei unterschiedliche Netzwerktechnologien wie 3G/LoRaWAN/WLAN/LAN berücksichtigt werden.
Effiziente Datenverarbeitung
An der Fachhochschule OST wurde eine Vorlesung zur Entwicklung von Green Software entworfen und bereits an einigen Hochschulen des Labs erfolgreich gehalten.
Reduktion umweltkritischer Materialien
IoT-Geräte sind eine sehr heterogene Gruppe elektronischer Geräte, die sowohl kleine Sensoren oder RFID-Tags mit einem Gewicht von wenigen Gramm bis hin zu intelligenten Kühlgeräten mit einem Tonnengewicht umfassen.
Eine quantative Analyse von 234 Umweltproduktpässen von IoT-Geräten ergab folgende, am häufigsten vorkommende Materialien:

Quelle: Bachelorarbeit Automatisierte Extraktion und Modellierung von Umweltindikatoren aus Umweltproduktprofilen von Jonas Mayer.
Das folgende Bild zeigt die Einzelteile eines Printed Circuit Board (PCB) eines Aktuators, der an der Fachhochschule OST analysiert wurde. Dabei steht C für Kondensator, T für Transistoren, D für Dioden, R für Widerstände, SW für Schaltungen und C(Elk) für elektronische Steckverbindungen.

In den meisten von uns analysierten LCA-Studien und eigenen Untersuchungen von IoT-Lösungen stellt die Produktion von elektronischen Komponenten den Hotspot für viele Umweltindikatoren dar. Weitere Details finden sich in dem Artikel Assessing the Environmental Impact of IoT Devices - Hotspots and Guidelines for a Better Understanding.






