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    Die Geschichte der Hochschule Konstanz

    Für die Zukunft. Seit 1906.

    Im Jubiläumsjahr blicken wir in 4x30 Jahren zurück auf die Geschichte der HTWG – wie eine visionäre Idee von Alfred Wachtel der Startpunkt war für eine Bildungsinstitution, die Konstanz und die Region bis heute prägt.


    1906–1936

    Im Jahr 1906 gründet der Ingenieur Alfred Wachtel in Konstanz das „Technikum Konstanz“ als private höhere technische Lehranstalt mit drei Abteilungen: Ingenieurschule, Technikerschule und Schule für Werkmeister. 

    Mit zunächst 28 Studierenden und vier Dozenten nimmt die Lehranstalt am 24. April im Hinterhaus des Gebäudes Hussenstraße 17 ihren Betrieb auf. 

    Das Studienangebot umfasst zu Beginn die Fachrichtungen Elektrotechnik und Maschinenbau und wird bereits im Jahr 1907 um das Fach Hoch- und Tiefbau erweitert. 

    • Zeitungsannonce zum allerersten Semesterbeginn am 24. April 1906

    • Postkarte Konstanz, rechts im Vordergrund das Gelände der heutigen Hochschule (1911), Quelle: Bildarchiv ETH Zürich

    • Zeugnis des Technikums Konstanz im Laufe der Jahre

    • Werbeanzeige für das Technikum Konstanz in „Reclams Universum“ (1925)

    Alfred Wachtel

    • Hochschulgründer Alfred Wachtel in den 1920er Jahren

    • Ingenieur Alfred Wachtel mit seiner Ehefrau Elfriede

    • Auszug aus dem Stammbuch der Eheleute Wachtel

    Alfred Wachtel stammte aus dem preussischen, damals dänischen Tondern und hat Maschinenbau studiert. 1906 kam er als 35-jähriger nach Konstanz. Zuvor hatte er fünf Jahre lang in der Industrie in Mühlheim an der Ruhr gearbeitet, und einige Jahre als Dozent im „Rheinischen Technikum in Bingen“ gewirkt.  

    Noch in Mülheim heiratete Wachtel am 13. Mai 1902 die zwölf Jahre jüngere Elfriede Susanne Müller. Elfriedes Vater Jakob Müller war auch Ingenieur. 

    Das Ehepaar Wachtel bekam vier Kinder: Hertha (1903), Gerhart (1912), Irmgard (1918), Hannes (1922). 

    1911 zieht das Technikum in das neu errichtete Gebäude am Rheinufer um, in dem sich heute die Fakultät Bauingenieurwesen und die Studiengänge Architektur befinden. 

    Im selben Jahr wird eine Dozenten-Bibliothek gegründet. 

    • Seerhein mit Technikum Konstanz (1910)

    • Das Gebäude am Rheinufer wurde 1911 bezogen

    • Quartier am Seerhein: vorne mittig, an der Brauneggerstraße, das Gebäude des Technikums (1925), Quelle: Bildarchiv ETH Zürich

    • Labore und Hörsaal der Ingenieurschule mit ihren Abteilungen Maschinenbau, Elektrotechnik, Bauingenieurwesen und Architektur (1910–1912)

    • Labore und Hörsaal der Ingenieurschule mit ihren Abteilungen Maschinenbau, Elektrotechnik, Bauingenieurwesen und Architektur (1910–1912)

    • Labore und Hörsaal der Ingenieurschule mit ihren Abteilungen Maschinenbau, Elektrotechnik, Bauingenieurwesen und Architektur (1910–1912)

    • Labore und Hörsaal der Ingenieurschule mit ihren Abteilungen Maschinenbau, Elektrotechnik, Bauingenieurwesen und Architektur (1910–1912)

    Die Lehranstalt, die nun städtisch subventioniert wird, wächst rasch: Im Jahr 1912 sind 184 Studierende eingeschrieben. Die Technikerschule bietet die Fächer Maschinenbau, Elektrotechnik, Hoch- und Tiefbau an, die Werkführerschule die Fächer Maschinenbau und Elektrotechnik. 

    Der erste Weltkrieg wirkt sich auf die Studierendenzahlen aus. 1916 besuchen nur noch 55 Studierende das Technikum. Die finanzielle Situation wird immer prekärer und die Stadt Konstanz greift helfend ein. Die Fächer Hoch- und Tiefbau werden 1922 wieder aufgegeben. 

    In den folgenden Jahren setzt sich Alfred Wachtel nachdrücklich für die weitere Profilierung und Stärkung der Ingenieursschule ein. 

    1918 wird das Gebäude am Rheinufer in städtisches Eigentum überführt. Das festigt die institutionelle Verankerung des Technikums in der Stadt Konstanz. 

    Antrag des Stadtrats zur Aufnahme eines Kredits nach Erwerb des Technikums durch die Stadt (1919)

    • Studierende und drei Lehrende des Maschinenbaus (Anfang der 1930er Jahre)

    • Programm einer Feier des Studierenden-Ausschusses (1921)

    1933 setzt sich Wachtel für deren Verstaatlichung ein, um die langfristige Sicherung und Anerkennung der Ausbildung zu gewährleisten. 

    Ein wichtiger Meilenstein wird 1934 erreicht, als das Technikum in seiner Ausbildungsqualität staatlich anerkannt wird und sich damit endgültig als feste Größe in der technischen Bildungslandschaft etabliert.


    1937–1966

    Im Jahr 1938 wird Wachtels Lehranstalt verstaatlicht und trägt fortan den Namen „Staatliche Ingenieurschule Konstanz“. Der Gründer Alfred Wachtel tritt als Direktor zurück, sein Sohn Gerhart übernimmt zunächst die Leitung. 1939 gerät die Ingenieurschule – wie viele andere Bildungseinrichtungen – in den Sog des Zweiten Weltkrieges. In dieser Phase wird Gerhart Wachtel von Professor Werner Schloemann als Direktor abgelöst.

    Im Wintersemester 1945 zählt die Ingenieurschule Konstanz 268 Studierende, 62 von ihnen schließen Anfang des Jahres ihr Studium ab. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges ordnet die französische Militärverwaltung jedoch zunächst die Schließung der Einrichtung an, das Gebäude dient als Unterkunft für französische Truppen. 

    Direktor ist Dipl.-Ing. Johann Venger, dem kurz darauf bis 1946 Professor Otto Tolle folgt. 

    Am 1. Februar 1946 kann der Lehrbetrieb schließlich wieder aufgenommen werden, nun unter dem Namen „Staatstechnikum Konstanz“ und mit bereits 328 Studierenden. Der Fächerkanon umfasst Maschinenbau, Elektrotechnik und wieder Hoch- und Tiefbau. Neuer Direktor ist Professor Alwin Albrecht, der die Einrichtung bis 1958 prägt. Das Staatstechnikum verzeichnet in dieser Zeit einen großen Zulauf, der allerdings mit erheblichen Raumproblemen einhergeht. Um die Raumnot zu lindern, wird eine große Schulbaracke errichtet, die zusätzliche Lehr- und Arbeitsflächen bietet.

    Im Jahr 1954 wird der Neubau an der Rheingutstraße seiner Bestimmung übergeben und erweitert die räumlichen Möglichkeiten der Ingenieurschule. Im gleichen Jahr entsteht zudem eine „Prüfstelle an den Baustofflaboratorien der Ingenieurschule Konstanz“, die als Vorgängereinrichtung der heutigen „Öffentlichen Prüfstelle für Baustoffe und Geotechnik“ gilt. 

    1958 kommt es zu einem erneuten Führungswechsel: Professor Werner Schloemann wird abermals Leiter der Ingenieurschule und übt dieses Amt bis 1966 aus. 1959 kann ein weiterer Neubau am Rhein bezogen werden. Zu diesem Zeitpunkt verfügt das Staatstechnikum über 48 hauptamtliche Lehrkräfte, unterstützt von 35 Lehrbeauftragten, die zusammen 1.253 Studierende unterrichten. Ein Labor für Schweißtechnik wird eingerichtet und erweitert die technischen Ausbildungsmöglichkeiten.

    • Postkarte Rheinbrücke Konstanz (ca. 40er/50er Jahre)

    • Neubau aus dem Jahr 1954, heute Gebäude C 

    • Gebäude des Staatstechnikum mit dem Neubau (hinten links)

    • Neubau am Seerhein, heute Gebäude A (1959)

    • Neubau an der Löhrystraße, heute Gebäude G (1966, Quelle: Südkurier)

    • Campus inklusive der Neubauten (ca. Ende 60er Jahre)

    • Labor für Baustoffprüfung im Neubau, heute Gebäude G (1966)

    • Labor für Werkzeugmaschinen im Neubau (1966)

    • Spritzgussmaschine im Kunststofflabor der Fakultät Maschinenbau (1961)

    Die 1960er Jahre sind von der weiteren institutionellen Konsolidierung und inhaltlichen Modernisierung geprägt. 

    1961 geht das Staatstechnikum in die alleinige Trägerschaft des Landes über und firmiert fortan als „Staatliche Ingenieurschule Konstanz“. Im selben Jahr, am 16. Oktober 1961, stirbt der Gründer Alfred Wachtel im Alter von 90 Jahren und hinterlässt eine Einrichtung, die sich inzwischen fest in der deutschen Ingenieurausbildung etabliert hat.

    1962 wird in Konstanz ein einjähriges „Vorstudium für Ausländer*innen“ eingeführt, das als Vorgängereinrichtung des heutigen Ausländerstudienkollegs verstanden werden kann. Damit öffnet sich die Ingenieurschule gezielt für internationale Studierende und trägt der wachsenden Bedeutung grenzüberschreitender akademischer Mobilität Rechnung.

    1965 wird ein Rechenzentrum gegründet, nachdem bereits 1964 ein einsemestriger Lehrgang „Datenverarbeitung“ für Absolventinnen und Absolventen aller Fachrichtungen eingerichtet worden war. An diesem Lehrgang können auch Studierende anderer Ingenieurschulen teilnehmen, ein frühes Zeichen für die wachsende Bedeutung der Informatik und der elektronischen Datenverarbeitung im technischen Bereich.

    1966 schließlich steht der Ingenieurschule ein weiterer Neubau an der Löhrystraße zur Verfügung. Gleichzeitig wird der Halbzug „Automations- und Datentechnik“ als Erweiterung der Elektrotechnikfachbereiche eingeführt, was die Ausrichtung auf zukunftsweisende Technologien unterstreicht. Zu diesem Zeitpunkt verfügt die „Staatliche Ingenieurschule“ über 77 Dozenten, 40 Lehrbeauftragte, 46 Personalstellen und 1.456 Studierende. Professor Adolf Habermann löst Professor Schloemann als Direktor ab und übernimmt die Leitung der stark gewachsenen und zunehmend differenzierten Einrichtung.

    • Rechenzentrum der Staatlichen Ingenieurschule (1965)

    • Programmier-Semester mit Tischrechenmaschinen (1964)

    • Vermittlungsraum der Fernsprech-Nebenstellenanlage im Staatstechnikum (1961)

    Rosel Rödelstab und die Entwicklung der Fördergesellschaft

    • Rosel Rödelstab, Mitgründerin des Sozialwerks der Studentenschaft und des Vorläufers der heutigen Fördergesellschaft

    • Beitrittsformular des Absolventenverbandes

    • Zeitungsbericht, Eröffnung der Mensa des Staatstechnikums (1954, Quelle: Südkurier)

    • Mitarbeiterinnen in der vom Förderverband unterstützen Mensa

    • Mitteilungsblatt des Verbandes der Absolventen und Freunde des Staatstechnikums Konstanz (1959/1961)

    Eine zentrale Rolle in der sozialen und ideellen Entwicklung der Hochschule Konstanz spielt Rosel Rödelstab. Die engagierte Mitarbeiterin des Staatstechnikums reagiert früh auf die schwierigen Lebensbedingungen der Studierenden in der Nachkriegszeit. Bereits 1951 gründet sie ein in der damaligen Bundesrepublik einmaliges Sozialwerk der Studentenschaft, das dazu dient, die noch immer große materielle Not vieler Studierender zu lindern. Dieses Sozialwerk stellt einen wichtigen Schritt hin zu einer strukturierten sozialen Unterstützung dar und prägt das Selbstverständnis der Hochschule als Gemeinschaft, die Verantwortung für ihre Mitglieder übernimmt.

    Auf dieser Basis entsteht wenige Jahre später eine weitere bedeutende Einrichtung: Schon 1951 hatte der damalige AStA-Vorsitzende Hans Zürn angeregt, einen Absolventenverband zu gründen. Am 23. Januar 1954 findet schließlich die Gründungsversammlung des Verbandes der Absolventen und Freunde statt, aus dem die heutige Fördergesellschaft der Hochschule Konstanz hervorgeht. Zum ersten Vorsitzenden wird Julius Schwarz gewählt, Rosel Rödelstab übernimmt das Amt der Kassenleiterin. Zugleich wird die Herausgabe eines Mitteilungsblatts beschlossen, dessen erste Ausgabe im Dezember 1954 erscheint. Dieses Blatt dient der Vernetzung von Ehemaligen, Studierenden und Hochschulangehörigen und stärkt den Zusammenhalt der wachsenden Gemeinschaft.

     

    Die Fördergesellschaft – früher als Absolventenverband bzw. Förderverband bezeichnet, seit 2006 als Fördergesellschaft der Hochschule Konstanz e. V. – entwickelt sich in den folgenden Jahrzehnten zu einem wichtigen Partner der Hochschule. Sie unterstützt nicht nur soziale Belange, sondern auch den Ausbau von Infrastruktur und Lehre. So stellt der Förderverband 1956 Mittel für eine Erweiterung der Mensa bereit. Auf der Mitgliederversammlung sind zahlreiche Vertreter großer Industriebetriebe anwesend, die im „Industrierat“ des Staatstechnikums organisiert sind.  

    1959 beschleunigt der Verband einen geplanten Neubau auf dem Campus (das heutige Gebäude G), indem er Prof. Max Barth eine Mittelüberbrückung gewährt, damit dieser zwei Jungingenieure einstellen kann, unabhängig vom Stand der Verhandlungen über den Bauplatzkauf. Zudem werden bedürftigen Studierenden Abschlusshilfen in Form zinsloser Darlehen gewährt. Die Fördergesellschaft verbindet damit gezielt strukturelle Unterstützung der Hochschule mit individueller Förderung von Studierenden.

    Auch im technischen Bereich setzt die Fördergesellschaft Impulse: 1962 unterstützt der Absolventenverband den Ausbau des Starkstromlabors und die Ausstattung eines Hörsaals. Für den Ausländerfreundeskreis wird ein Radio mit Plattenspieler angeschafft, um das kulturelle Angebot für internationale Studierende zu bereichern und die Integration zu fördern. Diese Maßnahmen zeigen die vielfältige Ausrichtung des Engagements, das sowohl fachlich-technische als auch soziale und kulturelle Aspekte umfasst.

    Rosel Rödelstab, die viele dieser Entwicklungen mit angestoßen und begleitet hat, stirbt im Januar 1969. Ihr Wirken bleibt jedoch lebendig. Am 28. April 1999 wird erstmals der „Rödelstab-Preis für soziales Engagement“ des Verbandes verliehen. Erster Preisträger ist der ehemalige AStA-Vorsitzende Andreas Trost. Der Preis würdigt herausragendes ehrenamtliches und soziales Engagement von Studierenden und setzt ein Zeichen dafür, dass die von Rosel Rödelstab begründete Tradition der Solidarität und Verantwortung an der Hochschule Konstanz bis in die Gegenwart fortlebt.

    1967–1996

    Am 1. Oktober 1971 wird die Staatliche Ingenieurschule Konstanz in die „Fachhochschule Konstanz“ umgewandelt. In diesem Jahr wird auch die Informatik-Abteilung gegründet. 1972 verfügt die Fachhochschule über die Fakultäten Architektur, Bauingenieurwesen, Betriebs- und Fertigungstechnik, Konstruktions- und Verfahrenstechnik, Energietechnik, Nachrichtentechnik und Informatik. Die Mensa wird baulich um ein „Provisorium“ erweitert, das bis zum Bau des heutigen Mensagebäudes im Jahr 1995 genutzt wird. 

    Der Große Senat tritt 1973 zu seiner konstituierenden Sitzung zusammen. Professor Georg Schug wird neuer Rektor der Fachhochschule Konstanz und löst Direktor Adolf Habermann ab. Im Wintersemester sind 1.558 Studierende an der Fachhochschule eingeschrieben. 

    1977 wird Professor Norbert Luft neuer Rektor. Ein Jahr später tritt ein neues Fachhochschulgesetz in Kraft: Die Fachhochschule Konstanz kann nun Diplomgrade verleihen. 1980 kommt es erneut zu einem Wechsel an der Spitze der Fachhochschule: Professor Olaf Harder wird Rektor der Fachhochschule Konstanz. Er amtiert bis 2006. 

    • Campus der Ingenieurschule Konstanz inkl. Ausbauplänen, ca. 1967:
      A: Erweiterungsbau 1954, B: Erweiterungsbau 1959, C: E-Werk, E/F/G: Erweiterungsbau 1966, H/I: Wohnheime, K: Platz vorgesehen für Mensa, L: Platz vorgesehen für Sport und Parken

    • Innenhof der Ingenieurschule mit Blick auf das heutige Gebäude C (1970)

    • Mensa-Provisiorium FH Konstanz (1990er)

    Olaf Harder: Prägender Gestalter der Hochschule Konstanz

    Olaf Harder, Rektor der Fachhochschule Konstanz von 1980 bis 2006

    Für seine Verdienste um die deutschen Hochschulen hat der frühere Rektor der Fachhochschule Konstanz, Professor Olaf Harder, vom Bundespräsidenten das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland erhalten. Die Auszeichnung wurde ihm 2001 von Ministerialdirigent Dr. Harald Hagmann vom baden-württembergischen Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst überreicht. Hagmann würdigte Harder als einen der exponiertesten Vertreter der Hochschullandschaft Baden-Württembergs und darüber hinaus, der die Fachhochschule Konstanz in fünf Amtszeiten als Rektor zu einer herausragenden Einrichtung geformt habe. Vorbildlich sei insbesondere der moderne Campus in prominenter Lage am See.

    Unter Harders Leitung wurde zu Beginn der 80er Jahre das ursprünglich technische Fächerspektrum um Studiengänge in Wirtschaft, Information und Kommunikation, Gestaltung sowie den Studiengang Angewandte Weltwirtschaftssprachen – Chinesisch (heute „Asian Studies and Management – China“) erweitert. Er profilierte sich zudem als Initiator eines Technologiezentrums für junge Unternehmen, als Motor der Hochschul-Weiterbildung und der Internationalisierung. Auf ihn geht auch die Gründung der Internationalen Bodensee-Hochschule im Jahr 1999 zurück.

    Der ehemalige Rektor Olaf Harder wird mit dem Ehrenring der Stadt Konstanz sowie mit dem Großen Verdienstzeichen des Landes Vorarlberg ausgezeichnet.

    Im Jahr 1980 unterschreibt die Fachhochschule Konstanz die Kooperationsvereinbarung mit der renommierten Shanghai Jiao Tong Universität (*Details siehe Infobox). Es ist eine der ersten chinesischen Partnerschaften mit einer baden-württembergischen Hochschule. Die Hochschulleitung erkennt früh, welch riesiges wirtschaftliches Potential sich in China entfalten wird, und dass es dazu gut ausgebildete Experten braucht. Bereits 1981 halten sich im Rahmen dieses Austauschprogramms Wissenschaftler zu Gastvorlesungen und Studienzwecken in Shanghai bzw. in Konstanz auf. 

    Im Bereich der Forschung entwickelt die Fachhochschule Konstanz in Zusammenarbeit mit der Jiao Tong Universität Shanghai und dem Forschungsinstitut für Instrumente Shanghai das Projekt „Zeichen-Codes für chinesische Schriftzeichen“. Dieses Projekt befasst sich mit der Verarbeitung chinesischer Schriftzeichen für die Datenverarbeitung und hat eine dreijährige Laufzeit. Von besonderer Bedeutung sind hierbei auch die engen Beziehungen zur Industrie.

    * Pionierpartnerschaft mit der Shanghai Jiao Tong Universität


    Im Vorlauf reiste der spätere Prorektor Prof. Dr. Thomassen bereits 1977 auf Einladung des Ministeriums für Auswärtige Beziehungen Bejing an die Jiao Tong Universität Shanghai und hielt Vorträge mit Diskussionen zu den Themen Computer-Technologie, Einsatz von Mikroprozessoren, Lehrangebote sowie Struktur und Organisation deutscher Hochschulen. 

    Auf Einladung durch den Rektor der Jiao Tong Universität Shanghai erhielt Thomassen 1978 eine Gastprofessur an der Jiao Tong Universität Shanghai auf dem Gebiet der Mikrocomputer-Systeme und Anwendung. 

    Der Vorlesungsstoff wurde von der Jiao Tong Universität Shanghai ins Chinesische übersetzt und als Lehrbuch für den neuen Ausbildungs- und Forschungszweig „Mikrocomputer-Systeme“ eingeführt. Ein Mikrocomputer-Labor wurde nach Anleitung und Empfehlung von Prof. Thomassen an der Jiao Tong Universität Shanghai eingerichtet.

    Delegationsmitglieder der Jiao Tong Universität Shanghai während ihres Besuchs in Konstanz (1980): 1. Reihe v.l.n.r.: Prof Dr. Timmermann (Uni Konstanz), Prof. Dr.-Ing. Hsia, Prof Harder (FH Konstanz), Präsident Prof. Fan, Rektor Prof. Dr. Sund (Uni Konstanz), Dozent Hu; 2. Reihe v.l.n.r.: Prof. Dr. Thomassen (FH Konstanz), Dekan Prof. Dr. Brinkmann (Uni Konstanz), ORR Böhmler (Ministerium für Wissenschaft und Kunst BW), Prof. Dr. Vosgerau (Uni Konstanz), Prorektor Dr. Lorenz (Uni Konstanz)

    • Labor für Regelungstechnik (1980)

    • Labor für Stochastische Rechentechnik (1980)

    • PC-Pool der Fachhochschule Konstanz (1980er Jahre)

    • Solarboot Korona, das schwimmende Forschungslabor der Hochschule Konstanz (1988)

    • Schweisslabor (1980er Jahre)

    • Villa Prym, Seestraße: „Außenstelle“ des 1985 an die Fachhochschule angeliederten Instituts für Kommunikationsdesign“ (ehemalis Bodenseekunstschule)

    1983 wird der neue Studiengang „Wirtschaftsinformatik“ etabliert. Es war das erste interdisziplinäre Fach zwischen Informatik und Wirtschaftswissenschaften und entsprach der wirtschaftlichen Entwicklung Deutschlands, in der durch die fortschreitende Digitalisierung etwa betriebliche Informationssysteme und Unternehmenssoftware einen immer größeren Stellenwert erhielten.

    Im selben Jahr wurde das Ausländerstudienkolleg eröffnet, in dem ausländische Studienbewerber in zweisemestrigen Fach- und Sprachkursen auf ihr Studium an einer baden-württembergischen Hochschule bis heute vorbereitet werden.1985 wird die „Bodenseekunstschule“ als „Institut für Kommunikationsdesign“ an die Hochschule Konstanz angegliedert.

    Ein Jahr später folgt die Gründung des Forschungs- und Transferinstituts „Institut für Innovation und Transfer“ (IIT). Im selben Jahr wird zudem die „Technische Akademie Konstanz e.V.“ gegründet. 

    Der Studiengang „Betriebswirtschaftslehre“ wird 1991 eingeführt. 

    Im darauffolgenden Jahr entsteht das Weiterbildungsinstitut „Studienzentrum Schloss Langenrain“. 

    An der Fachhochschule wird außerdem die „Zentralstelle für Forschung, Weiterbildung und Öffentlichkeitsarbeit“ (ZFW) geschaffen. 

    Ebenfalls 1992 werden eine Bigband sowie die EventProduktion (Vorläufer des Theaters Hochschule Konstanz) gegründet. 

    Die „Event-Produktion“ war bei ihrer Gründung als einzige Theaterbühne an einer deutschen Fachhochschule ein Unikat. Die studentischen Ensembles, die viele Jahre von Gerhard Dressel geleitet wurden, schafften es, in jedem Semester ein Stück auf die Bühne zu bringen. In den späteren Jahren bereiste die Event-Produktion die Welt als Botschafterin der Hochschule. 

    • Plakat des ersten Stückes der EventProduktion der FH Konstanz: „Babel Babel – Lei(t)bilder zur Raumordnung“, eine Szenencollage zu den ausländerfeindlichen Anschlägen in Hoyerswerda, Rostock, Mölln und Solingen (1993) 

    • Szenenfoto aus dem zweiten Stück der EventProduktion „M.I.G. 94 (Made in Germany/Menschen in Gewalt“ (1994)

    • Pflege der Auslandsbeziehungen auch auf kultureller Ebene: Team der deutsch-chinesischen Theaterproduktion um Leiter Gerhard Dressel mit Beteiligung der EventProduktion der HTWG Konstanz bei Aufführung in Montreal (2012)

    • Darsteller*innen der EventProduktion in multimedialer Szenenfolge SUCESS STORIES IN BADEN_WÜRTTEMBERG, während der vom Goethe Institut organisierten Deutschlandwochen in China, 1. Etappe Nanjing (2007)

    • Spatenstich für die Neubauten F und Mensa (1993)

    • Kunst am Bau: Das Werk von Artur Stoll wird im Neubau Gebäude F an die Wand gebracht (1993)

    • Neubau Mensa (1995)

    Die hochschuleigene Betreuungseinrichtung für Kleinkinder „Krümelkiste“ wird im Jahr 1993 gegründet. 

    Im Wintersemester 1994 hat die Fachhochschule 2.781 Studierende. 

    1995 wird das „Institut für Kommunikationsdesign“ als Studiengang „Kommunikationsdesign“ in die Fakultät Architektur integriert, die nun den Namen Architektur und Gestaltung trägt.

    1995 konnten neue Gebäude für die Elektrische Nachrichtentechnik, die Informatik und die Betriebswirtschaftslehre sowie eine neue Mensa bezogen werden. Die Baukosten des Neubaus betrugen knapp 35 Millionen D-Mark. Der damalige baden-württembergische Ministerpräsident Erwin Teufel und Wissenschaftsminister Klaus von Trotha nahmen in Begleitung von Spitzenvertretern aus Politik, Wirtschaft und Hochschulwesen an der Übergabe teil.


    1997–2026

    In den neunziger Jahren prägen tiefgreifende strukturelle und inhaltliche Veränderungen die Fachhochschule. Im Jahr 1997 zieht die Bibliothek in ein neues Gebäude ein, den ehemaligen Schlachthof am Seerhein. Im selben Jahr wird der Studiengang „Angewandte Weltwirtschaftssprachen / Chinesisch“ eingeführt, der das Profil der Hochschule im Bereich der internationalen Studienangebote weiter schärft. Das bisherige IIT wird neu strukturiert und in „Institut für Angewandte Forschung“ (IAF) umbenannt. 

    Aufbruch in die Zukunft: Gründung der Internationalen Bodenseehochschule und Ausbau des Studienangebots
    Auf Initiative der Fachhochschule Konstanz beschließt die Internationale Bodenseekonferenz im Jahr 1998 die Etablierung der „Internationalen Bodenseehochschule”. Diese nimmt im September 1999 ihren Betrieb auf. Im selben Jahr verzeichnet die Fachhochschule im Wintersemester knapp 2.683 Studierende, die von 125 Professorinnen und Professoren, 133 Lehrbeauftragten sowie 160 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern betreut werden. 

    Im Kontext des sogenannten „Bologna-Prozesses“ genehmigt das Stuttgarter Wissenschaftsministerium zunächst neun Master- und Bachelorstudiengänge. Mit der „Hochschule Konstanz Start GmbH“ und dem „Gründerverbund Bodensee e.V.“ werden Institutionen geschaffen, die gezielt Existenzgründungen auf dem Campus fördern sollen. Zudem wird der Studiengang „Angewandte Weltwirtschaftssprachen / Indonesisch“ neu eingeführt. 

    • Aus dem ehemaligen Schlachthof auf dem Campus…

    • …wird nach der Sanierung 1997 die Bibliothek der Fachhochschule Konstanz (Bild: Hannes Thalmann/IBH)

    • Campusausbau in den 2010er-Jahren (v.l.n.r.): Gebäude L Kommunikationsdesign (2012), Gebäude O Gesundheits- und Wirtschaftsinformatik (2016), Gebäude P BWL und Wirtschaftsrecht (2018) (Bild: Jespah Holthof)

    • Campus der HTWG Konstanz (2023)

    Strukturelles Wachstum: Start Hochschulrat und strategische Entwicklungsplanung
    Mit dem Jahr 2000 erhält die Hochschule ein neues Leitungsorgan: Auf Grundlage eines neuen Landeshochschulgesetzes wird ein Hochschulrat berufen, dessen Vorsitz Dipl.-Ing. Friedrich Dodel übernimmt, damals Sprecher der Siemens AG in Konstanz und Ulm. Der neue Studiengang „Umwelttechnik und Verfahrenstechnik“ bezieht einen Neubau. 

    Im Wintersemester 2002 starten neue Studiengänge: Wirtschaftsingenieurwesen Bau, Wirtschaftsingenieurwesen Maschinenbau sowie Wirtschaftsingenieurwesen Elektrotechnik und Informationstechnik erweitern das Angebot. Die bisherigen Fakultäten Maschinenbau/Betriebs- und Fertigungstechnik sowie Maschinenbau/Konstruktion und Verfahrenstechnik fusionieren zur neuen Fakultät Maschinenbau. 

    Erstmals erstellt die Fachhochschule für die Jahre 2002 bis 2006 einen Struktur- und Entwicklungsplan, der die zentralen Entwicklungsziele für diesen Zeitraum definiert. 

    2004 rückt die Fachhochschule Konstanz durch ihre Aktivitäten in der Weiterbildung bundesweit in den Fokus: Der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft kürt sie zur besten deutschen Hochschule im Bereich Weiterbildung. 

    Neuer Name, neue Führung, neue Impulse
    Im Jahr 2005 tritt ein neues Hochschulgesetz in Kraft, wodurch aus der Fachhochschule Konstanz die „Hochschule Konstanz – Technik, Wirtschaft und Gestaltung“ wird. Der Hochschulrat wählt Dr. Kai Handel zum Nachfolger von Rektor Professor Olaf Harder. Seine Amtszeit beginnt am 1. Juni 2006. 

    Prof. Dr. Josef Wieland von der Fakultät Wirtschafts- und Sozialwissenschaften und vom Konstanzer Institut für Werte-Management erhält den mit 100.000 Euro dotierten Landesforschungspreis Baden-Württemberg. 

    Die „Zentralstelle für Forschung, Weiterbildung und Öffentlichkeitsarbeit“ wird um das Referat Lehre erweitert und firmiert nun als „Zentralstelle für Weiterbildung, Öffentlichkeitsarbeit, Lehre und Forschung“. 

    Hundert Jahre Hochschule Konstanz 
    Das Jubiläumsjahr wird mit einem großen Festakt am 27. Januar 2006 eröffnet. Die Stadt Konstanz lässt am Gebäude Hussenstraße 17, dem ersten Sitz der Hochschule, eine Gedenktafel anbringen, die an die Gründung erinnert. 

    Am 15. November 2006 beschließen die Mitglieder des Verbandes der Freunde, Förderer und Absolventen der Fachhochschule Konstanz e.V. einstimmig, den Verband in „Fördergesellschaft der Hochschule Konstanz e.V.“ umzubenennen; diese Satzungsänderung war infolge des neuen Landeshochschulgesetzes notwendig. Volker Friedrich, Professor für Kreatives Schreiben im Studiengang Kommunikationsdesign, erhält den Landeslehrpreis des Landes Baden-Württemberg. 

    Das Campus-TV „Fischersbraut“ geht 2007 auf Sendung. Die hochschuleigene EventProduktion präsentiert bei den Deutschlandwochen in China mit der multimedialen Szenencollage „Success Stories B-W“ eine neue Form des Unternehmenstheaters. Innerhalb der Zentralstelle der Hochschule entsteht ein Referat für Marketing und Fundraising unter der Leitung von Lars Hüning. Zudem wird ein neues Kuratorium berufen.

    Die Stadt Konstanz erklärt das Grab des Hochschulgründers Alfred Wachtel für zehn Jahre zum Ehrengrab. 

    Weichenstellung für Zukunft und Nachhaltigkeit: Neue Studiengänge und wachsender Campus.

    Das Ministerium genehmigt die Einrichtung des neuen Studiengangs „Wirtschaftsrecht“, der im Wintersemester 2010/2011 startet. 2012 wird der Studiengang „Automobilinformationstechnik“ an der HTWG eingeführt.

    Auch im Bereich der Nachhaltigkeit geht die HTWG Konstanz neue Wege: Mit Michel Kalff wird der erste Referent für Nachhaltige Entwicklung an einer baden-württembergischen Hochschule eingestellt. Insgesamt studieren im Wintersemester 2008/2009 3.345 Studentinnen und Studenten in mittlerweile 30 Studiengängen.

    2009 ist die Hochschule Konstanz Partner im „Jahr der Wissenschaft 2009“, einem Projekt der Städte Konstanz und Kreuzlingen (Schweiz) mit zahlreichen Veranstaltungen zur Wissenschaftsvermittlung und Netzwerkbildung.

    Die HTWG-Bibliothek belegt bei ihrer dritten Teilnahme den ersten Rang im bundesweiten Bibliotheksindex BIX, dem wichtigsten Benchmarkinginstrument für Bibliotheken. 

    Der Hochschulrat der HTWG wird neu konstituiert. 

    • Spatenstich für das studentische Solarhaus-Projekt „ecolar“, mit dem die HTWG am internationalen Wettbewerb Solar Decathlon Europe 2012 in Madrid teilnahm

    • Das Bodensee Racing Team bei der Präsentation des Rennwagens „Iltis“ (2024)

    • Das Team eLaketric mit ihrem Elektro-Rennmotorrad „Ampi 25“ beim Rennen der MotoStudent im spanischen Aragon (2025)

    • Das Theater Hochschule Konstanz zeigt sein Stück „Katastrophales Vergessen“ (2024; Foto: Ilja Mess)

    Ausbau von Lehre, Gleichstellung und internationaler Zusammenarbeit
    Zum Wintersemester 2010/2011 werden die Studiengänge Wirtschaftsrecht und Angewandte Informatik eingeführt. 

    2011 bestätigt sich die herausragende Stellung der HTWG-Bibliothek erneut: Zum dritten Mal in Folge erreicht sie den ersten Rang im BIX. Nach mehr als einem Jahrzehnt Planungszeit verfügt der Studiengang Kommunikationsdesign zum Wintersemester über ein eigenes Gebäude mit Baukosten von 6,4 Millionen Euro. 

    Gründung des Promotionskollegs
    An der Hochschule wird ein kooperatives Promotionskolleg eingerichtet. Ebenfalls etabliert wird eine „Schreibberatung“, die landesweit Modellcharakter besitzt und Studierende wie Lehrende im akademischen und professionellen Schreiben unterstützt.

    Im Wintersemester studieren rund 4.200 junge Menschen an der HTWG Konstanz, betreut von 143 Professorinnen und Professoren und 184 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. 

    Im Wintersemester 2012/2013 starten die neuen Studiengänge Gesundheitsinformatik sowie Umwelt und Ressourcenmanagement. Eine neue Amtszeit des Hochschulrats beginnt. 

    Personelle Weichenstellungen
    Am 15. April 2014 tritt Professor Dr.-Ing. Carsten Manz das Amt des Präsidenten an; seine Amtszeit ist auf sechs Jahre angelegt.

    Die Fakultät Wirtschafts- und Sozialwissenschaften passt ihre Bezeichnung ihrem veränderten Profil an und heißt fortan Fakultät Wirtschafts-, Kultur- und Rechtswissenschaften. Eine neue Amtszeit des Hochschulrates beginnt. Dem Hochschulrat gehören sieben Mitglieder an, davon fünf Externe. 

    Im Jahr 2016 erhält Prof. h.c. Thomas Sigi, ehemaliger Vorsitzender des Hochschulrats der HTWG, im Februar die Ehrensenatorwürde. Im Juli kann die Fakultät Informatik ein neues Gebäude beziehen, in dem die Studiengänge Gesundheitsinformatik und Wirtschaftsinformatik untergebracht sind. 

    Im Oktober 2018 bezieht die Fakultät Wirtschafts-, Kultur- und Rechtswissenschaften ein neues Gebäude am Konstanzer Seerhein. 

    Im September nimmt zudem ein neu zusammengesetzter Hochschulrat seine Arbeit auf.

    Im November 2019 wählen Senat und Hochschulrat Prof. Dr. Markus Rhomberg zum neuen Präsidenten der HTWG Konstanz. Die anschließenden Verhandlungen mit dem Hochschulrat scheitern jedoch, sodass die Stelle neu ausgeschrieben wird. 

    Ausnahmezustand an der Hochschule: Pandemie, Lockdown und der vollständige Übergang in den digitalen Lehrbetrieb
    Das Jahr 2020 markiert einen tiefen Einschnitt: Nach einem zunächst vielversprechenden Jahresbeginn verändert die Corona-Pandemie ab dem 17. März den Hochschulbetrieb grundlegend. Die Hochschule wird für den Präsenzunterricht geschlossen, im ersten Lockdown arbeiten die meisten Beschäftigten im Homeoffice, der Unterricht findet digital statt. Prüfungen werden weiterhin in Präsenz abgenommen; dafür wird zusätzlich das Konstanzer Konzilgebäude angemietet. An diesen Rahmenbedingungen ändert sich nahezu das gesamte Jahr über nichts. 

    Am 10. Juli wählen Senat und Hochschulrat Professorin Dr. Sabine Rein zur neuen Präsidentin; sie tritt ihr Amt am 28. September an, ihre Amtszeit ist bis 2026 befristet. 

    Auch 2021 bleibt die Corona-Pandemie prägend und bringt weiterhin zahlreiche Herausforderungen mit sich. Erstmals in der Geschichte der HTWG werden die Semesterprüfungen vollständig online durchgeführt. Senat und Hochschulrat wählen mit großer Mehrheit Manfred Schnell zum neuen Kanzler, der sein Amt am 1. April 2022 antreten und bis 2030 ausüben soll. Am 1. März 2021 übernimmt Prof. Dr. Thomas Birkhölzer das Amt des Vizepräsidenten für Lehre, Qualität und Internationales mit einer Amtszeit bis zum 29. Februar 2024. Am 17. März 2021 tritt Prof. Dr. Katrin Klodt-Bußmann das Amt der Vizepräsidentin für Wissenschaftliche Weiterbildung an; ihre Amtszeit endet am 16. März 2024. Der Senat beschließt am 11. Mai 2021 die Einrichtung eines Senatsausschusses für Nachhaltigkeit. Zum Wintersemester 2021/2022 wird der Studiengang Internationales Wirtschaftsingenieurwesen eingeführt. Dr. Stefan Keh wird am 25. Oktober 2021 als Vorsitzender des Hochschulrats mit einer Amtszeit bis zum 31. August 2024 gewählt, Stellvertreter wird Thomas Regele. 

    Im Juni erfolgt die Grundsteinlegung des „Open Teaching Lab“. Parallel startet der hochschulweite Prozess zur Erarbeitung eines „Leitbild Lehre“. 

    Neue Profile für die HTWG
    Die HTWG Hochschule Konstanz tritt dem Promotionsverband der Hochschulen für angewandte Wissenschaften Baden-Württemberg bei. Am 28. Juni 2022 wird die Kooperationsvereinbarung für das „Reallabor Singen“ unterzeichnet. Mit den Gremienwahlen am 21. Mai 2022 wird die Gründung einer Verfassten Studierendenschaft ermöglicht. Der Studiengang „Intelligente Mobilitätssysteme (IMS)“ an der Fakultät Elektrotechnik und Informationstechnik wird zum Wintersemester 2022/2023 eingeführt.

    Die HTWG tritt dem Verein „Familie in der Hochschule“ bei. 

    2023 wird der Bachelorstudiengang „Sustainable Engineering and Future Technologies (SET)“ zum Wintersemester 2023/2024 eingeführt.  Das „Leitbild Lehre“ mit dem Grundgedanken „Freude am Lernen, um Chancen zu eröffnen“ wird verabschiedet. 

    • Eröffnung des Open Innovation Labs am neuen Standort in Gebäude A (2017)

    • Das 2022 gestartete Open Teaching Lab bietet technisches Equipment zur Entwicklung und Gestaltung digitaler Lehre, sowie einen Ort für Veranstaltungen und informellen Austausch

    • Schwimmendes Forschungslabor: das Solarboot Solgenia

    • Wasserbaulabor der Fakultät Bauingenieurwesen

    • Automatisierungslabor der Fakultät Elektro- und Informationstechnik 

    • Labor für Partikeltechnologie und Sortiertechnik der Fakultät Maschinenbau

    Jubiläen, personelle Neuaufstellungen und struktureller Wandel: Die HTWG auf dem Weg in eine neue Präsidiumsstruktur
    Prof. Dr. Gunnar Schubert wird erneut zum Vizepräsidenten für Forschung, Transfer und Nachhaltigkeit gewählt, Prof. Dr. Thomas Birkhölzer erneut zum Vizepräsidenten für Lehre, Qualitätssicherung und Digitalisierung.

    Die Stadt Konstanz, die Universität Konstanz und die HTWG schließen gemeinsam Transferabkommen, verbunden mit einer an der HTWG angesiedelten Transfermanagement-Stelle. Thomas Regele wird zum Vorsitzenden des Hochschulrats mit einer Amtszeit bis zum 31. August 2027 gewählt.

    Zum Sommersemester beginnen energetische Sanierungen im Gebäude C; die Studiengänge Architektur ziehen für zwei Jahre in den Bücklepark um. Im April wird die Hochschulfinanzierungsvereinbarung III von Präsidentin Prof. Dr. Rein unterzeichnet, die die Finanzierung der Hochschule bis 2030 sichert. 

    Die HTWG übernimmt 2024 in Person von Präsidentin Prof. Dr. Sabine Rein den Vorsitz im Wissenschaftsverbund Vierländerregion Bodensee, dem größten hochschulübergreifenden Verbund Europas. 

    Die HTWG weitet ihre strategischen Transferaktivitäten mit dem „lokalen Transferverbund Konstanz“ in Zusammenarbeit mit der Stadt Konstanz und der Universität Konstanz aus. Die Hochschule hat über 80 Partnerhochschulen weltweit, vertieft ihre Partnerschaften in Asien und kooperiert mit den besten Universitäten der Welt. 

    Internationale Kompetenzen, erfolgreiche Drittmittelprojekte und Wettbewerbserfolge
    Der Micro-Degree „International Competences: Communicate. Collaborate. Contribute“ wird im Jahr 2025 eingeführt. Das Zertifikat bescheinigt internationale Kompetenzen und kann ergänzend zum Bachelor- oder Masterabschluss erworben werden.

    Das vom Akademischen Auslandsamt der Hochschule erfolgreich eingeworbene und im Rahmen der Förderlinie „FIT – Fachkräfte in Technik“ des Deutschen Akademischen Austauschdiensts (DAAD) mit rund 1,2 Millionen Euro geförderte Projekt „IntegrALL“ wird auf der Tagung der Campus-Initiative in Berlin im Rahmen einer Podiumsdiskussion vorgestellt.

    Das interdisziplinäre eLaketric Team der HTWG erreicht beim internationalen MotoStudent‑Wettbewerb in Spanien in der Elektroklasse Platz sechs von 42 Teams und liegt seit zehn Jahren konstant in den Top Ten.

    Die HTWG wird 2026 wissenschaftlicher Partner des neu gegründeten „Zentrum für industrienahe Dienstleistungen“. Aktuell sind rund 4.500 Studierende an der HTWG immatrikuliert. Auch in der vierten Runde des Professorinnenprogramms 2030 – mit dem Programm fördern Bund und Länder Erstberufungen von Wissenschaftlerinnen auf Professuren – ist die HTWG erfolgreich und wird darüber hinaus als „gleichstellungsstarke Hochschule“ ausgezeichnet. Mit der Auszeichnung erhält die HTWG Konstanz die Möglichkeit, eine zusätzliche Stelle für eine Wissenschaftlerin auf dem Weg zur Professur zu schaffen.