IST Institut

Das Institut für Strategische Innovation und Technologiemanagement ist das Kompetenzzentrum zum Thema Innovation und Strategie. Forschungsschwerpunkte sind Strategische Transformation, Corporate Entrepreneurship, Startups, Ambidextrie, Agilität und Digitalisierung

Dekoratives grafisches Element

Digital Transformation Guide

Projekt im Rahmen des IBH-Lab KMUdigital

Das IBH-Lab KMUdigital unterstützt klein- und mittelständige Unternehmen (KMU) in der Bodenseeregion bei der Bewältigung, Umsetzung und Implementierng der rasant fortschreitenden industriellen Digitalisierung, uum die Vierländerregion auch langfriostig als einen der wettbewerbsfähigsten und dynamischsten Wirtschaftsräume Europas zu sichern.

Der Digital Transformation Guide ist eines der sieben Einzelprojekte, die auf Basis der bestehenden Förderung für das IBH-Lab KMUdigital durchgeführt wird. Das Projekt Digital Transformation Guide beschäftigt sich mit der Konzeption einer Methode, die es klein und mittelständischen Unternehmen (KMU) ermöglicht die Chancen und Gefahren, die im Zuge der Digitalisierung auf sie zukommen, zu erkennen und selbst proaktiv anzugehen. Durch ein effektives Konzept für die Implementierung (digitaler) Innovationsinitiativen sollen KMUs nachhaltig in ihrer Wettbewerbsfähigkeit gestärkt werden. Im Vordergrund steht dabei eine organisationale Ambidextrie, d.h. die Fähigkeit von Unternehmen, ihr Kerngeschäft effizient zu optimieren (Explotation) und GLEICHZEITIG zukunftsfähige Innovationen umzusetzten (Exploration).Damit sollen KMU befähigt werden, die Herausforderungen der Digitalisierung als Chance, zur nachhaltigen Stärkung der eigenen Wettbewerbsposition, wahrzunehmen.

Ziel des Projektes ist es, einen innovativen Brückenschlag zwischen den Vorteilen agiler Startup-Organisation und (Ressourcen-)Vorteilen etablierter Unternehmen herzustellen. Hierzu liefert das Projekt eine zweistufige Methode, die den KMU helfen soll die größten Herausforderungen der Digitalisierung, mit Blick auf deren digitale Innovationsfähigkeit, anzugehen. Dies soll über die folgenden beiden Werkzeuge erreicht werden:

  1. Digital Vision Workshop: Ein neu konzipiertes Workshop-Format, welches Elemente aus den Bereichen des Design Thinking und Open Innovation kombiniert und zum Ziel hat eine unternehmensspezifische strategische Vision zur Digitalisierung bzw. der digitalen Transformation des jeweiligen Unternehmens zu entwickeln.
  2. Digital Innovation Teams: Dies ist ein Konzept zum Aufbau von internen Startup-ähnlichen Innovationsteams, die mit einem unternehmerischen Auftrag der Stammorganisation agieren, um Digitalisierungsthemen umzusetzen. Das Konzept der Digital Innovation Teams liefert ein Vorgehen mit dem die zukünftig benötigten digitalen Kompetenzen aufgebaut werden können. Darüber hinaus tragen die Digital Innovation Teams dazu bei, nach und nach die gesamte Organisation über digitale Innovationen zu transformieren.

Details

  • Hintergrund & Motivation

    Die Industrielandschaft der Bodenseeregion ist durch eine Vielzahl an hoch spezialisierten Technologieunternehmen, größtenteils KMU, geprägt, die in ihrem jeweiligen Marktsegment oft weltweit zu den führenden Unternehmen zählen. Die Dynamik ihrer global vernetzten Märkte fordert von ihnen das Kerngeschäft effizient zu optimieren (Exploitation) und GLEICHZEITIG radikale, zukunftsfähige Innovationen umzusetzen (Exploration). Nur wenn dies gelingt, kann die Wettbewerbsfähigkeit dieser Unternehmen nachhaltig erhalten werden. Der schon bestehende Innovationsdruck (Exploration) wird durch die Dynamik der Digitalisierung zudem weiter verschärft: Die Unternehmen stehen vor der Herausforderung, die notwendige digitale Transformation erfolgreich zu meistern. Wird diese Hürde nicht erfolgreich überwunden, „droht eine digitale Spaltung zwischen KMU und Großunternehmen“. Dementsprechend gilt es besonders KMU zu befähigen, die Chancen der Digitalisierung wahrzunehmen und sich dadurch langfristig erfolgreich im Markt zu positionieren. Digitale Innovationen führen immer häufiger zu sogenannten disruptiven Veränderungen –Paradigmen eines Markts ändern sich grundlegend und führen zu einer Neuordnung desselben.

    Die Digitalisierung betrifft alle Branchen und fordert von Unternehmen den Aufbau von grundlegend neue Kompetenzen und Wissen, fernab der angestammten Kernaktivitäten. Die Herausforderung dabei ist, dass sich nicht nur die Technologie verändert, sondern damit einhergehend auch die Kompetenzen (auf Organisations- und Mitarbeiterebene), die Arbeitsweisen (agile Methoden, Lean Startup), das Kundenverhalten (bspw. Taxis über das Smartphone bestellen) und die dazugehörigen Geschäftsmodelle (bspw. Product-asa-Service). Die Gleichzeitigkeit dieser Veränderungen führt dies zu einer völlig neuen Radikalität und Unsicherheit und daher schnell zu einer Überforderung der Unternehmen. Dies gilt besonders für KMU, die auf weniger Ressourcen und Kompetenzen zurückgreifen können als Großunternehmen.

    Die Ableitung konkreter Handlungsempfehlungen und Gestaltungsvorschläge soll Unternehmen befähigen digitale Innovationen mit sogenannten Digital Innovation Teamsumzusetzen. Die Methode der Digital Innovation Teams liefert KMU ein Werkzeug, um externes Digital-Knowhow aufzunehmen und nach und nach durch teil-autonome Innovationsteams selbst aufzubauen. Durch das kontinuierliche Einbinden von Praxispartnern sollen die Ergebnisse während und nach der Projektlaufzeit in die Industrie transferiert werden. Die stetige Kommunikation, aber auch Transferaktivitäten wie Roadshows und Workshops stellen sicher, dass die Ergebnisse allen KMU der Bodenseeregion nachhaltig zur Verfügung stehen. In der ersten Stufe sollen die KMUs durch kooperative Workshops die Kompetenzen der IBH-Hochschulen mitnutzen, um das Thema Digitalisierung für den eigenen Unternehmenskontext auszuarbeiten. In einer zweiten Stufe sollen dieses Wissen und die damit verbundenen Kompetenzen im Unternehmen selbst aufgebaut werden.

  • Forschungsteam

    Hochschule Konstanz Technik, Wirtschaft und Gestaltung (HTWG)
    Prof. Dr.-Ing. Guido Baltes
    guido.baltes@htwg-konstanz.de

    Universität St.Gallen
    Prof. Dr. Christoph Müller
    christoph.mueller@unisg.ch

    Zeppelin Universität (ZU)
    Dr. Ursula Koners
    ursula.koners@zu.de

  • Projektpartner

    Deutschland

    • Hochschule Konstanz Technik, Wirtschaft und Gestaltng (HTWG)
    • Zeppelin Universität (ZU)

     

    Schweiz

    • Universität St. Gallen 
  • Projektinhalt

    Das Projekt Digital Transformation Guide soll Unternehmen unterstützen, die Fähigkeit der organisationalen Ambidextrie zu erlangen, indem die digitale Innovationsfähigkeit (Exploration) gestärkt wird, indem:

    (A) Es wird ein Workshop Konzept (Digital Vision Workshop) auf Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse und Praxiserfahrungen aus den Bereichen Entrepreneurship, Design Thinking und Open Innovation erarbeitet. Zielsetzung ist es, für KMU die Bedeutung der Digitalisierung, inkl. der damit einhergehenden Gefahren/Chancen, herauszuarbeiten. Der Workshop adressiert dabei folgende zwei Herausforderungen:

    • Versagen klassischer Management- und Planungsmethoden in einem von Unsicherheit geprägten Umfeld und das Fehlen entsprechender digitaler Kompetenzen, z.B. Big Data Analytics.
    • Das angestrebte Workshop-Konzept soll KMU befähigen, gemeinsam mit externen (Digitalisierungs-)Experten, vornehmlich aus den IBH-Hochschulen, eine strategische Vision zu entwickeln, die den KMU Orientierung im unsicheren Umfeld der Digitalisierung bietet.

    Kernpunkt dabei ist, dass dies unter Einbezug von Hochschulen geschieht und den KMU dadurch neueste Kompetenzen und Knowhow zu Digitalisierungsthemen zugänglich gemacht werden. Die erarbeitete strategische Vision soll den KMU helfen die mit der Digitalisierung einhergehenden Unsicherheiten zu reduzieren und bietet Hilfestellungen eine klare strategische Richtung für die „digitale“ Zukunft des Unternehmens zu formulieren

    (B) Zur Umsetzung der aus dem Workshop resultierenden strategischen Vision sollen interne Innovationsteams (Digital Innovation Teams) eingesetzt werden, die teil-autonom von der Stammorganisation agieren können. Diese Autonomie ist notwendig, da radikale Innovationsvorhaben kaum innerhalb bestehender Strukturen umsetzbar sind. Es soll ein Medium (z.B. Handbuch) entstehen, das zum einen Tools zur Umsetzung digitaler Innovationen liefert und zum anderen den Einsatz dieser Tools (aus den Bereichen Design Thinking, Lean Startup) und spezifischen Gestaltungsmöglichkeiten anhand konkreter Case Studies aufzeigt. Case Studies, aus der IBH-Region, über erfolgreiche Digitalisierungsvorhaben und digitale Innovationen sollen den Einsatz und die Anpassung der Tools an die unternehmensspezifischen Kontexte greifbar machen.