IST Institut

Das Institut für Strategische Innovation und Technologiemanagement ist das Kompetenzzentrum zum Thema Innovation und Strategie. Forschungsschwerpunkte sind Strategische Transformation, Corporate Entrepreneurship, Startups, Ambidextrie, Agilität und Digitalisierung

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Projektübersicht

Promotionsprojekt ValueVentPro

Mit dem laufenden Promotionsprojekt ValueVentPro sollen, basierend auf einer umfassenden empirischen Studie, Grundlagen für verbesserte Methoden zur Evaluation von Businessplänen technologiebasierter Startups erarbeitet werden. Die Ergebnisse ermöglichen Banken, das Risikoprofil von Beteiligungen an Startups effektiver und zuverlässiger zu bewerten. Dazu entwickelt das Projekt Prognosemodelle für das Überleben technologiebasierter Startups, die auf empirisch validierten Indikatoren aufbauen. Die Forschungsmethodik folgt dem Ansatz der Aktionsforschung. Das Projekt ist in 3 Phasen gegliedert: In der ersten Phase werden die Vorarbeiten und das Know-how der Projektpartner zusammengeführt. Aus den Vorarbeiten werden ein Vorgehen und Technologie für die IT-gestützte Businessplananalyse genutzt, sowie erste Hypothesen zur Überlebensfähigkeit von technologiebasierten Startups aufgestellt. In der zweiten Phase erfolgt die iterative Entwicklung der Lösung. Hierzu wird Expertenwissen von potentiellen Anwenderunternehmen integriert und ein repräsentativer Referenzdatensatz aus 1.500 Businessplänen aufgebaut. Dessen Analyse liefert wissenschaftliche Erkenntnisse zu Indikatoren für die Überlebensfähigkeit von Geschäftskonzepten. Die abschließende Phase dient der Sicherung und Verbreitung der Ergebnisse. Die Ergebnisse, gebündelt in der ValueVentPro-Lösung, dienen der Entscheidungsunterstützung für reduzierte Hürden bei der Kapitalvergabe, Wachstumschancen für Startups und Industrie sowie Wirtschaftsförderungen.  

Das Projekt ValueVentPro wird durch das Promotionsstipendium der DZ Bank Stiftung von Christina Ungerer mitfinanziert. 

Details

  • Hintergrund & Motivation

    Angesichts steigenden Innovationsdrucks und der Notwendigkeit zur digitalen Transformation streben mittelständische Unternehmen Beteiligungen an Technologie-Start-ups an, um ihr Geschäftsportfolio zu erweitern. Gerade Genossenschaftsbanken tragen als mittelständischer Bankpartner dazu bei, die Innovationsvorhaben solcher Unternehmen zu finanzieren. Alleine in Baden-Württemberg beliefen sich die von Volks- und Raiffeisenbanken ausgegebenen Kredite 2015 in Summe auf 33,5 Milliarden Euro. Um eine Mittelvergabe oder Beteiligung zu evaluieren besteht sowohl seitens Kapitalgebern als auch für Unternehmen die Notwendigkeit, innovative Geschäftskonzepte zu bewerten. Für Mittelständler ist der Aufwand für die Analyse von Businessplantexten jedoch oft nicht möglich und seitens Banken, weiteren Kapitalgebern und Investoren fehlt es an empirisch gestützten Methoden für eine zuverlässige Bewertung.

    Die angestrebten Ergebnisse stellen die Basis zur Reduktion von Aufwand im Bewertungsprozess von Geschäftskonzepten sowie Unterstützung von Startups zur Stärkung ihrer Überlebensfähigkeit dar. Durch die Unterstützung von Kapitalgebern und Investoren wird durch ValueVentPro ein gesamthafter Beitrag zur Stärkung der Industrie- und Gründerlandschaft geleistet: bessere Methoden zur Bewertung von Geschäftskonzepten reduzieren Hürden bei der Kapital-vergabe und können zudem die gezielte Unterstützung durch Intermediäre verbessern. Dies kann dem deutschlandweiten Trend sinkender Gründungszahlen entgegenwirken und damit Wachstum und Schaffung neuer Arbeitsplätze fördern. Zur Weiterführung des Forschungsprojektes im Sinne einer praxisrelevanten Verwertung könnten Interessensparteien künftig mit einer Web-Applikation für die risikospezifische Filterung und Evaluation von Businessplänen technologiebasierter Startups unterstützt werden. Dazu kann z.B. ein cloudbasiertes Wissens- und Informationssystem zur IT-gestützten Analyse und Entscheidungsunterstützung entwickelt werden.

  • Forschungsteam

    Principal Investigator

    Prof. Dr.-Ing. Guido H. Baltes, Director of the IST Innovation Institute and Professor for Strategic Management and Innovation Marketing at Constance University of Applied Sciences

    Junior Researcher

    Christina Ungerer, PhD student at the IST Innovation Institute (full-time)

    Junior Researcher

    Marc König, external PhD student at the IST Innovation Institute (part-time) and Head of Coaching and Finance at bwcon GmbH

  • Projektpartner

    bwcon GmbH

    The bwcon GmbH is a service provider for ventures, driving innovation by fostering interdisciplinary collaboration between developers, users and investors. Activities encompass innovation management as well as founder support and consulting. Within this context, bwcon currently works on several projects being funded by the State and the EU. Holistic support is realized here with the Venture Development System. It supports venture teams in the process of progressing from a business idea to a business model and finally to the business plan. Quality and efficiency of the ongoing auditing is increased with a scoring system based on expert knowledge.

    Vidatics GmbH

    Die Vidatics GmbH ist ein innovatives IT-Startup, welches sich auf die Bereiche Data Analytics, Text Analytics, Visual Analytics, Big Data, Digitalisierung und Industrie 4.0 spezialisiert hat. In diesem Umfeld bietet Vidatics die Durchführung und Unterstützung bei unterschiedlichen Datenanalyseprojekten und Beratung an. Sie wurde 2015 als ein Spin-Off der Datenanalyse- und Visualisierungsgruppe von Prof. Dr. Daniel A. Keim der Universität Konstanz gegründet und hat ihren Sitz in Konstanz.

  • Forschungsmethodik

    Die Forschungsmethodik folgt dem Ansatz der Aktionsforschung. Deren Vorteil liegt in der gleichzeitigen Erarbeitung anwendungsorientierter Innovation und theoretischer Erkenntnisse. Das Projekt ist in 3 Phasen gegliedert, in denen die Anforderungen analysiert, davon ausgehend Indikatoren und Modelle entwickelt, und diese dann eingesetzt und getestet werden:

    1. Zusammenführen der Vorarbeiten und des Know-how der Projektpartner
    2. Iterative Entwicklung der Lösung durch die eigentlichen Innovationen, empirisch validierte Überlebensindikatoren und evidenzbasierte Prognosemodelle für Startup-Überleben
    3. Sicherung und Verbreitung der Ergebnisse

    Der Lernaspekt wird in der Diskussion, Reflektion und Weiterentwicklung in einem Erfahrungskreis deutlich. Schnelle Feedbackzyklen und nicht-linearer Projektfortschritt erfordern aktives Projektmanagement um mehrere, parallel aktive Arbeitspakete zu koordinieren.

    Forschungsgegenstand sind technologiebasierte Startups. Dazu wird eine große, für Baden-Württemberg repräsentative Stichprobe aus initial 800 Businessplänen technologiebasierter Startups analysiert. Zur Analyse wird ein Referenzdatensatz aufgebaut und dieser anhand weiterer Businesspläne interessierter Unternehmen ergänzt. Auf dessen Basis erfolgt das „Training“ von Semantik-Templates. Ausgehend von der Datenanalyse wird Know-how und Erfahrung interessierter Unternehmen genutzt, um ergänzend zu den codierten Transaktionsbeziehungen weitere Hypothesen zu Indikatoren zu entwickeln. Diese werden am Referenzdatensatz empirisch validiert. Sie dienen der Entwicklung von Prognosemodellen zum Startup-Überleben, welche auf einem Auswahlset der noch zu gewichtenden Indikatoren sowie weiteren Kontextfaktoren aufbauen. Zur Evaluation durch potentielle Anwender werden die Modelle von Vidatics als Demonstrator softwaretechnisch umgesetzt.

    Das Forschungsvorhaben folgt dem Verständnis der Venture Emergence und strebt einen empirisch fundierten Beitrag im konzeptionellen Rahmen der Dynamic Capabilities, im Speziellen zu Indikatoren für die Startup-Überlebensfähigkeit, an. Es knüpft an erste Erkenntnisse empirischer Forschung an und ergänzt diese durch eine alternative Operationalisierung der Messgrößen. Dazu werden in Businessplantexten Markt-Austauschbeziehungen als Transaktionsbeziehungen identifiziert. Das große Innovationspotenzial von ValueVentPro resultiert aus der auf empirisch validierten Indikatoren basierenden Verallgemeinerung heute nur vereinzelt zu findender Methodenelemente zur Entscheidungsunterstützung für Banken.

  • Veröffentlichungen
    • König, M., Gudd, G., Ungerer, C., Baltes, G. (2017): Business Model Validity in Early-Stage Technology Ventures’ Business Plans, 2017 IEEE-ITMC & 23th ICE conference, Madeira (PT), p. 1-8
    • Ungerer, C., König, M., Maki, K.M., Baltes, G. (2017): On the Interconnectedness of Value Network Maturity and New Technology-Based Firm Survival, 2017 IEEE-ITMC & 23th ICE conference, Madeira (PT), p. 1-8
    • Ungerer, C., König, M., Giones, F., Baltes, G. (2016): Reliably Reading Venture Survival from the Business Plan: Determining Venture Emergence and Survival with Computer-Based Content Analysis of Business Plan Text. 2016 IEEE-ITMC & 22th ICE conference, Trondheim (NOR), p. 1-8
    • Ungerer, C., Giones, F., König, M., Baltes, G. (2016): Measuring Venture Emergence and Survival by Analyzing Transaction Relations in Business Plans. In: IEEE-ITMC & 22nd ICE conference 2016, Trondheim (NOR)
    • König, M., Ungerer, C., Büchele, R., Baltes, G. (2016): Agreement on the Venture’s Reality Presented in Business Plans. 2016 IEEE-ITMC & 22th ICE conference, Trondheim (NOR), p. 1-9